Archiv der Kategorie: Luis

8. Januar

Ein kleiner Stimmungsaufheller bei der Rückschau auf Gigabyte haariger Fotos: Der erste Blogbeitrag nach Luis‘ Einzug (» Der Hund darf nicht aufs Sofa) am 5. Februar 2020 war mit diesem Bilddokument illustriert…

… knapp 15 Jahre später hatten sich Halsband und Sofa etwas geändert, die relaxte Grundeinstellung blieb aber bis ins hohe Alter beneidenswert unverändert:

Was zeigt uns das? Der »sehr lebhafte Luis« (Zitat Tierheim) machte a) alles mit und b) alles richtig — er war von Tag 1 bis Tag X der unkomplizierte und entspannte Schlawiner, als den wir ihn immer in Erinnerung behalten werden.

Bali(ngen) 2024

Merke: OpenAI kennt keine Maultaschen.

Wir engagieren uns für 2 Wochen bei einem Tierschutzprojekt, werden in Bali Nguën auf respektvoller Augenhöhe mit der lokalen Bevölkerung leben und nachhaltige Mikroabenteuer organisieren.

So oder so ähnlich könnte ChatGPT den Prompt beantworten, wie ein schein-hipper Influbenzer folgendes Szenario werbewirksam hochschwurbeln würde….:

Mit 15 1/2 Jahren auf dem Buckel und ca. einer Erdumrundung in den vier Beinen lässt Luis‘ Begeisterung für fremde und unnötig lange Gassirunden etwas nach.

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Körbchen liegt so nah.

Deshalb passen wir unsere Urlaubspläne heuer an seine Präferenzen an und bleiben da, wo es dem alten weißen Mann schwarzen Hund am besten geht: Zuhause.

#Basketation für altersweise Hunde (Symbolbild)

Immerhin bleiben uns zwischen den Gassigängen noch hinreichend lange Slots für kurze Tagesausflüge, um heimatnahe Kleinode und Kulinarik zu erkunden – quasi als Touristensimulant im eigenen Habitat.

„Macht Ihr doch, mir doch egal“, denkt sich Luis und erfreut sich der von ihm erfundenen #Basketation.

Frankreich isst Käse (Tag 7)

Beim frühen Gassigehen gab sich Livarot alle Mühe, uns zum Bleiben zu überreden – und hatte (leider) keine Chance.

Daher ein allerletzter Gang in den Jardin Public. Obwohl Luis wegen des frühen Aufstehens nur mäßig begeistert war, machte er relativ zügig, was ein Hund morgens tun muss. (Sonst lässt er sich besonders viel Zeit, wenn man keine hat.)

Vor halb acht ließen wird das Schild Livarot hinter uns, kurz vor neun waren wir auf der gähnend leeren Autobahn, wo ich auf 50 km gerade mal 4 LKW und 2 PKW zählen durfte.

Damit es nicht zu langweilig wird, habe ich mich für den Weg via Paris entschieden: Lt. Google war noch alles grün und die Alternative über Amiens wäre zu eintönig geworden.

So konnte ich nach guten zwei Stunden einen Blick auf das obere Drittel des Eiffelturms erhaschen, einen fernen Blick auf La Défense werfen und mich auf der Péripherique durchs Getümmel schlängeln. Das war deutlich entspannter als früher: Komplett auf 70 limitiert und alle halten sich dran…

Die Champagne und Verdun waren kurz nach Mittag passiert. Eigentlich wären hier meine potentiellen Zwischenübernachtungen gewesen, aber wozu? Es lief gut, ich war fit und Luis im Tiefschlaf. Wäre es umgekehrt gewesen, hätte ich wohl anders entschieden.

15:00 überquerte wir den Rhein und wunderten uns spätestens auf der A5 über das merkwürdige Verhältnis meiner Landsleute zu mobilem Blech. Das Land der Dichter und Denker? Nö – die einen denken nicht, die anderen sind nicht ganz dicht…

Mir doch egal, mit französischer Fraternité und Égalité rollten wir entspannt über A8 und A81 gen Heimat (und Gattin). Kurz nach 17:00 waren wie a la maison. Und gleich wieder draußen, damit Luis machen konnte, was Hunde am frühen Abend tun müssen. Und er beeilte sich mehr als am Morgen (vermutlich wissend, dass er umso schneller ins heimische Körbchen kommt.)

Schnell noch 6 Camembert, 1 Pont l`Eveque und einen Livarot in den Kühlschrank verräumt…

…. dann war auch für mich: Feierabend.

