Schwarzwald-Querweg Tag 2: Buchenbach – Hinterzarten


Tag 2 auf dem Querweg von Freiburg nach Konstanz. Ein Tag voller Pläne und getreu dem Motto „Immer schön flexibel bleiben“.

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Plan A: Offizieller Querweg

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Skulptur mit Symbolcharakter

Plan A war, wie vom Schwarzwaldverein vorgesehen, von Buchenbach nach Titisee zu wandern: heftiger Anstieg am Anfang, aber durchaus machbar. Doch Petrus macht uns einen Strich durch die Rechnung. Schon nach 10 Minuten morgendlichen Gassigang waren Fell, Hose und Jacke komplett durchnässt.

Auch zwei Stunden später keine Besserung in Sicht, deshalb folgte

Plan B: Deutsche Bahn

Plan B: durch den Regen ein Kilometer zum Bahnhof Himmelreich, dann mit dem Zug nach Titisee. Diesmal machte uns die Deutsche Bahn einen Strich durch die Rechnung. Erst Verspätung, dann noch mehr Verspätung, dann gar keine Info mehr, dann „mögliche Verspätungen und einzelne Zugausfälle“ wegen eines umgestürzten Baumes.

Anruf bei der DB (Zitat: Unser Service Ihre Zufriedenheit): dort hieß es, man wisse auch nicht, was los sei; ich solle doch auf der Website schauen. Als ich erzählte, dass dort von einem umgestürzten Baum die Rede sei, wurde ich angeschnauzt:  Warum rufen Sie denn an, wenn Sie es sowieso schon wissen?! Ich erklärte, dass ich gerne wissen möchte, wie ich jetzt nach Titisee komme und was mit meinen drei gekauften Fahrkarten ist. Das wisse er doch auch nicht, sprach der gute Mann, er sei vom Fernverkehr und Nahverkehr sei heute nicht da. Da hatte er in mehrfacher Hinsicht ziemlich recht.

Weitere Rückfragen wurden mit Warteschleifengedudel beantwortet und schwupps war das Gespräch beendet. Und wieder hatte die Bahn recht: meine Zufriedenheit entsprach ziemlich genau der Qualität des Service.

Plan C: DB-„Service“ aussitzen

Also Plan C: Kaffeetrinken im nahegelegenen Gasthof Himmelreich, Webseite der DB beobachten und das Problem aussitzen.

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Luis im (Gasthof) Himmelreich

Im Gasthof konkretisierten sich hartnäckig Gerüchte eines Schienenersatzverkehrs, von dem die Bahn-Website allerdings nichts wusste.

Plan D: Schienenersatzverkehr

Na also, geht doch: Schienenersatzverkehr als Plan D: Eine Stunde und zwei Kaffee später gingen wir zum Bahnhof zurück, um den Schienenersatzverkehr zu suchen — und fanden zu unsere Überraschungen einen Zug. Der Zug zog aber nicht und fuhr nicht und ja, es gebe Schienenersatzverkehr, aber wann und wo und überhaupt wusste niemand.

Plan E: Schienenersatzwanderung

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Nice to see you again, Buchenbach

Selbst der Regen wollte sich dieses Drama nicht länger anschauen und verzog sich peinlich berührt. Damit machte er Platz für Plan E: Wenn die Bahn uns nicht fahren will, dann wandern wir halt doch selbst.

So machten wir uns dann endlich um 13 Uhr auf den Weg; von Himmelreich über Falkensteig langsam den Höllental entsteigend, bis wir nach vielen vielen Höhenmetern wieder auf dem offiziellen Querweg waren. Zu unserer Überraschung konnten wir einen Blick auf das sonnenbeschienene Buchenberg in ungefähr zwei Kilometer Entfernung werfen.

Nur nichts anmerken lassen; einfach kann jeder.

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Wo der Wildbach rauscht und der Luis lauscht…

Der weitere Weg verlief eigentlich wie erwartet immer entlang des Höllentals.

Das Wetter war deutlich zuverlässiger als die Deutsche Bahn, sodass wir trockenen Fußes und Hauptes und Felles den Posthaldefelsen und später den Piketfelsen erreichten.

Belohnt wurde der Anstieg  durch beeindruckende Hinabblicke in das Höllental und einen Rückblick auf Freiburg, wo wir tags zuvor gestartet waren.

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Das ist Waaahnsinn, warum schickst Du mich in die Hööölle(ntaltiefen)

Kurz nach der oberen Ravennaschlucht meldete sich der Regen neugierig und dezent zurück, doch wir waren beinahe schon in Hinterzarten.

Plan F: Hinterzarten statt Titisee

Dort wandten wir Plan F an, denn aufgrund des späten Starts wäre es unsinnig gewesen, das ursprüngliche Ziel Titisee erreichen zu wollen.

Deshalb bezogen wir Quartier in Hinterzarten, was für morgen eine etwas längere Etappe bedeutet. Aber da wir in einer Konditorei übernachten, werden die Extra-Kilometer dank eines fulminanten Frühstücks kein Problem sein.

Zahlen, Daten, Fakten

Tagesbilanz für Etappe 2 (17.04.): 19,7 km / 1386 Höhenmeter

Gesamtbilanz Etappe 1 bis 2: 39,5 km / 2280 Höhenmeter,
entspricht 7,8 Stück Schwarzwälder Kirschtorte

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Schwarzwälder Kirschtorte ohne Kirschen und Torte

Anmerkung der Redaktion

Orthographische, grammatikalisch und stilistische Mängel dieses Artikels hängen möglicherweise mit dem Konsum dieses Schwarzwaldtypischen Produkts zusammen, das uns nach den Wirren des heutigen Tages angemessen erschien:

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