Alpenüberquerung 3: Achenkirch — Maurach (– Fügen)


Das Wetter am Vorabend war mittelmäßig — umso größer die freudige Überraschung beim morgendlichen Blick aus dem Fenster: Kein Wölkchen am Himmel und perfekte Voraussetzungen für die technisch anspruchsvolle Etappe am Westufer des Achensees.

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Am Vorabend wurde uns im Hotel noch geraten, bei Regen auf die Strecke zwischen Achenkirch und der Geisalm zu verzichten und stattdesessen das Boot zu nehmen. Glücklicherweise war das nicht notwendig — aber wir sahen sehr bald, dass das für Regenwetter eine sehr gute Empfehlung ist…

Wir hingegen starteten sonnig: Bei Sonnenschein und bester Laune und gespannt auf die Etappe, die „Schwindelfreiheit“ und „Trittsicherheit“ voraussetzt. Zunächst war jedoch Kuhlness Coolness gefragt, denn eine von 20 Kühen war nicht hinter der Absperrung (wie die 19 anderen), sondern davor — und trottete uns interessiert entgegen. Mit einem beherzten Wir-wollen-nix-von-Dir-und-Du-nix-von-uns war die Situation geklärt und unser Weg frei zum „Gaisalmsteig“.

Eine respekteinflößende Warnung bestärkte unseren Beschluss, sich mal wieder an Kaiser Franz zu orientieren: Schau mer mal, dann gehn wir weiter. Oder drehen um und nehmen doch das Schiff.

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Wir schauten mal und gingen immer weiter. Der Steig war teilweise „herausfordernd“, vor allem mit 20 Kilo Hund an der Leine, die fröhlich-vergnügt über die Hindernisse hüpften, ohne sich um die Felswände rechts und dem Abgrund links zu kümmern. Als Belohnung für die Herausforderung gab es grandiose Ausblicke auf den See mit seinem kristallklaren Wasser — und die den Stolz, es geschafft zu haben.

Wir hatten Glück:  Weg und Steine waren trocken und griffig; und wir hatten keinen Gegenverkehr.  Ausweichen wäre an vielen Stellen ein mühsamer Nervenkitzel geworden. Schön war’s, spannend war’s — und trotzdem war ich froh, als wir die Gaisalm erreicht hatten.

Nach der Gaisalm sollte es entspannt und einfach weitergehen. Dachte ich. Irrtümlich. Es war zwar nicht ganz so abenteuerlich wie auf dem ersten Streckenabschnitt, aber auch nicht „ohne“. Und auch hier hätte ich bei Regen nicht entlang gehen wollen. Außerdem wurde uns hier bewusst, wie viel Glück wir auf Teilabschnitt 1 hatten: Jetzt kamen uns Menschenmassen entgegen, darunter extrem ängstliche bis panische  Menschen — das war stellenweise mehr stellenweise mehr Warten als Gehen und erschreckend, wieviel Leichtsinn da auf Halbschuhen und Sommerschlappen unterwegs war…

Irgendwann kurz vor Pertisau kam dann doch der einfach entspannte Uferweg. Pertisau selbst ließen wir schnell hinter uns — zu viel Trubel, zu viel Rummel. Einzig eine merkwürdige Konstruktion im Wasser weckte meine Neugier über ihren Sinn. Allerdings konnte auch der Aufstieg auf die Konstruktion diese Frage nicht beantworten.

Auch den Rest der Strecke hätte man sich eigentlich schenken können, sie führte auf einem Schotterweg neben einer stark befahrenen Straße nach Maurach. Tipp für nachfolgende Alpenüberquerer: Spart Euch diese langweiligen Kilometer und nehmt das Schiff ab Pertisau..

Maurach war theoretisch das Tagesziel, praktisch mussten wir aber noch nach Fügen im Zillertal, wo die unergründliche Weisheit des Veranstalters unsere Übernachtung hingeplant hatte. „Eigentlich“ wäre die Dampfzahnradbahn mein präferiertes Verkehrsmittel gewesen und stand am Südufer des Ses zur Abfahrt bereit — sollte abr nur 2 Stationen weit fahren.

Deshalb beschlossen wir, weiter nach in „Maurach Mitte“ zu gehen und dort auf die nächste Dampfzahnradfuhre nach Jenbach zu warten.

In der Zwischenzeit hatte das Wetter von T-Shirt, Sonnencreme und Sonnenbrille auf Pullover, Windjacke und Pudelmütze — von Sommerhitze zum Herbststurm in nur 30 Minuten… Ein guter Grund, die Wartezeit in einem Café mit Alpenstrudel und Vanillesoße zu verbringen. Die Zahnradbahnfahrt musste dann am Ende doch noch ausfallen: Luis saß gut vorbereitet an der Bahnsteigkante, doch der Zug war aber schon bei Ankunft in Maurach-Mitte dermaßen überfüllt, dass weder wir noch Hund noch wir mit Hund hineingepasst hätten.

So fuhren wir ganz profan per Bus nach Jenbach, dann mit der Zillertalbahn nach Fügen, dann noch eineinhalb Kilometer bergauf zum Hotel, gerade noch rechtzeitig, bevor die ersten Regentropfen fielen.

Zahlen, Daten, Fakten

Tagesbilanz: 15,2 Kilometer, 258 Höhenmeter, 5,8 Stunden

Insgesamt: 68,7 Kilometer, 1739 Höhenmeter, 23,3 Stunden

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