Archiv der Kategorie: Urlaub

Bali(ngen) 2024: Tubinga

Nach dem üblichen, heute sehr ausgiebigen Morgengassigang…

… gönnten wir uns einen (fast schon üblichen) Morgenshoppinggang:

  • Dem Schmuckatelier Leepr vertrauten wir insgesamt 44 ringförmige Jahre für individuelles Customizing und Refurbishment an
  • Im Negozio pazzo durfte ich interessante Thesen zu Wahrscheinlichkeitsrechnung kennen lernen
  • Bei diversen Pasticciere quälte uns die Wahl der Kuchenwahl…

… denn zum späten Frühstück erwarte uns die Caffetteria & Bar Mulino in der Località Phulmine. Leider waren die Kuchen zu gut, um so sie schnell genug ablichten zu können…

Praktischerweise liegt auf dem Heimweg das schöne Städtchen Tubinga, das durch ein antikes Stadtbild und allerlei interessanten Einzelhandel bezaubert.

Mein Interesse galt allerdings vor allem dem Lebensmitteleinzelhandel: 

  • Tartes Cézanne: Ein kulinarischer Reminder an die März-Reise nach Livarot mit einer großen Auswahl an Tartes, Käse, Cidre und Jahrggangssardinen
  • La Latteria: Eine Mozarellamanofaktur (!), die 3 x  wöchentlich frischen Käse verkauft (es sei denn bei der Produktion läuft etwas schief (Pech für uns (aber gutes Indiz, dass der Mozzarella wirklich hand- und frischgemacht gewesen wäre))). Alternativ: weißer (!!) Gorgonzola und einige andere hausgemachte (!!!) Käse.
  • Asien-Haus: Allerlei Leckeres aus dem Fernen Osten, unter anderem diverse Mondkuchen sowie viele verschiedene gefüllte Teigtaschen, die jetzt in unseren TK-Fächern wohnen.
  • Frischtor Feinkost Tübingen: Geografisch eher Naher Osten mit sehr viel frischem Obst und Gemüse.

Reichlich beschert beshoppt konnten wir uns heute weitere Restorante etc. sparen und uns auf ein globales Spuntino a casa freuen.

Luigi auch.

Bali(ngen) 2024: Cosi E La Anatra Tigre

Wer braucht die Galleria degli Uffizi di Firenze oder die Galleria dell’Accademia di Venezia, wenn er/sie/fußläufig zur Galleria dell’Anatra Tigre spazieren kann?

Doch erst kommt das Fressen, dann die Moral Kultur. Deshalb ging unser erster Weg in die Trattoria Così è la Vita zu Füßen jenes Domes, der immer noch ein echter Geheimtipp unter den Sakralbaubegeisterten ist.

Stylische Einrichtung, phantastische Burrata-Bowl, dampfende Pasta, interessanter Service, verschollener Espresso doppio – damit waren (fast) perfekt gerüstet für die geistige Nahrung.

„Aus Gründen“ zeigen wir keines der ausgestellten Werke. Wer sie sehen möchte, möge sich selbst in die Kunstschau Janosch Bali(ngen) bemühen. Es lohnt sich!

Alternative kann der/die Kunstinteressierte der Galleria AM Ventidue einen Besuch abstatten, deren Galerist unlängst den Erwerb eines Werkes desselben Künstlers bekannt gegeben hat und die erlesene Sammlung mit diesem Coup um ein weiteres Highlight bereichert.

Bali(ngen) 2024: Pflanzen, Wellness & Wetter

Gestern war der mutmaßlich letzte Sommertag, heute konnten wir meteorologische Flexibilität beweisen.

Vorsichtshalber starteten wir in einem botanischen Indoor-Garten, der mit allerlei bunter Botanik erfreute. Originelle Idee: Man kann die Betreiber durch Pflanzenpatenschaften unterstützen und darf die „Patenkinder“ sogar mit nachhause nehmen!

Schön und erfolgreich war’s und auch das Wetter wurde besser. Deshalb nutzten wir dem Rest der ersten Tageshälfte für eine kleine Shoppingtour beim exklusiven Uomo del cavallo und einen weiteren Besuch der Trattoria Vecchio Mercato Ventidue.

Für eine Trattoria eher ungewöhnlich:  Dort gibt es nicht nur gute Pasta, sondern auch ein individuelles Wellnessangebot (das merkwürdigerweise derjenige in Anspruch genommen hat, der sich heute am wenigsten bewegt hat).

