Husten, wir haben ein Problem


Es herbstelt, es nebelt, es fröstelt, es nieselt — ideales Wetter für eine kleine, schnuckelige Erkältung. Diese Gelegenheit ließ sich Luis nicht entgehen. Damit war nicht nur der »Patient« beeinträchtigt, sondern auch die Freizeitgestaltung der Zweibeiner.

Bekanntermaßen sind Erkältungen bei Männern besonders dramatisch — das gilt offensichtlich auch für Luis. Die Symptome waren spektakulär, doch eine eilige Recherche bei Google & Co. sowie ein Veterinärbesuch gaben Entwarnung: Ein banaler »Hundehusten«, der hoch ansteckend ist und sich zur Zeit großer Verbreitung erfreut.

Deshalb wurde Luis für zwei Wochen »krankgeschrieben« und darf die Hundeschule schwänzen. Außerdem wurde »Bettruhe« verordnet, was in Canidenkreisen den Verzicht auf exzessive Herumtollereien bedeutet und die Gassirunden auf das verdauungsmäßig Notwendige beschränkt. Luis zeigte deutlich, dass er diese Therapie tatsächlich braucht: Sein Schlaf- und Dös-Bedarf nahm deutlich zu (und liegt — grob geschätzt — bei ca. 26 Std/Tag).

Die Rüden-Runden-Raduis-Reduzierung hatte ganz kurz auch für die Zweibeiner ihren Charme: Die Enttäuschung hält sich in Grenzen, bei herbstelnden nebelnden fröstelnden nieselnden Schmuddelwetter nur eine halbe Stunde spazieren zu dürfen. Doch der Charme währte nur kurz: Jeder Luis-lose Gang schien plötzlich sinnbefreit. Zur Post — nur im einen Brief einzuwerfen? Zur Bank — ausschließlich um Geld abzuheben? Geocaching — nur um im Wald nach einer Plastikdose zu suche? Nein.

»Nein« wäre auch die Antwort auf die Frage, ob wir das phantastische Wochenendwetter genutzt haben. Keine herbstlich-farbenfrohen Waldbesuche, keine sonnigen Wandertouren, keine Schönwetter-Dosensuche. Schade eigentlich. Doch wenigstens die Wohung profitierte: Den fremd- (Luis-) verschuldeten Hausarrest nutzen die Zweibeiner, um die Küchen- und Geschirrschränke auszumisten und umzuräumen (im Manager-Sprech:  für eine logistische Umstrukturierung im Lebensmittelbereich zur Minimierung von Lagerbeständen, Beschleunigung des Warenflusses und Optimierung von Herstellungsprozessen).

Allmählich optimierte sich auch der Hundegenesungsprozess: Die dramatischen Symptome sind undramatisch, der Schlaf- und Dös-Bedarf hat sich deutlich auf 24½ Stunden reduziert, die Gassirunden werden wieder länger. Vorsichtig konnten wir die erste Feierabend-Gassicaching-Runde in herbstlicher Abendlandschaft absolvieren, die Luis voller Elan absolvierte.

Husten, wir haben ein Problem gehabt. Und jetzt optimierte Küchenschränke.

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