Alpenüberquerung 5: Hochfügen — Bus — Zug — Mayrhofen


Gestern habe ich mich mit unseren unverschämten Wetterglück ziemlich weit (zu weit?) aus dem Fenster gelehnt. Heute bescherten uns Petrus und Frau Holle einen ungeplanten (aber nicht unwillkommenen) Ruhetag. Kein Grund zu jammern, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf dem richtigen Sofa ist.

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Wir erinnern uns an den gestrigen Morgen:

Wer früh aus dem Hotelfenster schaute, sah auf eine Nebelwand. […] Aber der erfahrene Wanderer lässt sich davon nicht die Laune verderben, sondern schaut ganz aktuell auf seine Wanderstrecke — wozu sonst gibt es Webcams?

Heute „im Prinzip“ so ähnlich: Trübe Aussichten aus dem Hotelzimmerfenster…

… und die Webcam-Recherche zeigte ein ganz anderes Bild:

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Ähm, tja, „ganz anders“ im Sinne  von „noch mehr Regen und dichter Nebel“.

Starker Niederschlag, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, verschneite Wegzeichen, dichter Nebel und vereiste Steige: Das ist der Stoff, aus dem die Bergrettungsdramen sind. Für uns war sofort klar, dass die Schlechtwetteralternative heute alternativlos ist, also „auf Wiedersehen“ Hochfügen, per ÖPNV-Bus nach Fügen, dann mit der glorreichen Zillertalbahn nach Mayrhofen.


Wetter naja, aber trotzdem mehrfach Glück gehabt:

  • Dank perfekter Anschlüsse standen wir genau 1 ¼ Stunden, nachdem wir Hochfügen verlassen hatten, an der Rezeption des Hotels in Mayrhofen.
  • Durch einen glücklichen Zufall war unser Zimmer schon bezugsfertig: Bereits um 10:20 Uhr (!) konnten wir uns auf das Sofa unserer verschwenderisch großen Räumlichkeiten fläzen.
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Luis fläzte natürlich nicht auf dem Sofa, aber er fläzte…

Nach längerem Fläzen ließ der Regen nachmittags nach und wir versuchten die entgangenen Wanderkilometer durch einen kleinen Dorf- und Einkaufsbummel zu kompensieren. Gelegenheit dazu gibt es mehr als genug: Mayrhofen ist mit zahlreichen bekannten Labels und Stores auf kaufwütige Schlechtwetter-Touristen eingestellt. Leider Glücklicherweise war unsere Kaufwut durch das Fassungsvermögen unserer Koffer und Rücksäcke stark limitiert ;-).

Überraschend war nicht nur die skurille Mischung aus Alpenfolklore und Touri-Kommerz, sondern auch das Wetter: Allen Prognosen und Vermutungen zum Trotz kämpfte sich die Sonne durch die Wolkenmassen und ließ sogar das Mayrhofer Wappentier leuchten.

Das stimmt uns zuversichtlich für die morgige Etappe nach Südtirol: Zu gerne wollen wir die Grenze nach Italia zu Fuß überqueren, wenn es Petrus und Frau Holle zulassen.

Doch zuvor können wir uns guten Gewissens auf das Abendessen aka Schmankerl-Buffet stürzen: Mit Dorfbummel und Gassigang kamen wir an unserem „Ruhetag“ auf 5,1 km (sagt Garmin). Besser als nichts und mehr als viele Schreibtischtäter in einer halben Woche gehen…

Zahlen, Daten, Fakten

Tagesbilanz: 5,4 Kilometer, 75 Höhenmeter, 1,5 Stunden

Insgesamt: 88,9 Kilometer, 2162 Höhenmeter, 31,1 Stunden

 

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