Kalifornien, Tag 8: Kieler (Be-) Förde (-rung)


Gestern und vorgestern haben wir jede Menge Kilometer im „Bratling“ zurückgelegt. Deshalb peilten wir heute ein näheres Ziel und alternative Verkehrsmittel an. Dabei erlebten wir interessante Perspektivwechsel und ich eine kurze Unterweisung in die Geheimnisse der Schifffahrt.

Kiel: Ähm, tja…

Warum an die Trave schweifen, wenn das Kiel liegt so nah? Heute also besuchten wir die Landeshauptstadt – und waren zunächst irritiert, wie un-alt ein Alter Markt und wie wenig schloss-haft ein Schloss aussehen kann.

Den Grund konnten wir dem Reiseführer entnehmen: Im Zweiten Weltkrieg massiv ge- und betroffen; daher ähnlich „attraktiv“ (zwinker zwinker) wie das für uns zuständige Landeshauptstädtle am anderen Ende Deutschlands.

Durch eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands (lt. Reiseführer) erreichten wir den Bahnhof; dann hatten wir (und Luis) genug von der Innenstadt gesehen. Uns (und Luis) drängte es ans Wasser – und dort lockte ein Anleger mit: Hafenrundfahrt

Schiffer-Knowhow für Landeier

Kleines Missverständnis beim Ticketkauf: Ich wollte eigentlich wissen, ob wir die Rundfahrt an einem anderen Anleger verlassen können würden – nämlich jenem, der näher an unserem Parkhaus „Alter Markt“ liegt. Zugegebenermaßen war meine Frage etwas suboptimal formuliert:

„Können wir auch am Alten Markt aussteigen?“ – „Hmmm???“ – „Unser Auto steht am Alten Markt. Können wir da raus?“ – „Nee, das geht nicht. Das Schiff fährt auf dem Wasser. „

Ich stelle mir vor, wie die Dame beim monatlichen Schiffticketverkäufer-Stammtisch erzählt: „Ihr glaubt nicht, was mir letzte Woche passiert ist…“

Zu meiner Verteidigung: Die von mir gemeinte Anlegestelle heißt „Seegarten“, obwohl dort weit und breit weder Pflanze noch Garten zu sehen ist. Wer Plattenbauten „Schloss“ und Asphaltwüsten „Garten“ nennt, darf nicht über verwirrte Touri-Fragen jammern.

Maßvolle Förde-Beförderung

20 Minuten später saßen wir auf dem Schiff (mit Tickets und auf dem Wasser). Sehr gut! Noch besser: Die Hafenrundfahrt befährt nicht den Hafen, sondern die ganz Kieler Förde. Eigentlich logisch: Wenn eine Rundfahrt in Kiel „Hafen“ heißt, kann sie mit der üblichen Vorstellung von Hafen wenig zu tun haben.

Wir genossen die Sonnenstrahlen und die unerwartete Rückkehr des Sommers. Zudem ließen wir uns von Werften, Anlagen, Schiffen und Villen am und auf dem Wasser beeindrucken.

Der menschliche „Audio Guide“ kommentierte und erklärte das Gesehene unterhaltsam, aber nicht aufdringlich – genau das richtige Maß und für uns (vor allem Luis) deutlich angenehmer als Kiel selbst.

3 x Perspektivwechsel

Wendepunkt der erfreulich exzessiven „Hafen“-Rundfahrt war Laboe, wo ich bereits eine knappe Woche zuvor war. „Damals“ kamen wir zu Fuß/Pfote aus Kalifornien an und schauten vom Hafen ins Wasser. Jetzt waren wir per Schiff aus Kiel angereist und sahen vom Wasser in den Hafen.

Zweiter Perspektivwechsel: Auf der Rückfahrt nach Kiel passierte unser Schiff unter anderem ein schmuckes kleines Restaurant neben einem schmucken kleinen Leuchtturm. „Oh wie nett“, sprach die Gattin, „da will ich hin!“

Zwei halbe Stunden Schiff- / Autofahrt später saßen wir genau dort: Im kleinen schmücken Restaurant neben dem schmücken Leuchtturm – mit Blick auf das Wasser, von dem aus wir 60 Minuten vorher auf das Restaurant neben dem Leuchtturm… usw. usf.

Perspektivwechsel Nr. 3: Nach Matjes, Flens-Wasser (!) und Espresso war die Hafenrundfahrt erneut auf Tour und schipperte direkt vor unseren Nasen und Schnauzen vorbei.

Jetzt waren wir diejenigen, die entspannt am Ufer sitzen. Und vielleicht sagte auf dem Schiff jemand genau in diesem Moment: „Oh wie nett, da will ich hin!“

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