Hoffnung in der Tube

Der Einkauf in einem Drogeriemarkt ist für mich normalerweise kein beglückendes Shopping-Erlebnis, sondern die notwendige Beschaffung von Drogerieartikeln. Doch eine kleine gelbe Tube machte gestern den Unterschied…

Denn als ich so durch den Rossmann schlenderte, passierte ich das „Probiergrößen“-Regal, das unter anderem Heimat für viele kleine Rei-in-der-Tube-Tuben ist. „Hmmm“, dachte ich, „ob der Hersteller wohl auch ein Opfer von Corona ist?“ Denn wenn weniger gereist wird, wird wohl auch weniger aus der Tube gewaschen.

Zweiter Gedanke: „Wann werde ich das nächste Mal eine Rei-in-der-Tube-Probiergrößen-Tube kaufen?“ Natürlich nicht zum Probieren, denn das Produkt hat sich bei diversen „Waschtagen“ zwischen Heimat, Lago Maggiore und Genfersee bewährt.

Sondern, weil die 30-ml-Tube genau die richtige Menge für eine Woche Fernwanderung ist – sofern man die Klamottenwahl und Waschstrategie taktisch klug kombiniert. 38 Gramm für sieben Tage Sauberkeit – das ist ein optimales Gewichts-Leistungs-Verhältnis.

Waschtag mit Ausblick (Ospizio San Gottardo)

Die letzte Rei-in-der-Tube-Tube durfte ihren Dienst 2019 zwischen Fribourg und Vevey verrichten. Die geplante 2020-Tube blieb im Rossmann-Regal, denn die geplante Via Jacobi von Vevey nach Genf fiel aus bekannten Gründen aus.

Wie wird die Fernwanderei 2021 aussehen? Das kann niemand seriös vorhersehen – und deshalb hätte es auch keinen Sinn, sich prophylaktisch mit Fernwanderwaschmittel einzudecken.

Oder doch? Ja klar! Irgendwann / irgendwo / irgendwie wird es schon wieder klappen, wir werden wieder Extremgassigänge machen können und unterwegs waschen müssen.

Deshalb steht eine kleine gelbe Tube jetzt nicht mehr bei Rossmann im Regal, sondern bei mir zuhause als Symbol der Hoffnung und der Zuversicht.

Für die einen eine merkwürdig platzierte Waschmittelprobe — für die anderen (mich) ein sehr erfreulicher Anblick und Vorfreude auf die Fortsetzung der Via Jacobi am Genfersee:

Noch erfreulicher für vermeintlich sparsame Schwaben: Es gab selten zuversichtliche Hoffnungssymbole, die einen so hohen praktischen Nutzen haben 😆.

2 Kommentare zu „Hoffnung in der Tube“

  1. Gute Idee mit dem Waschmittel. Allerdings habe ich nie welches dabei gehabt. Ich habe Seife oder Douchgel verwendet, je nachdem was grad vorhanden war. Nichts mitnehmen spart Gewicht.
    Ach du bist auch nicht sicher was im 2021 geht. Ich habe schon einen alternativen Plan falls meine Pilgerreise Arles – Punta la Reina wieder nicht machbar ist.
    Ich mache ein Trailrunning von Zürich nach Porrentruy und weiter auf dem Trans Swiss Trail #2 nach Mendrisio. So bleibe ich fit, gesund und in der Schweiz. Leute werde ich wohl eher wenig treffen und Wanderer, die gefährlich werden könnten, sind dann nie lange in meiner Nähe.
    Alles Gute und wer weiss ab wann wir wieder alle unterwegs sein werden.

  2. Trans-Swiss-Trail klingt sehr gut und speziell den Teil über den Gotthard ;-). Am besten hat mir damals die Übernachtung oben auf dem Pass gefallen. Kein Schnäppchen, aber seeeehr beeindruckend, wenn abends die ganzen Durchreisenden weg sind und man den Pass (fast) für sich alleine hat..

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