Via Jacobi 2022: Anreise / Versoix — Genthod (mit Hund)

Die Anreise verlief erfreulich unspektakulär und ohne unangenehme Überraschungen. Danach brauchten Hund und Mensch etwas Bewegung — und hatten dann eine umso erfreulichere Überraschung.

Durch meine Wahl des Verkehrsmittels war der Start in die Schweiz diesmal einfach:

  1. Einsteigen.
  2. „Versoix“ + „Route de Suisse“ ins Navi eingeben.
  3. Los fahren.
  4. Obligatorischer Zwischenstopp an der Raststätte „Hegau“ inklusive Franken- und Vignettenkauf.
  5. Am Tankstellengeheimtipp vor Hilzingen zum ersten Mal seit Februar für < 2 € tanken.

Erstaunlich, wie viele Menschen von Winterthur um Zürich herum bis Bern unterwegs waren — und das hellen Sonntag morgen. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es dort montagmorgens aussehen würde. Aber es lief gut!

Im Kanton Solothurn konnte ich ein Wunderwerk eidgenössischer Strassenbautechnik bewundern und er-fahren: Die mittlerweile berühmt-berüchtigte » Astra Bridge. Gut, dass ich davon schon vorher gelesen hatte — sonst hätte ich mich doch sehr gewundert, was dort für eine merkwürdige Konstruktion mitten auf der Autobahn steht. Und warum sie von so vielen Fahrern genutzt wird, die keinen Astra fahren…

Sonst keine besonderen Vorkommnisse: Keine verspätete Bereitstellung, kein Oberleitungsschaden, keine Weichenstörung, alle Türen funktionieren, alle Anschlussautobahnen wurden planmäßig erreicht. Einziger Nachteil gegenüber dem Zugfahren: Der Toilettengang während der Fahrt gestaltet sich schwierig, deshalb brauchte es noch einen kurzer Boxenstopp vor dem Genfersee.

Kurz nach Mittag waren wir in Versoix und konnten direkt einchecken. Die Wahl der Übernachtung (bzw. für Luis: des Fressnapfs) war goldrichtig: Seeblick, Bahnhof zwei Minuten entfernt, COOP zwei Stockwerke unter meinem Zimmer — perfekt für einen älteren, verwöhnten Wanderer (und sein Herrchen).

Schnell hatte ich ausgepackt und mich häuslich eingerichtet: Obwohl ich wenn ich dieses Mal verschwenderisch viel Gepäck mitnehmen konnte, habe ich aus Tradition die bewährte Verpackungen verwendet, um eine echte Streckenwanderung zu simulieren. Mein Beauty Case beispielweise kommt auch 2022 aus dem Hause Toppits;-).

Jetzt war ein kleiner Nachmittagsspaziergang angeraten, um die Knochen zu bewegen. Vor allem Luis hatte es dringend nötig, hatte er doch von Zuhause bis Versoix durchgepennt. Mit Ausnahme des Gerumpels auf der Astra Bridge…

Kurz hinter dem Bahnhof (also ca. 3 Minuten vom Hotel entfernt) versprach der » Wanderweg Au fil de la Versoix ein paar schattige und kühle Kilometer, die wir dann auch freudig nutzten. Noch größer war die Freude, als wir einen alten Bekannte wieder trafen, den seine Freunde „3“ nennen dürfen: Der » Alpenpanorama-Weg war hier mit seiner 29. Etappe unterwegs.

Wir begleiteten ihn ein wenig — weiter durch schattigen Wald, dann übers weniger schattige Feld Richtung Genthod. Spätestens hier fällt die die „verkehrsgünstige Lage“ auf, die für Planespotter ein wahres Paradies sein muss.

Bei einer Pause auf einer klug platzierten Bank konnten in der Ferne mühelos den » Jet d’eau in Genf erkennen. Und wir erkannten noch jemand, ganz in der Nähe: Zu unserer großen Freude und ohne es zu merken waren wir auf der » vorletzten Etappe der Via Jacobi gelandet.

So ein Zufall aber auch! Nach dem Eh-da-Prinzip nutzen wir die Chance und gingen ins „Ortszentrum“ und weiter zum Bahnhof Genthof-Bellevue. Zurück nach Versoix wäre es gleich weit gewesen und so konnten wir „aus Versehen“ die Hälfte unserer Freitagsetappe zurückgelegen.

Außerdem: Ich wollte persönlich sehen, was uns (wenn man das „h“ aus dem Ortsnamen weglässt) lt. führender Telegram-Wissenschaftler und Geheimplankennenden spätestens letzten Spätherbst hätte ereilt haben müssen.

Nun ja: Ein kleine Bahnhaltestelle ohne Selecta-Automat und ein Zug mit einer halben Minute Verspätung. Schon dramatisch, aber ich habe es mir noch schlimmer vorgestellt ;-).

Rest des Tages: Im Zimmer herumlungern, Aussicht genießen, dösen, Aussicht genießen, Microlino am Bahnhof besuchen (ca. 1 1/2 Minuten vom Zimmer entfernt…), Cookies und Morrettis als Znacht verspeisen, durch 150 merkwürdige TV-Sender zappen, kurzer Abendgassigang mit Unterbodenbeleuchtung, schlafen.

Bonne nuit!

Ein mäßig hartes Schicksal….

3 Kommentare zu „Via Jacobi 2022: Anreise / Versoix — Genthod (mit Hund)“

  1. Schön geschriebener Bericht. Das ist auch mein Camino Kulturbeutel. Als ich in Versoix ankam, donnerten dauernd Flugzeuge im Landeanflug über mir und es fing wieder einmal an zu regnen. Dem gerade einfahrenden Zug nach Genf konnte ich nicht widerstehen 😉.

    1. So ging es mir gerade in Nyon: Mit dem Schiff angekommen und pünktlich fing es an zu regnen. Außerdem war der Hund heute sehr unmotiviert und hat mich zielstrebig zum Bahnhof gezerrt. Er kannte den Weg durch das Gassengewirr wohl noch vom letzten Sommer 😆

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