Den begoss ich mit einem*r Blonden aus Livarots Mikrobrauerei. Wie ich seit heute weiß, wurde diese vom Vermieter „meines“ Häuschens mitgegründet (folglich hatte ich gestern unwissentlich kein Bier, sondern ein Souvenir für meine Unterkunft gekauft) . Einmal mehr ein Beweis, dass alles mit allem zusammen hängt… Oder: Le fromage provides 😃

Frankreich isst Käse (Tag 6)

Am sechsten Tag der Reise und dem fünften in Livarot stellt sich Routine ein: Wie (fast) immer morgens bewölkt und wie (wirklich) immer ein früher Gassigang in den Jardin Public des früheren Käsekönigs Bisson. Heute entdeckte Anokdote: Der Mann hat doch tatsächlich eine Marguerite Fromage geheiratet. Tja, wo der Käse hinfällt 😃

Weitere Routine: Ich hoffe auf Nicht-Sonne, damit ich endlich die hiesige Käserei besuchen kann – wenn nicht heute, dann war’s das. Vorher aber schnell noch einen letzten Einkauf im Intermarché und dessen Tankstelle, um Reiseproviant für mich und Auto zu bunkern. Und um heute meine strikte Baguette-und-Käse-Diät zu beenden.

Danach zu meiner Freude immer noch bewölkt, also endlich in die Käserei Grindorge. Wobei: Eigentlich ist das eine Käsefabrik mit riesigen Produktionshallen und normandiemäßig gestylte Anbauten, in denen die busweise herangekarrten Touristen bespaßt werden.

Drinnen ein multimedialer Rundgang, wo man Maschinen, Insustrierobotern und auch ein paar Menschen bei der Arbeit zusehen kann. Ich fühlte mich etwas unwohl und wie im Menschenzoo… 

Aber laut Google-Rezensionen gefällt den meisten Besuchern die „Käse-Manufaktur“ (in der ein Roboter die Käseharfe schwingt). Da hat sich das Marketing ja gelohnt (und ich bin froh, in Camembert bei echtem Handwerk gewesen zu sein).

Das Disneyland unter den Fromagerien setzte sich im so genannten Käseladen fort: Ein Normandie-,  Frankreich und D-Day-Souvenirshop, in dem sogar etwas Käse verkauft wurde. Sei’s drum – auch dieses Erlebnis war „interessant“ und ist halt auch ein Beispiel für die Lebensmittelbranche. Und kaum war ich draußen, war auch die Sonne wieder da.

Was stand sonst auf der Tagesordnung? Rien, denn morgen wartet (leider) schon der anstrengende Ritt durch Frankreich und nachhause auf uns. Zur Vorbereitung der Kost-Umstellung  zelebrierte ich das Käse-Fastenbrechen ganz bescheiden mit etwas Meeresgetier.

Der nachfolgende Gassigang wurde zur Abschiedsrunde und Gedenkminute im Jardin Public.

Verbunden mit einem kleinen Abstecher in die Mikrobrauerei, an der ich in den letzten Tagen ca. 20 bin 25 Mal vorbeigelatscht bin. Die befindet sich im Gebäude der früheren Käserei, die Livarots Ruhm begründet hat. Es hängt auch hier alles mit allem zusammen.

Et maitenant? Auto ist betankt, Koffer + Taschen weitgehend gepackt. Noch zweimal luisversäubern und dann geht’s retour a la maison. Quelle dommage !

Frankreich isst Käse (Tag 5)

Heute stand eine Fahrt an die Küste auf dem Plan. Wenn man als Landei mal nur 50 km südlich wohnt, muss man das ausnutzen. Auch wenn der Morgengassigang so aussah:

Mir doch egal, bei Sonne kann jeder ans Meer und als Hundebesitzer ist „Wetter“ ohnehin kein relevanter Parameter. Außerdem kann ich dann endlich wieder in einen Supermarkt einkaufen (während Luis im kühlen Auto parkt).

In einer riesigen Carrefour fand ich witzigerweise einen Livarot aus Livarot, der noch witzigerweise das Anwesen zeigt, in dem ich mehrmals täglich spazieren zu gehen pflege.

Ich würde zwar nachmittags – trübem Wetter sei Dank – endlich die Käserei besichtigen, aber vorsichtshalber habe ich trotzdem gekauft. Die restliche Ausbeute war übersichtlich, also bald weiter nach Deauville. Das hatte ich ausgesucht, weil es von Livarot der erstbeste Ort am Meer ist.

Der/das Erste ist nicht immer das Beste: Zu abgezockt (Casino), zu betoniert – und jeder Blick aufs Wasser kostet (Parkgebühren). Das war zuviel Bohei und zu wenig Schönes für zwei ältere Herren, die das betuliche Livarot gewohnt sind. Also lust- und ziellos durch- und weitergefahren…

… um nur ein Örtchen weiter (Villers-sur-mer) einen herrlichen Blick auf einen herrlichen Sandstrand mit einem herrlichen Parkplatz zu haben. Da zahlt man doch gerne. Darf aber nicht, weil:

Es hat Vorteile, weit außerhalb der Saison zu reisen. Auch deshalb:

So ging es ab in den Sand, mit Hund und guter Laune und Sonne! Was für ein gutes Timing bzw. Glück, dass ich im Carrefour so lange herumgetrödelt hatte.

