Via Gottardo 2: Erstfeld – Wassen


Heute sollte es von „Flachland“ in die Berge gehen. Ziel war Wassen, dessen Kirchlein bei Eisenbahnfans weltweit bekannt ist. Doch zu Beginn durfte ich ein ganz anderes Phänomen kennen lernen.

Wassen das? Ich krieg ’nen Fö(h)n!

Denn morgens kurz nach 6 Uhr keinerlei Morgenfrische, sondern ein heftiger Föhnsturm: Das Tal als überdimensionierter Windkanal, der uns mit vollem Schub Heißluft entgegen blies. Eine interessante Erfahrung und Verwirrung für den Körper – eigentlich über 25°, aber gleichzeitig fast kühl durch den flotten Gegenwind…

Hoch über dem Heißluftwindkanal

Verwirrung auch bald über die Strecke: GPS-Track lt. wanderland.ch passt nicht zu den Wegweisern in der Realität. Nach einigem Hin und Her folge ich der GPS-Spur, die mich auf den Talhang hinauf scheucht. War das wirklich eine gute Idee?

Ja, war es, denn es verschaffte uns eine unerwartete Begegnung. Zwei Tage zuvor hatte ich mit der Servicdame über Luis und seine Artgenossen smallgetalkt. Und jetzt traf ich genau diese Dame mit ihrem Odin beim Morgengassigang – mehrere Kilometer vom Restaurant entfernt.

Weiterer Nutzen der Höhenmeter: Es war deutlich kühler als im Windkanal am Talgrund; außerdem waren Autobahn & Co  weit weg…

In leichtem Auf und Ab bewegten wir uns auf der schattigen Seite des Tals südwärts. Hinter Amsteg trafen dann ein knackiger Anstieg und die ersten Sonnenstrahlen zusammen – jetzt (zum Glück erst jetzt) hatte sich die Sonne über die östlichen Bergkuppen gekämpft.

Trotzdem: Es blieb noch erträglich, für Abwechslung sorgten Ausblicke auf die aufwändigen Bauwerke von Autobahn und Eisenbahn, ein Fußgängertunnel (mit Lichtschalter!) und eine Hängebrücke, auf der wir über die wild rauschende Reuss schwankten.

Heiße Umleitungen und willkommene Abkühlungen

Ab dort wurde es happig: Die offizielle Strecke war wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Umleitung war perfekt ausgeschildert, aber sehr anstrengend und auf der „falschen“ = sonnigen Seite.

In Gurtnellen hätte ich gerne gegessen, sich das einzig offene Lokal „war noch nicht parat“. Zum Glück durfte ich einen Liter Mineralwasser hinabstürzen, um mich für den Endspurt nach Wassen herunter zu kühlen.

Die Kühlwirkung ließ durch viele Höhenmeter in praller Sonne schnell nach; immerhin konnten wir einen ersten Blick auf die berühmte Wassener Kirche erhaschen.

Kurz hinter dem Pfaffensprung legten wir an einer schattigen Furt eine letzte Pause ein, die Luis zur Ganzkörperkühlung nutzte.

Vom Tagesziel trennte uns „nur noch“ ein letzter steiler Aufstieg – und dann war ich da: In der legendären Wassenkirche. Die Zeit bis zur Abfahrt des Busses konnte ich für ein – sehr verdientes – Hopfengetränk nutzen, bevor es wieder zum Erstfelder „Basislager“ ging.

​Und morgen?

Das Erstfelder Basislager werde ich morgen verlassen. Mit vollem Gepäck erst per Bus wieder nach Wassen, dan per pedes/pfotes über Göschenen nach Andermatt. Die Strecke ist — laut Plan — erfreulich kurz und spektakulär und das Wetter – laut Prognose – deutlich kühler. Gut so!

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