Die Zweibeiner mussten hingegen selbst für ihre Zerstreuung sorgen: Eine kurze Wanderung über den Monte Fieno mit schönen Ausblicken und spekulären Wolken.

Und das abwechslungsreiche Wetter lieferte noch ein weiteres, vielfarbiges Highlight:

Schee war’s. Und ein schönes Ende des ersten „echten“ Urlaubstages. Grazie mille.

Bali(ngen) 2024: Castello Tiglioso

Tag 2 des Urlaubs ist Sonntag und daher eigentlich kein Unterschied zu einer „normalen“ Woche. Gleichwohl scheint sich Luis ein wenig umgestellt zu haben und lässt sich/uns etwas mehr Zeit vor der ersten Runde. Nach dem gestrigen Biber-Watching heute ganz unspektakulär ohne besondere Vorkommnisse.

Doch zum eigentlichen Tagesprogramm. Wären wir in Cannobio, wüssten wir, was heute zu tun ist: Möglichst das Haus nicht verlassen oder möglichst weit weg, um die sonntags busweise aus der Schweiz herangekarrten Schnäpchenjäger zu meiden. Typischerweise würden wir zum Großeinkauf nach Gravellona Toce flüchten, unterwegs eine Kleinigkeit zu essen und die Fahrt mit Seeblick genießen.

Okay, dann simulieren wir das in unserem alternativen Piemont…

Nach entspannten Herumgetrödel galt unser erster Stopp dem Ristorante im Castello Tiglioso. Eine sehr gute Wahl: Schönes Ambiente, netter und aufmerksamer Service, sehr gutes Essen. Nur die Wahl des Desserts stellte uns vor eine fast unlösbare Entscheidung, die wir durch ein pragmatisches „Aller guter Dinge sind drei“ vermeiden konnten.

Gut gestärkt konnten wir unsere Sonntagsmission fortsetzen. Nächstes Ziel war das riesige Einkaufszentrum im Valle degli Assassine, das als einziges weit & breit an diesem Tag geöffnet hat.

Im direkten Vergleich mit dem Ipercoop am Lago Maggiore scheint das Zia M etwas kompakter – hat aber den Vorteil, dass man schneller und günstiger wieder heraus kommt.

Auch die Heimfahrt muss den Vergleich mit dem Original nicht scheuen. Zwar fehlen Uferstraße und See – dafür ist der Anblick des Castello Pollicizzare in Alto um ein Vielfaches imposanter als die spärlichen Mäuerchen der Castelli Cannero.

Bali(ngen) 2024: Mercato settimanale

Die Wahl unseres Urlaubsziels hat den charmanten Vorteil, dass man angekommen ist, bevor man überhaupt losgefahren ist. Kein morgendliches Koffertetris, kein nervöser Blick nach Göschenen oder zur A13, kein hektischer Jetzt-k*ck-doch-endlich-Gassigang.

Stattdessen entspanntes und bekanntes Morgenbusiness as usual. Und heute doch nicht ganz usual: Als erstes Highlight des Urlaubs durfte ich auf der Morgenrunde einen Biber beobachten – keine 200 Meter von unserem Domizil entfernt und zum ersten Mal überhaupt in diesem Gewässer. Wow – was für ein gelungener Start!

Bibersichtung beim Gassigehen (Symbolbild)

Wer nicht anreisen muss, kann den ersten Tag gleich voll auskosten. Deshalb stand heute ein Besuch auf dem bekannten Mercato settimanale auf dem Programm.

Durch den Parco cittadino, vorbei am Giardino degli scambisti, erreichten wir die zentrale Piazza. Dort bieten zahllose Händler kulinarische Köstlichkeiten aus allen Herr*innen Dörfern feil und locken Einheimische und Tourist*innen gleichermaßen an. Nicht selten trifft man sogar Besucher*innen und außen aus Geislingen, Bisingen oder gar Albstadt!

Insidertipp: Der in vornehmer Zurückhaltung auftretende Dom ist einen Besuch wert und zu Unrecht weit weniger bekannt als der Dom in Mailand, der Kölner Dom oder der Dom Perignon.

Die Fülle der Eindrücke verlangte eine Pause für Körper und Geist, da kam die Bar Tempo scaduto gerade recht.  Mit dem ersten Aperol des Urlaubs bestaunten wir das geschäftige Treiben am den Marktständen.

