Via Jacobi mit Hund 3: Fischingen — Jona 


Um 6 Uhr erinnerte uns das sonore Läuten der Klosterkirche, dass wir heute bald raus wollten. Der erste Weg führte uns in die Chäsegge, wo die Auswahl trotz des riesigen Käsesortiments leicht fiel: Mit Pilger- und Hörnlikäse konnten wir heute nichts falsch machen…

Die ersten zwei Stunden hatten es dann  in sich: Es ging hoch, höher und noch höher. Besonders eine ellenlange Treppe trieb mir trotz der Frühmorgenkühle den Schweiß auf die Stirn (während Luis bergziegengleich locker von Stufe zu Stufe hüpfte).

 

Punkt 10 Uhr waren wir dann oben und konnten neben der grandiosen Aussicht unser thematisch passendes Frühstück genießen.

 

Das Berggasthaus hatte leider geschlossen, aber die Webcam war „geöffnet“:

Nach der langen Pause ging es steil abwärts nach Steg; deutlich schneller, aber kaum weniger anstrengend.

 

Wir befanden uns jetzt im Kanton Zürich, was sich deutlich am Jakobsweg bemerkbar machte: Erstens war die Signalisation deutlich „zurückhaltender“. Zum zweiten war der Jakobsweg profan als Wanderweg Nummer 4 ausgewiesen und stellte drittens unsere Geduld auf die Probe: Kilometer über Kilometer parallel direkt neben der viel befahrenen Hauptstraße.


Meine Übernachtung-mit-Hund-Recherchen haben ergeben: Je Rapperswil, desto teuer. Außerdem forderten die Höhenmeter vom Anfang des Tages ihren Tribut; deshalb war „taktisches“ Wandern angesagt. Kurzerhand bezogen wir ein Zimmer in Gibswil, stellten unser Gepäck ab und setzten erleichtert und befreit die Tagesetappe fort.

Genau die richtige Entscheidung, denn kurz nach Gibswil ging es wieder steil bergauf, was uns mit X Kilo Rucksack Gewicht mit Sicherheit an unsere Grenzen gebracht hätte.

Nun ja: Der Rest des Weges war nicht übertrieben abwechslungsreich; immerhin erfreute uns ein erster Blick auf den Zürichsee und die noch winterlich verschneiten Alpen.

 

Für Spannung sorgte unser Plan, Jona zu erreichen und mit dem Zug wieder zurück nach Gibswil zu fahren. Spannend, weil es die Chance nur einmal pro Stunde gibt. In einem sportlichen Eilmarsch erreichten wir rechtzeitig für den Zug um 17 Uhr 2 Uhr den Bahnhof Jona. Puh!

Am Ende des Tages – wie man so schön sagt – standen 31 km auf den Zähler. Komisch, denn nach 31 km hätten wir schon in Rapperswil sein müssen. Egal: Zurück mit der zuverlässigen SBB nach Gibswil, wo wir uns mit einem Tessiner Abendessen auf den nächsten Urlaub vorbereiten konnten ;-).

Zahlen, Daten, Fakten

  • Tagesbilanz: 30,9 Kilometer, 1181 Höhenmeter, 9 Stunden
  • Seit Konstanz: 76,1 Kilometer, 2554 Höhenmeter, 21,1 Stunden

Highlights

  1. Znüni um 10:00 auf dem Hörnli
  2. Blitzsauberes öffentliches WC „in the middle of nowhere“ (am Abstieg vom Hörnli nach Steg)
  3. „Wandern ohne Gepäck“ durch taktisch kluge Übernachtungswahl
  4. Alpenblick mit Schnee

Ausblick für morgen

Mit dem Zug werden wir nach Jona fahren und bei Rapperswil über den Zürichsee gehen ;-). Danach erwartet uns der Etzelpass und der Endspurt nach Einsiedeln. Theoretisch könnten wir die Variante über das Stöcklichrüz wählen, praktisch bezweifle ich, ob wir uns die zusätzlichen Höhenmeter nach dem heutigen Tag geben werden wollen.

2 Kommentare zu “Via Jacobi mit Hund 3: Fischingen — Jona ”

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