Schwarzwald-Querweg Tag 4: Blumberg – Engen


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Sonne an der Schattenmühle

Ungläubiges Staunen beim morgendlichen Gassigang in die Lotenbachklamm: Kein Regen! Blauer Himmel!! Die Sonne scheint!!! Nach einer sternenklaren Nacht war es zwar sehr frisch – ein Eispanzer lag auf den Holzdielen der Terrasse -, aber die Sonnenstrahlen versprachen einen schönen Wandertag.

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Nach (Etappe) 3 käme eigentlich (Etappe) 4 von der Schattenmühle durch die Wutachschlucht nach Blumberg. Doch aufgeweichte Wege + potentiell vereistes Gestein + Wutachschlucht hielten wir für eine ziemlich unvernünftige Kombination.

Deshalb zauberten wir für den restlichen Querweg Plan B aus dem Hut: Etappe 4 überspringen, direkt Etappe 5 absolvieren, dadurch einen Tag früher in Konstanz, dann die übersprungene Etappe 4 am Ende nachholen. Soweit der Plan…

Blumberg — Randen — Riedöschingen — Engen

Nach dem von Chef persönlich servierten Frühstück fuhren wir also nach Blumberg und starteten sehr bald und sehr kalt in Richtung Engen.

25 Kilometer lagen vor uns und es lief (bzw. wir liefen) gut: Durch wabernden  Morgennebel erreichten wir den ersten Höhenzug, mit Blick auf die Schinkenfabrik Lutz und die Viadukte der Sauschwänzlebahn bei Epfenhofen.
Luis fand erstes deutlich spannender…

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Sauschwänzlebahn bei Epfenhofen

Spätestens auf dem Randen hatten Sonne und Höhenmeter dafür gesorgt, dass wir mindestens eine Kleidungsschicht ablegen konnten. Vorbei am blauen Stein – einem Souvenir aus vulkanischer Zeit – erreichten wir zügig Riedöschingen.

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Blauer Stein unter blauem Himmel

Eine sehr große sehr schwarze Wolke weckte unangenehme Erinnerungen an der vergangenen Regentage; sie war aber genauso schnell wieder verschwunden, wie sie aus dem Nichts aufgetaucht war. So konnten wir das Vesper, das von der Schattenmühle „per Default“ zur Verfügung gestellt wird, bei schönem Sonnenschein und mit Aussicht auf den Hegau genießen.

Nachtrag: Das Vesper gibt es nicht "per Default", sondern auf Vorbestellung. Wenn man schon Wochen vorher reserviert und die Vesper-Vorbestellung in der Zwischenzeit wieder vergessen hat, freut man sich umso mehr über die angenehme "Überraschung".

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Hegau-o-rama

Flotten Schrittes näherten wir uns Engen und das war auch gut so: Durch unser sportliches Tempo begannen Füße und Pfoten zu qualmen. Mit letzter Kraft erklommen wir die letzten Meter in die Altstadt, setzen uns in ein Straßencafé, um kurz die Übernachtung klar zu machen.

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Hotel-Such-Ambiente

Hotel-Eng(en)pass

Was wir nicht wussten: Engen war komplett ausgebucht, im weiteren Umkreis dasselbe Bild; selbst in Singen, Radolfzell und an der Autobahn-Raststätte hieß es: „Mir ham nix.“ Die freundliche Bedienung sowie etliche Passanten wollten uns mit guten Vorschlägen weiterhelfen, doch wir hatten alle bereits erfolglos abtelefoniert. Kommentar einer Passantin: „Bei uns in Engen ist doch nichts los. Ich verstehe nicht, warum die ganzen Leute hier übernachten wollen.“

Engen-Besucher? Bitte nicht dienstags!

Weil die Stadtverwaltung das offensichtlichen auch nicht versteht, macht die Touri-Info am Dienstag nachmittag gar nicht erst auf. Entweder sind Touristen dienstags nicht erwünscht oder Dienstag ist der klassische Nach-Engen-Reise-Tag, vor dessen Touristen-Ansturm sich die Touristen-Info nur durch konsequentes Schließen wehren kann.

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Übernachtungsgäste nur bis 13 Uhr erwünscht

Übernachtungs-Plan B (wie Blumberg)

Der Wunsch nach einer heißen Dusche und mangelnde Detailkenntnis sämtlicher Städtchen und Dörfer zwischen Donaueschingen und Konstanz ließ auf Bekanntes zurückgreifen: Blumberg. Dort konnten wir gerade noch die letzten zwei Zimmer im „Hirsch“ ergattern und mussten „nur noch“ dorthin kommen.

DB-Service oder: Ich werde (trotzdem) zum Hirsch (kommen)

Diverse Déjá Vues begleiten unseren Weg: Fahrkarte-für-Hund-Challenge am DB-Automat, mögliche Verzögerungen und Zugausfälle wegen Problem bei Freiburg (diesmal der Abwechslung halber ein Erdrutsch), Belehrung durch den Schaffner warum man doch die falsche Karte gekauft hat und untertänigstes Nachlösen einer Fahrkarte für Luis. Kurzum: Bahn-Business as usual.

Nachtrag: Der eigentliche Witz ist, dass wir uns Drama und Fahrkarte hätten sparen können -- als regionale Übernachtungsgäste durften wir gratis fahren, was uns aber erst am Abend klar wurde. Der Schaffner hätte das wissen müssen, wäre damit aber um seine pseudo-amtliche Wichtigtuerei gekommen. Der Bahnreisende schwankt rückblickend zwischen Fremdschämen und Mitleid.

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Busfahren mit Stil: Immer auf die elegante Pfotenhaltung achten

Ente gut. Alles gut

Aber „by the end of the day“ (auch im wörtlichen Sinn) waren wir im Hotel Hirschen zu Blumberg, freuten uns über ungewohnt große Zimmer mit Balkon und eine sehr gute Speisekarte.
Ente* gut, alles gut.

Zahlen, Daten, Fakten

Tagesbilanz für Etappe 4 (19.04.): 24,4 km / 491 Höhenmeter

Gesamtbilanz Etappe 1 bis 4: 73,7 km / 3015 Höhenmeter,
entspricht 13,2 Stück Schwarzwälder Kirschtorte

*Gruß aus der Küche: Entenlasagne

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