Feminines Sus scrofa domestica-Wetter

Bekanntlich gibt es bei Suchmaschinen so genannte »sponsored links«: Gegen entsprechende Bezahlung werden die Ergebnisse im Sinne des Zahlenden »optimiert« und der Benutzer — je nach Grad der Transparenz — mehr oder weniger in die Irre geführt. Weitgehend unbekannt ist jedoch das so genannte »sponsored weather«, für dessen Existenz ich täglich mehr Beweise habe.

»Morgen mäßiges, wechselhaftes, regnerisches Wetter — übermorgen Sonne satt.« So lauten die lokalen Wetterprognosen bereits seit mehreren Tagen. Dass diese Prognosen nicht unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten erstellt werden, ist offenkundig.

Meine Verschwörungstheorie erklärt das in sich stimmig: Die hiesige Wattwanderungs- und Ferienhausindustrie hat handfeste wirtschaftliche Interessen an Übermorgensonnentagsprognosen: Sie hält dem potentieller oder tatsächlichen Urlauber die Aussicht auf UV-A/-B/-C-Strahlung wie eine Karotte vor die Nase, damit er bis dahin für Auslastung der Indoor-Angebote sorgt. Dafür sind geheimnisvolle Kräfte vermutlich auch gerne bereit, Donnerwetter & Co. durch monetäre Aufmerksamkeiten zu unterstützen.

Braucht meine Verschwörungstheorie noch weitere Beweise? Kein Problem, denn den Wettersponsoren sind zwei entlarvende Fehler unterlaufen:

  1. Die von der Touri-Info Nordstrand ausgehängten »aktuellen Wetterprognosen« gelten von Mitte August bis Anfang September. Dort weiß man also, dass die Infos weder aktuell noch Prognosen sind — es ist eigentlich egal, was aushängt.
  2. Am Ende eines trüben regnerischen Tags prognostiziert die Website einer Nachbarinsel für genau diesen Tag immer noch 8 Stunden Sonne und Wärme.
    Wahrscheinlich hat der Prognosen-Manipulator nach Ende der Hochsaison ein paar Tage frei genommen (und ist in den sonnigen Süden geflogen?), weil sich der Aufwand für die wenigen Nachsaison-Urlauber nicht lohnt.
Unterwasser-Cache

Aber — ätsch! Wir als kritische und aufgeklärte Verbraucher lassen uns davon nicht einlullen und haben uns auf dieses regionaltypische Wetter vorbereitet: Bücher, Bücher, Bücher, wind- und wasserfeste Klamotten, wind- und wasserfester Hund und ein GPS-Gerät mit IPx7 nach DIN EN 60529 (»Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen«).

Daher können wir bei jedem Wetter geocachen — auch wenn Klamotten, Hund und GPS-Gerät hinterher entsprechend aussehen… Und hoffen trotzdem, dass wir das sonnige Übermorgen in den nächsten 7 Tagen doch noch erleben.

Watt für’n Dreck

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