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung und wurde für einen längeren Aufenthalt in einer coolen Lounge am Parco cittadino genutzt.

Zum Abschluss des Tages durften wir in der Trattoria Vecchio Mercato Ventidue noch eine multinationale Spezialität genießen: Panini tre paesi, liebevoll zubereitet aus Luzerner Dinkelbrot, schwäbischem Fleisch- und elsässer Münsterkäse.

Und Luis so:

Bali(ngen) 2024

Merke: OpenAI kennt keine Maultaschen.

Wir engagieren uns für 2 Wochen bei einem Tierschutzprojekt, werden in Bali Nguën auf respektvoller Augenhöhe mit der lokalen Bevölkerung leben und nachhaltige Mikroabenteuer organisieren.

So oder so ähnlich könnte ChatGPT den Prompt beantworten, wie ein schein-hipper Influbenzer folgendes Szenario werbewirksam hochschwurbeln würde….:

Mit 15 1/2 Jahren auf dem Buckel und ca. einer Erdumrundung in den vier Beinen lässt Luis‘ Begeisterung für fremde und unnötig lange Gassirunden etwas nach.

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Körbchen liegt so nah.

Deshalb passen wir unsere Urlaubspläne heuer an seine Präferenzen an und bleiben da, wo es dem alten weißen Mann schwarzen Hund am besten geht: Zuhause.

#Basketation für altersweise Hunde (Symbolbild)

Immerhin bleiben uns zwischen den Gassigängen noch hinreichend lange Slots für kurze Tagesausflüge, um heimatnahe Kleinode und Kulinarik zu erkunden – quasi als Touristensimulant im eigenen Habitat.

„Macht Ihr doch, mir doch egal“, denkt sich Luis und erfreut sich der von ihm erfundenen #Basketation.

Frankreich isst Käse (Tag 7)

Beim frühen Gassigehen gab sich Livarot alle Mühe, uns zum Bleiben zu überreden – und hatte (leider) keine Chance.

Daher ein allerletzter Gang in den Jardin Public. Obwohl Luis wegen des frühen Aufstehens nur mäßig begeistert war, machte er relativ zügig, was ein Hund morgens tun muss. (Sonst lässt er sich besonders viel Zeit, wenn man keine hat.)

Vor halb acht ließen wird das Schild Livarot hinter uns, kurz vor neun waren wir auf der gähnend leeren Autobahn, wo ich auf 50 km gerade mal 4 LKW und 2 PKW zählen durfte.

Damit es nicht zu langweilig wird, habe ich mich für den Weg via Paris entschieden: Lt. Google war noch alles grün und die Alternative über Amiens wäre zu eintönig geworden.

So konnte ich nach guten zwei Stunden einen Blick auf das obere Drittel des Eiffelturms erhaschen, einen fernen Blick auf La Défense werfen und mich auf der Péripherique durchs Getümmel schlängeln. Das war deutlich entspannter als früher: Komplett auf 70 limitiert und alle halten sich dran…

Die Champagne und Verdun waren kurz nach Mittag passiert. Eigentlich wären hier meine potentiellen Zwischenübernachtungen gewesen, aber wozu? Es lief gut, ich war fit und Luis im Tiefschlaf. Wäre es umgekehrt gewesen, hätte ich wohl anders entschieden.

15:00 überquerte wir den Rhein und wunderten uns spätestens auf der A5 über das merkwürdige Verhältnis meiner Landsleute zu mobilem Blech. Das Land der Dichter und Denker? Nö – die einen denken nicht, die anderen sind nicht ganz dicht…

Mir doch egal, mit französischer Fraternité und Égalité rollten wir entspannt über A8 und A81 gen Heimat (und Gattin). Kurz nach 17:00 waren wie a la maison. Und gleich wieder draußen, damit Luis machen konnte, was Hunde am frühen Abend tun müssen. Und er beeilte sich mehr als am Morgen (vermutlich wissend, dass er umso schneller ins heimische Körbchen kommt.)

Schnell noch 6 Camembert, 1 Pont l`Eveque und einen Livarot in den Kühlschrank verräumt…

…. dann war auch für mich: Feierabend.

