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Frankreich isst Käse (Tag 5)

Heute stand eine Fahrt an die Küste auf dem Plan. Wenn man als Landei mal nur 50 km südlich wohnt, muss man das ausnutzen. Auch wenn der Morgengassigang so aussah:

Mir doch egal, bei Sonne kann jeder ans Meer und als Hundebesitzer ist „Wetter“ ohnehin kein relevanter Parameter. Außerdem kann ich dann endlich wieder in einen Supermarkt einkaufen (während Luis im kühlen Auto parkt).

In einer riesigen Carrefour fand ich witzigerweise einen Livarot aus Livarot, der noch witzigerweise das Anwesen zeigt, in dem ich mehrmals täglich spazieren zu gehen pflege.

Ich würde zwar nachmittags – trübem Wetter sei Dank – endlich die Käserei besichtigen, aber vorsichtshalber habe ich trotzdem gekauft. Die restliche Ausbeute war übersichtlich, also bald weiter nach Deauville. Das hatte ich ausgesucht, weil es von Livarot der erstbeste Ort am Meer ist.

Der/das Erste ist nicht immer das Beste: Zu abgezockt (Casino), zu betoniert – und jeder Blick aufs Wasser kostet (Parkgebühren). Das war zuviel Bohei und zu wenig Schönes für zwei ältere Herren, die das betuliche Livarot gewohnt sind. Also lust- und ziellos durch- und weitergefahren…

… um nur ein Örtchen weiter (Villers-sur-mer) einen herrlichen Blick auf einen herrlichen Sandstrand mit einem herrlichen Parkplatz zu haben. Da zahlt man doch gerne. Darf aber nicht, weil:

Es hat Vorteile, weit außerhalb der Saison zu reisen. Auch deshalb:

So ging es ab in den Sand, mit Hund und guter Laune und Sonne! Was für ein gutes Timing bzw. Glück, dass ich im Carrefour so lange herumgetrödelt hatte.

Kilometerlanger Strand, fast für uns alleine – wenn man von einer handvoll entspannter Spaziergänger, zwei Dutzend gelangweilter Möwen und einem Bird of Color absieht.

Als Sahnehäubchen für geographisch Interessierte durften wir uns noch in zwei Erdhälften aufteilen:

….

Zurück in Livarot wurde es mit der Käserei wieder nichts: Die Sonne verrichtete eifriger denn je ihr Tagewerk. Gut, dass ich schon im Supermarkt zugegriffen habe.

Für das notwendige Baguette gab’s noch einen kurzen Abstecher in die Boulangerie, bei der es für jedes Baguette noch 3 Tartes gratis gibt (wenn man 8 € zuzahlt):

Durch eine Reihe glücklicher Zufälle (?) wieder ein rundum gelungener Tag. „El camino provides“ hätte ich das früher zusammen gefasst. Gilt offenbar auch, wenn man meilenweit vom Jakobsweg entfernt und nicht mal zu Fuß unterwegs is(s)t.