Kilometerlanger Strand, fast für uns alleine – wenn man von einer handvoll entspannter Spaziergänger, zwei Dutzend gelangweilter Möwen und einem Bird of Color absieht.

Als Sahnehäubchen für geographisch Interessierte durften wir uns noch in zwei Erdhälften aufteilen:

….

Zurück in Livarot wurde es mit der Käserei wieder nichts: Die Sonne verrichtete eifriger denn je ihr Tagewerk. Gut, dass ich schon im Supermarkt zugegriffen habe.

Für das notwendige Baguette gab’s noch einen kurzen Abstecher in die Boulangerie, bei der es für jedes Baguette noch 3 Tartes gratis gibt (wenn man 8 € zuzahlt):

Durch eine Reihe glücklicher Zufälle (?) wieder ein rundum gelungener Tag. „El camino provides“ hätte ich das früher zusammen gefasst. Gilt offenbar auch, wenn man meilenweit vom Jakobsweg entfernt und nicht mal zu Fuß unterwegs is(s)t.

Frankreich isst Käse (Tag 1)

„Früher“ gab es jedes Jahr im März eine Extrem-Gassi-Woche mit Hund. Dass „heute“ keine 100+ Kilometer mehr drin sind, war klar. Nicht klar war, ob es dieses Jahr überhaupt noch eine Woche mit Luis gäbe.

Und doch bin ich wieder im traditionellen Märzen-Urlaub mit Hund. Extrem ist jetzt allerdings nicht die Länge der Gassigänge, sondern die Länge der Anreise.

Denn: Dem Hund ist’s egal, wo er spazieren geführt wird – Hauptsache oft, nicht weit und dazwischen im Korb liegen dürfen. Ebenso egal ist, ob der Korb im heimischen Wohnzimmer liegt oder sich in Herrchens Auto bewegt.

Tja, an dem neuen Szenario lässt sich zwar nichts ändern, aber das Beste daraus machen. Und das war in dem Fall, einen alten und absurden Urlaubswunsch des Zweibeiners zu erfüllen, denn die beste Ehefrau von allen (aus gutem Grund) nicht mitmacht.

Das genaue Ziel will ich noch nicht verraten, nur so viel: Es ist die logische Fortsetzung einer Serie, die „zufällig“ vor Jahren in Roquefort begann, zu einer sehr inoffiziellen Jakobswegvariante über Gruyere „gezwungen“ hat und mich letztes Jahr ins Elsässische Münstertal getrieben hat.

Heute haben wir gut die Hälfte der Anreise geschafft – mit thematisch passendem Zwischenstopp und „Versäuberungsgang“ in Époisses.

Leider war die dortige Käserei (und auch sonst alles) fermé. Aber immerhin war der Schlossgarten begehbar einschließlich dessen Taubenturm. Auf gewisse Art war Luis dort nicht völlig fehl am Platz.

Und jetzt warten wir ici in Venoy (bei Auxerre) auf den nächsten Morgen, um Teil 2 der Anreise zu absolvieren.

Hohenzollernrunde

Kleiner Schritt für die Menschheit, großer Schritt für einen Mensch mit Hund: Eine kleine Gassirunde rund um die Burg Hohenzollern.

Die Strecke als solche ist eigentlich keine Herausforderung, sondern eine attraktive und aussichtsreiche Alternative zu den üblichen Gassistrecken.

Gleichwohl war es für mich Highlight des bisherigen Jahres: Vor 3, 2, 1 Woche(n) schien so ein Gassigang utopisch. Freude herrscht!

Happy Birthday XV!

»Noch bewusster auf positive Momente zu achten« hatte ich mir für 2024 ins Pflichtenheft geschrieben (»Jahresrückblick 2023«).

Also gut, fangen wir damit an: Luis durfte gestern seinen 15. Geburtstag erleben — und nach den letzten Wochen ist das alles andere als »Kleinkram«.

Traditionell durfte er sich über eine zielgruppengerechte Darstellung seines Alters freuen. Erfahrungsgemäß eignen sich römische Ziffern dafür am besten — optimierbar nur noch durch stilgerechte Verwendung von Salsicce statt Saiten:

Gleichwohl war Luis etwas enttäuscht, hatte er doch speziell zu diesem Geburtstag auf eine Darstellung im binären Zahlensystem gehofft.

Die jahrelange Homeoffice-Tätigkeit im IT-Wesen ist offensichtlich nicht spurlos an ihm vorübergegangen.