GPS & FTLC & LDNF

Gestern war die erste ausführliche Gassirunde auf Hangen angesagt. Dass sie etwas ausführlicher und unwegsamer ausfiel als geplant, stieß auf geteilte Begeisterung. Über die Ursachen der ausführlichen Unwegsamkeit gibt es ebenfalls verschiedene Meinungen, wobei meine Theorie auf fehlerhaften Kartenmaterial im GPS-Empfänger und unerwartete Positionsänderungen durch Kontinentalverschiebungen beruht (wir leben immerhin in der Nähe des Hohenzollerngrabens!). Egal. Luis war es vermutlich ziemlich wurscht* – Hauptsache, er konnte sich austoben.

Eine zweite, spätnachmittägliche Gassirunde führt dann ganz zufällig Richtung Heselwangen. Noch zufälliger befindet sich auf dem Weg dorthin  ein nagelneuer, von mir noch ungefundener Geocache. So konnte ich endlich den ersten Luis-Cache heben und zitiere aus dem Log-Eintrag:

Premiere: Das war heute mein FTLC (First Time Luis Cache) — welch glücklicher Zufall, dass es gerade jetzt ein paar neue Caches in „fußläufiger“ (bzw. pfotenläufiger) Entfernung gibt. Die Unterstützung durch Luis ließ zwar zu wünschen übrig, aber trotzdem schnell und gut gefunden ;-)))
[…]

Die Serie der Zufälle wollte kein Ende nehmen: Aus Versehen hatte ich zuhause die Koordinaten eines Rätsel-Caches errechnet, unbewusst in den GPS-Empfänger eingegeben und am Fundort des ersten Caches ganz überrascht festgestellt, dass sich das Ziel des zweiten auf dem Heimweg befindet (wenn man nur einen genügend umständlichen Umweg wählt). Nicht finden konnte ich dort allerdings das Objekt der Geocaching-Begierde – ich zitiere wiederum aus dem Log-Eintrag:

Bank schnell gefunden — Dose aber nicht. Das wird aber weniger an der Dose gelegen haben, als an der mangelnden Unterstützung des Mitcachers (siehe Symbolfoto). Insofern mein erster LDNF[**].

Bei einsetzender Dunkelheit kehrten wir zurück nach Hause und für die zwei Extremcacher war der Tag weitgehend gelaufen.

* Wer das Wort „wurscht“ als Synonym für „unerheblich“, „irrelevant“, „ist doch mir egal“ erhoben hat, kann keinen Hund gehabt haben.

** Inoffizielle Abkürzung für „Luis Did Not Find“ (im Gegensatz zum etablierten DNF für „Did Not Find“.  Der Geocacher findet nicht nur einen Großteil der Dosen, sondern nochmehr gute Ausreden, warum er die anderen Dosen nicht gefunden hat…)

Der erste Tag

Der erste Tag ist vorüber; Gelegenheit, ein kurzes Resumée zu ziehen. Verständlicherweise war der gestrige Tag für Luis sehr aufregend und spannend (von uns gar nicht zu reden…). Nach einem kurzen Spaziergang nebst Besichtigung der wichtigsten Balinger Sehenswürdigkeiten hat sich Luis – so weit wir das beurteilen können – mit seinem neuen Zuhause vertraut gemacht.

Um seine (und meine) Anspannung abzubauen, gönnten wir uns dann einen ersten ausführlichen Spaziergang entlang der Eyach. Nach anschließendem Abendessen (zumindest für Luis) haben wir unsere „Der Hund kommt nicht auf Sofa“-Regel mit großer Konsequenz und Ausdauer durchgesetzt – und erst nach 10 Minuten kapituliert… Dann war Ruhe und mehrere müde Zeitgenossen dösten/schliefen/ schnarchten vor sich hin.

Für die nächtliche Schlafstättenwahl fanden wir nach kontroversen, aber konstruktiven Verhandlungen einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss (wenngleich dieser von einem der Verhandlungsteilnehmer mit einigem Fiepen und Scharren kommentiert wurde).

Nach ruhiger Nacht freute sich ein fröhlicher, ja geradezu begeisterter Luis über das Wiedersehen. Nach morgendlichen Dehnübungen und Kaffee (selbstverständlich nur für den nominalen Herrn des Hauses) starteten wir zu unserem ersten Wochenmarktbesuch. Für den einen Käseliebhaber ist es natürlich etwas nervig, wenn der andere Käseliebhaber unnötig lang am Käsestand herumsteht – dennoch wurde auch diese Aufgabe fehlerfrei absolviert.

Nun sind diverse Haushaltspflichten angesagt, vor denen sich einer der Bewohner sehr effizient drückt und sich stattdessen auf den nächsten Extremspaziergang freut. Vielleicht kommen wir da ja zufällig an einem der drei neuen BL-Caches vorbei 😉

Robinson Crusoe

Der wochenendliche virtuelle Einkaufsbummel zeigt nun ganz reale Resultate: DPD, DHL  & Co. und unser Buchhändler wissen vermutlich schon, was bald bei uns einziehen wird – und unsere hauseigene Paketannahmestelle ahnt zumindest, dass Großes ins Haus steht.

Groß im Haus liegt mittlerweile ein Ruhekissen, dessen Kompatibilität mit der Luisgröße noch zu verifizieren sein wird.

Egal – wir sind vorbereitet und die Spannung steigt. Daher rufen wir diese Woche zur offiziellen Robinson-Crusoe-Woche aus. Warten auf Freitag.

Probebesuch

Nach einer Woche kennenlernen war es heute so weit – ein erster Probebesuch im künftigen Zuhause. Nach entspannter Fahrt gab’s erst mal einen aufregenden, spannenden Spaziergang am Eyachufer. Viele neue Eindrücke…

Zum krönenden Abschluss ging’s dann zunächst ins Spielzimmer und nach kurzem Snack anschließend in die Wohnung. Selbst die Treppe wurde (nach drei Anläufen) mit Bravour gemeistert. Josephine und Clementine betrachteten das Geschehen eher gelangweilt, was auf Luis‘ Seite eindeutig nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.

Nach einer finalen Baumbegießung kehrten wir wieder zum (Noch-) Zuhause zurück – voller Vorfreude auf das kommende Wochenende.

Tutti è bello