Den begoss ich mit einem*r Blonden aus Livarots Mikrobrauerei. Wie ich seit heute weiß, wurde diese vom Vermieter „meines“ Häuschens mitgegründet (folglich hatte ich gestern unwissentlich kein Bier, sondern ein Souvenir für meine Unterkunft gekauft) . Einmal mehr ein Beweis, dass alles mit allem zusammen hängt… Oder: Le fromage provides 😃

Frankreich isst Käse (Tag 6)

Am sechsten Tag der Reise und dem fünften in Livarot stellt sich Routine ein: Wie (fast) immer morgens bewölkt und wie (wirklich) immer ein früher Gassigang in den Jardin Public des früheren Käsekönigs Bisson. Heute entdeckte Anokdote: Der Mann hat doch tatsächlich eine Marguerite Fromage geheiratet. Tja, wo der Käse hinfällt 😃

Weitere Routine: Ich hoffe auf Nicht-Sonne, damit ich endlich die hiesige Käserei besuchen kann – wenn nicht heute, dann war’s das. Vorher aber schnell noch einen letzten Einkauf im Intermarché und dessen Tankstelle, um Reiseproviant für mich und Auto zu bunkern. Und um heute meine strikte Baguette-und-Käse-Diät zu beenden.

Danach zu meiner Freude immer noch bewölkt, also endlich in die Käserei Grindorge. Wobei: Eigentlich ist das eine Käsefabrik mit riesigen Produktionshallen und normandiemäßig gestylte Anbauten, in denen die busweise herangekarrten Touristen bespaßt werden.

Drinnen ein multimedialer Rundgang, wo man Maschinen, Insustrierobotern und auch ein paar Menschen bei der Arbeit zusehen kann. Ich fühlte mich etwas unwohl und wie im Menschenzoo… 

Aber laut Google-Rezensionen gefällt den meisten Besuchern die „Käse-Manufaktur“ (in der ein Roboter die Käseharfe schwingt). Da hat sich das Marketing ja gelohnt (und ich bin froh, in Camembert bei echtem Handwerk gewesen zu sein).

Das Disneyland unter den Fromagerien setzte sich im so genannten Käseladen fort: Ein Normandie-,  Frankreich und D-Day-Souvenirshop, in dem sogar etwas Käse verkauft wurde. Sei’s drum – auch dieses Erlebnis war „interessant“ und ist halt auch ein Beispiel für die Lebensmittelbranche. Und kaum war ich draußen, war auch die Sonne wieder da.

Was stand sonst auf der Tagesordnung? Rien, denn morgen wartet (leider) schon der anstrengende Ritt durch Frankreich und nachhause auf uns. Zur Vorbereitung der Kost-Umstellung  zelebrierte ich das Käse-Fastenbrechen ganz bescheiden mit etwas Meeresgetier.

Der nachfolgende Gassigang wurde zur Abschiedsrunde und Gedenkminute im Jardin Public.

Verbunden mit einem kleinen Abstecher in die Mikrobrauerei, an der ich in den letzten Tagen ca. 20 bin 25 Mal vorbeigelatscht bin. Die befindet sich im Gebäude der früheren Käserei, die Livarots Ruhm begründet hat. Es hängt auch hier alles mit allem zusammen.

Et maitenant? Auto ist betankt, Koffer + Taschen weitgehend gepackt. Noch zweimal luisversäubern und dann geht’s retour a la maison. Quelle dommage !

Frankreich isst Käse (Tag 5)

Heute stand eine Fahrt an die Küste auf dem Plan. Wenn man als Landei mal nur 50 km südlich wohnt, muss man das ausnutzen. Auch wenn der Morgengassigang so aussah:

Mir doch egal, bei Sonne kann jeder ans Meer und als Hundebesitzer ist „Wetter“ ohnehin kein relevanter Parameter. Außerdem kann ich dann endlich wieder in einen Supermarkt einkaufen (während Luis im kühlen Auto parkt).

In einer riesigen Carrefour fand ich witzigerweise einen Livarot aus Livarot, der noch witzigerweise das Anwesen zeigt, in dem ich mehrmals täglich spazieren zu gehen pflege.

Ich würde zwar nachmittags – trübem Wetter sei Dank – endlich die Käserei besichtigen, aber vorsichtshalber habe ich trotzdem gekauft. Die restliche Ausbeute war übersichtlich, also bald weiter nach Deauville. Das hatte ich ausgesucht, weil es von Livarot der erstbeste Ort am Meer ist.

