Via Jacobi mit Hund 2019-8: Schwarzenburg – Fribourg

Die letzte Etappe unseres Extremgassigangs 2019: Nach 8 Tagen und ca. 180 bis 190 km haben wir unser Ziel Fribourg erreicht. Damit ist nicht nur Schluss, sondern auch Fin (für dieses Mal).

Bevor wir uns auf den Jakobsweg stürzten, musste meine Neugier gestillt werden: Vom Zimmer aus konnte ich einen schwarz gedeckten Turm erspähen, den ich eher im Erzgebirge als in der Schweiz verortet hätte.

Des Rätsels Lösung: Eine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, deren Turm für die Feuerwache genutzt wurde.

Auf römischen Wegen nach Frankophonien

Nachdem ich das jetzt wusste, konnte es ja losgehen. Unterwegs die ersten Anzeichen, dass wir uns dem französischen Sprachgebiet nähern – und eine kühle Passage hin ins Tal auf sehr historischen Wegen: Hier war wohl eine gut ausgebaute römische Verkehrsachse, deren technischer Aufwand sich heute noch erahnen lässt.

Etwas später, auf der anderen Flussseite wartete bereits das erste Restaurant. Leider waren wir noch keine Stunde unterwegs und 10:00 wäre fürs Mittagessen deutlich zu früh gewesen. Statt Kalorien gab es Höhenmeter: Sehr steil (und damit sehr schnell) arbeiteten wir uns aus dem Tal heraus.

Überraschendes Souvenir und: Nous sommes FR !

Oben eine kleine Kapelle, in der ein Jakobus über die Vorbeikommenden wacht. Nun ja, nicht wirklich überraschend direkt am Jakobsweg. Aber ein kleines Detail hat mich doch sehr erstaunt (und daran erinnert, dass es morgen wieder nach Hause geht…).

Spätestens am Ortsschild Heitenried war klar: Wir sind im Kanton FR(ibourg). Ohne nennenswerte „Zwischenfälle“ und Anstrengungen gingen wir St. Antoni entgegen.

Barockes Panache in St. Antoni

Auffällig war die höhere Dichte an Kapellen, Wegkreuzen und dergleichen: Wir waren jetzt eindeutig in katholischen Gefilden unterwegs. Entsprechend nahmen auch die Panache-Kübel barocke Formen an ;-). Denn zu meiner großen Freude war in St. Antoni – am Montag! – ein Restaurant offen und hatte ein Herz für hungrige Wanderer. Das Tagesmenü war mir zu anstrengend, deshalb wurden flix Alternativen gezaubert: Einmal Thunfisch (heute ohne Thunersee) und ein wundersamer Poulet-Curry-Toast.

Am Ortsausgang wartete die romanische Kirche auf Besuch (und Luis auf das Ende desselben). Alte und neue Pilgerspuren begleiteten uns ins Tal, dort ging es etwa eineinhalb Kilometer an einem Bachlauf entlang.

Wobei „Lauf“ nicht ganz stimmt: Scharfzähnige Flusslandschaftsarchitekten haben hier ganze Arbeit geleistet und einen ewig langen, schmalen Stausee generiert haben.

Tafers: Historischer Hotspot der Jakobspilgerei

Nach dem Bachlauf mit Bibern verlief unser Weg einer Straße (ohne Biber, aber mit viel Verkehr). Nicht schön, aber schnell trudelten wir deshalb in Tafers ein, was schon „seit immer“ eine Durchgangsstation der Jakobspilger ist. Daher auch eine ihm gewidmet Kapelle, die der aufmerksame Wegpflasterungsbeobachter nicht übersehen kann.

Das Ein-Stunden-Märchen von Fribourg

Noch schnell einen Blick in die Hauptkirche geworfen und kurz vor derselben innegehalten. Denn in einer Stunde und fünf Minuten, so versprach es der Wegweiser, würden wir in Freiburg aka Fribourg ankommen. Großartig!

Das motivierte uns, zum Schluss noch einen Zahn zuzulegen. Kalkül: Je schneller wir marschieren, desto früher stehen wir unter Dusche (oder können endlich schlafen).

Nach einer halben Stunde Eilmarsch:

In den nächsten 20 Minuten:

Was heißt eigentlich WTF auf Französisch?! Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich eigentlich schon im Hotel (und Luis im Tiefschlaf) sein sollte, eilten wir durch laute Vorstadtstraßen und versiffte Unterführungen…

Aber bitte mit Saane: Die letzten (Höhen-) Meter nach Fribourg

Dann konnten wir – endlich – unser Ziel erreichen sehen: Fribourg, nous sommes arrivés!

Bis wir wirklich da waren, mussten wir aber erst ganz hinabsteigen an die Saane und durch die alten Gassen auf der anderen Seite wieder hinauf. Natürlich hätten wir auch den einfacheren Weg über die höher gelegene Brücke nehmen können, aber jetzt war es eh egal.

Über eine Stunde später als erwartet waren wir dann doch noch angekommen – und unsere Via Jacobi 2019 zu Ende.

Ausblick auf morgen

Wir werden versuchen, eine Fahrkarte für mich und Hund zu kaufen, damit wir wieder nach Hause fahren können.

Das wollte ich eigentlich schon heute auf dem Abendgassigang miterledigen, aber nach 10 Minuten ergebnislosem Schlangestehen und ca. 10 Personen vor mir entschied ich mich für eine alternative Art der Abendgestaltung.

3 Kommentare zu „Via Jacobi mit Hund 2019-8: Schwarzenburg – Fribourg“

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