Mein Zwischenstopp Venoy erwartete mich heute mit einem früh geöffneten BäckerBarKioskMiniladen, sodass ich morgendlichen Versäuberungsgang und Frühstückskauf in einem erledigen konnte.


Nach schnellem petit dejeuner verließen wir unser (sehr empfehlenswertes!) P’tit Chalet und waren kurz vor halb neun wieder auf der Piste. Diese war um Paris herum zugestaut, weshalb uns mehrere Navis einstimmig quer nach Orléans schickten.
Die Autobahn war unfassbar leer und alle mit einheitlichen 132 km/h unterwegs. Auf knapp 100 km habe ich gefühlt 17 Autos gesehen und bin etwa 3 mal überholt worden (2 Schweizer, 1 Niederländer).
Da war es direkt angehm, dass wir ab Orléans noch ca 170 km Überlandfahrt hatten. Auch hier alles sehr entspannt: Keine Raser, keine Drängler, keine sonstwie Physikbefreiten. (Da wird einem der Unterschied zum deutschen Autofetisch doch wieder sehr bewusst). Alle paar Kilometer freute man sich über Abwechslung durch einen Kreisverkehr oder eine kleine Ortschaft. So zum Beispiel Brezolle mit einer schönen Kirche über einem großen Fischteich, der sich für eine mittaglichen Rundgang aufdrängt.


Drinnen in der Kirche „vermummte“ Gestalten. Hä? Wie ich inzwischen aus kundiger Quelle weiß, ist das ein Brauch aus der Fastenzeit: 7 Wochen ohne sichtbare Präsenz der Heiligen.



Als Protestant habe ich auf Frankreichs Straßen immerhin 7 Tage ohne Präsenz der Eiligen…
So ging es gemütlich weiter nach Livarot, wo a) ein gleichnamiger Käse herkommt und b) unsere Unterkunft steht.
Und die ist perfekt: Altes Haus direkt im Ortszentrum, beeindruckend und charaktererhaltend renoviert, alles Wichtige im Umkreis von 30 Metern ums Haus. Selbst ein Hundefrisseur, von dem Luis noch nichts ahnt.




Kann Luis egal sein, als Naturschönheit braucht er solche Dienstleistungen nicht ;-). Hauptsache, der Napf ist da und möglichst voll. Und falls stundenlanges Korbliegen doch mal zu eintönig wird, kann hund ja mal schauen, was/wer draußen so geht…


Gegangen sind auch wir, nämlich kurz zum Einkaufen. Dort konnte ich unter anderem den Époisses ergattern, vor dessen geschlossen Türen ich gestern noch stand. Der lokale Livarot war diesmal nicht dabei, den hole ich mir selbstverständlich direkt in der (ca 200 Meter entfernten) Käserei.

Ich finde das eitle und selbstbeweihräuchernde „Alles richtig gemacht“ in der Regel peinlich und fremdschamauslösend. Peinlicherweise habe ich aber (Stand heute) tatsächlich den Eindruck, dass ich bei Wahl des Ortes und der Unterkunft nicht ganz falsch gelegen bin. Kurzum: Beides kein Käse ist.














