Monte loca: ¡Hasta la vista, baby!


Man will seinem Hund ja mal etwas Abwechslung bieten, außerdem hatte ich noch eine »Rechnung« mit dem GeoWanderweg offen und wollte dem dienstlich erfolgreich verlaufenen Tag noch einen angemessenen Abschluss geben. Also zog es uns (bzw. ich den Hund) in das Outback von Zillhausen.

Die hundgerechte Abwechslung lief uns dann bereits nach wenigen Metern in Form eines Rehs über den Weg, das Luis sehr spannend und ich sehr anstrengend fand. Nachdem mein Leinenführarm um geschätzte 50 cm länger geworden war, war auch Luis überzeugt, dass er nicht mit jedem Vierbeiner spielen darf… Zu meiner Überraschung (und Luis Freude) hatte das Reh offensichtlich viele Freunde zu einer Party eingeladen, sodass wir nach und nach ein halbes Dutzend Kollegen erblicken konnten.* Luis akustische Begrüßung verhallte unbeeindruckt, Bambi & Co glotzten oder grasten entspannt weiter, wie die Fotos eindrucksvoll beweisen.**

Auch die offene Rechnung konnte entspannt beglichen werden: Diese hatte ich noch mit dem lokalen GeoWanderweg offen, der »eindrucksvoll« und ein »neues Highlight auf der Schwäbischen Alb« ist***, denn:

Der GeoWanderweg informiert auf 10 Infotafeln über die jeweilige geologische Besonderheit am Standort.
Entstehung von Quellen, Schluchten oder Wasserfällen wird anhand der sichtbaren Natur erläutert. […] Durch die komplette Ausschilderung des Weges ist Kartenmaterial nicht erforderlich. […]

Den letzten Satz hatte ich vor einigen Wochen leider ernst genommen: Der Weg beginnt tatsächlich mit einer inflationären Anzahl von Schildern, die dann mit zunehmender Länge abnimmt. Irgendwann stand ich ratlos am Albtrauf — Geowander? Weg! Also wählte dann kurzerhand meinen ganz persönlichen GeoWanderweg und war froh, zumindest digitales Kartenwerk dabei zu haben. Beinahe ein Multi-Cache, nur ohne Dose 😉

Also ein neuer Versuch: Dank Internet-Recherche wusste ich nun, wo der Weg hätte sein sollen. Vorort wurde ich tatsächlich fündig, auch wenn manche Schilder auch bei Kenntnis des Weges nur schwer zu entdecken waren. Immerhin gab es nun einige Zusatzschilder, die beim ersten Versuch definitiv nicht da waren. Und die offizielle Beschreibung sollte evtl. wie folgt ergänzt werden:

Durch die komplette Ausschilderung des Weges ist Kartenmaterial nicht erforderlich, es genügt dieses und dieses PDF herunterzuladen, auszudrucken und mitzuführen.

Nachdem auch das geklärt war, hatte die Woche ihren angemessenen Abschluss — in landschaftlich reizvoller Umgebung schweifte schwiff schwiffte **** der Blick in die Ferne und dem Wochenende entgegen:

* Zum Glück erblickte ich schneller als Luis, sodass ich die Leinenführarme abwechseln und gleichmäßig verlängern lassen konnte.

** Zugegebenermaßen befanden sich die abgebildeten Tiere lt. nachträglicher Google-Earth-Messung ca. 250 – 300 m vom Fotografen entfernt, was beweist, dass ein Foto eigentlich gar nichts beweist. Außer der Tatsache, dass der Bildstabilisator sehr gut sein muss (Aufnahmedaten: 1/30 Sekunde Belichtungszeit, 10-fach-Zoom, wackelnder Fotograf wg. zerrendem Hund). In der Analogzeit hätte schon einer dieser drei Faktoren genügt, den Fotografierversuch scheitern zu lassen.

*** Ein weiteres eindrucksvolles Highlight ist, dass der GeoWanderweg mit penetranter Binnenmajuskel daherkommt, die ihren Hipness-Zenit bereits zur Jahrtausendwende erreicht hatten. Geologische Zeiträume sind halt etwas großzügiger und wirken sich offensichtlich auch auf GeoTypographie aus.

**** Man lernt nie aus: Die Rechtschreibprüfung markiert »schweifte« und »schwiff« als falsch, »schwiffte« hingegen nicht. Also muss es »schwiffte« heißen.

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