Der/das Erste ist nicht immer das Beste: Zu abgezockt (Casino), zu betoniert – und jeder Blick aufs Wasser kostet (Parkgebühren). Das war zuviel Bohei und zu wenig Schönes für zwei ältere Herren, die das betuliche Livarot gewohnt sind. Also lust- und ziellos durch- und weitergefahren…

… um nur ein Örtchen weiter (Villers-sur-mer) einen herrlichen Blick auf einen herrlichen Sandstrand mit einem herrlichen Parkplatz zu haben. Da zahlt man doch gerne. Darf aber nicht, weil:

Es hat Vorteile, weit außerhalb der Saison zu reisen. Auch deshalb:

So ging es ab in den Sand, mit Hund und guter Laune und Sonne! Was für ein gutes Timing bzw. Glück, dass ich im Carrefour so lange herumgetrödelt hatte.

Kilometerlanger Strand, fast für uns alleine – wenn man von einer handvoll entspannter Spaziergänger, zwei Dutzend gelangweilter Möwen und einem Bird of Color absieht.

Als Sahnehäubchen für geographisch Interessierte durften wir uns noch in zwei Erdhälften aufteilen:

….

Zurück in Livarot wurde es mit der Käserei wieder nichts: Die Sonne verrichtete eifriger denn je ihr Tagewerk. Gut, dass ich schon im Supermarkt zugegriffen habe.

Für das notwendige Baguette gab’s noch einen kurzen Abstecher in die Boulangerie, bei der es für jedes Baguette noch 3 Tartes gratis gibt (wenn man 8 € zuzahlt):

Durch eine Reihe glücklicher Zufälle (?) wieder ein rundum gelungener Tag. „El camino provides“ hätte ich das früher zusammen gefasst. Gilt offenbar auch, wenn man meilenweit vom Jakobsweg entfernt und nicht mal zu Fuß unterwegs is(s)t.

Frankreich isst Käse (Tag 4)

Gestern lag der Fokus auf Käse und als Beifang gab es Calvados und Cidre. Heute sollte es anders herum sein. So war zumindest der Plan.

Nach Morgengassigang und etwas „Hausarbeit“ galt unser erster Stopp einem Menhir, den Asterixleser eher unter dem Namen Hinkelstein kennen. Auch hier lag ein (sehr schön gemachter!) Geocache herum, der mich eigentlich erst hierher gebracht hat. MPLC!

Nach 15 km Landstraßengeschlängel stand ich dann im Hof von Roger Groult. Die freundliche Chefin hat gut beraten und wollte mich partout zum Probieren überreden. Blöd, wenn man mit dem Auto da ist und Luis sich lieber chauffieren lässt statt selbst zu fahren. Zum Glück hatte ich mich vorab auf der site web schlau gemacht und virtuell „degustiert“.

Auf dem Rückweg wollte ich in Livarot endlich den gleichnamigen Käse direkt beim Produzenten kaufen. Das allerdings scheiterte an einem Luxusproblem des Hundebesitzers: Das Wetter war zu gut. Sonne satt, kein schattiges Parkplätzchen und zuviel Touristen, um die Autofenster offen zu lassen. Dann hält nicht, es wird ja hoffentlich noch schlechter werden…

Ratlos gondelte ich in der Gegend herum, bis ich auf eine Ciderie aufmerksam wurde, an der ich schon mehrfach vorbei gefahren bin. Sehr „authentisch“, einschließlich der rustikalen Bäuerin. Ich konnte mich nicht zwischen den 3 Sorten Cidre entscheiden, deshalb: Alle 3 gekauft, damit ich später nicht von FOMO gepeinigt werde.

Zurück in Livarot stand der Nachbar vor seinem Laden herum. Gerade richtig, um noch einen Deal auszuhandeln: Mein gestern gekaufter 10-Jahres-Calvados wäre dem heute verstandene 8jährigen zu ähnlich. Deshalb bat ich erfolgreich um ein Update auf vingt ans. Vielen Dank für das Entgegenkommen und due nette „Verhandlung“.

Damit hatte ich heute erhebliche Summen in Calvados investiert. Warum auch nicht, wo sonst bekommt man 42% Rendite? Interessiert Luis aber eher weniger, er investiert lieber in Körbchen.

Der Spatnachmittagsspaziergang folgte den Spuren des gestrigen. Nur sonniger, fast sommerlich. Und damit es nicht zu langweilig wurde, klappert ich noch einige Geocaches am Wegesrand ab. Praktisch, wenn man einen Hund dabei hat, der das Herumlungern an Bäumen und Pfosten plausibel erscheinen lässt.