Seit Jahren fahre ich regelmäßig am Hohentwiel entlang und um die Festungsruine Hohentwiel herum — und regelmäßig denke ich: Da will ich hoch. Doch das bloße Denken hilft nicht weiter, deshalb wurde der Hohentwiel an Silvester 2016 auf die Todo-Liste für 2017 gesetzt. „Todo“ ist gut, aber „done“ ist besser — auch wenn es 362 Tage nicht danach aussah…
Jahresendspurt 2017: Hohentwiel im Winter weiterlesen
Luis wünscht fröhliche und friedliche Weihnachtstage
Ohne Worte: Hohenkrähen mit Alpenkulisse
Gestern in Ravensburg: Vegane Rentierschlitten
„Rudolph the red nosed reindeer“ — wer kennt ihn nicht, den bei Kindern und Pädagogen beliebten Weihnachtslied-Import über die gelungene Integration eines rhinologisch herausgeforderten Paarhufers?
Was viele aber nicht wissen: Gerade die besungenen Protagonisten sind nicht wirklic begeistert, rot gekleidete weißbärtige Herren mit überdurchschnittlich hohen BMI-Werten durch vorweihnachtliche Winterlandschaften zu zerren.
Dass es auch anders geht, konnten wir gestern in Ravensburg beobachten:
Der „Weihnachtsschlitten 4.0“ ist nicht nur rentierfreundlich, sondern:
- spart Platz: Es entfallen ca. 5 bis 8 Meter Rentier-und-Geschirr-Länge — besonders wichtig in engen Altstadtgassen
- reduziert den CO2-Ausstoß: Klingt zunächst postfaktisch — aber was ist schon ein kleiner Verbrennungsmotor im Vergleich zur Abluft eines angestrengt schnaubenden Rentiers?
Deshalb können wir den Rentier-Verzicht aus Tierschutz-, Städtebau- und Umweltgründen nur begrüßen.


Übrigens: Wer ganz genau hinschaut, erkennt das geheime Erkennungszeichen der engagierten Aktivisten. Sie haben sich den Rentier-Verzicht als Abkürzung auf ihre Quads Schlitten schreiben lassen.
Ohne Worte: „Nein, hier schneit’s nicht“
Schwarzwald-Querweg 2.0: Liggeringen — Konstanz
Der dritte und letzte Tag; noch gute 20 Kilometer lagen zwischen uns und dem Ziel Konstanz. Würden wir das Ziel auf dem Querweg erreichen? Mehr oder weniger — das ist letztendlich eine Frage der Definition.
+++ Breaking News +++ Habemus Constantia +++
Schwarzwald-Querweg 2.0: Singen — Liggeringen
Die Wetterprognosen versprachen für heute durchgängigen Dauerregen und hatten nicht zuviel versprochen. Kein Problem, denn wir waren gut ausgerüstet. Doch kurz vor dem Ziel hielt Petrus gleich zwei Überraschungen für uns bereit.
Schon beim Frühstück war klar: Der Tag heute wird ein feucht-fröhliches Vergnügen werden. Die gute Nachricht: Dadurch konnte ich es mir ersparen, den Regenponcho mühsam in seine kleine Hülle zu fummeln.
Wenige Meter nach unserem Hotel waren wir wieder auf dem offiziellen Querweg, der und schnell aus Singen heraus und tief hinein in den Wald führte.


Um den Friedinger Schlossberg herum marschierten wir flott Richtung Steißlingen. Die Strecke war eigentlich eher unspektakulär; für Abwechslung sorgte ein Feldhase (Luis) und ein Trupp mutmaßlicher Jäger, die uns für den weiteren Weg alles Gute wünschten.



In Steißlingen nutzten wir den Vorraum der Sparkasse für einen kurzen Zwischenstopp. Oder um es anders zu formulieren: Wir standen im Trockenen, um wieder flüssig zu werden.


Nach Steißlingen wartete ein langer Anstieg auf den topographischen Höhepunkt des Tages, während uns Wind und Wetter immer heftiger und kräftigee um Nasen und Schnauze bliesen.


Von der Burg Homburg folgte der Abstieg nach Stahringen, indem es im Wanderführer hieß:
Der Pfad führt recht steil und neu feuchtem Wetter etwas rutschig durch einen […] Hangwald bergab.



Das war untertrieben: Bei sehr nassen Wetter eher sehr rutschig. Wir erreichten Stahringen genau zur Mittagsessenszeit — dumm nur, dass das laut Google einzige Restaurant des Ortes schon seit Jahren geschlossen ist.
Nach einem kurzen Müsliriegel-Snack an einer zugigen Bahnhaltestelle blieb uns wenig anderes übrig als den Endspurt über Güttingen nach Liggeringen anzutreten. Es war kalt, es war klamm und wir wollten nur noch so schnell wie möglich ins Hotel in Liggeringen — wissend, dass dessen Gastronomie heute Ruhetag hatte.

Doch dann — kurz vor dem Ortsende Güttingen — tauchte wie eine Fata Morgana der Landgasthof Adler auf. Er war zum Glück sehr real, sehr trocken, sehr warm und sehr tolerant gegenüber zwei tropfnassen Wanderern nebst tropfnassem Hund. Et quelle surprise: Am Nebentisch saßen wieder die zwei Franzosen vom Vortag.
Nach Suppe und überbackenen Maultaschen ging es uns wieder deutlich besser. Auch Luis‘ Laune stieg deutlich an, was eventuell an den von der Seniorchefin gereichten Leckerlis gelegen haben könnte.
Noch besser wurde unsere Stimmung, als wir aus dem Adler hinaustraten: Sonne! Ein Stückchen blauer Himmel!! Ein klitzekleiner Blick auf die Alpen!!!


Das versprach ein perfekter Zieleinlauf in Liggeringen zu werden. Das lag zwar nicht auf dem offiziellen Querweg, war aber die einzige verfügbare Übernachtung gewesen.
Auf halber Strecke begann dann doch wieder leicht zu nieseln, zu regnen, stärker zu regnen — und kurz vor dem Ortsschild brach ein Starkregen los, der uns binnen 200 Metern komplett durchnässt hat. Wir versuchten uns am ersten Haus des Ortes kurz unterzustellen, aber eigentlich war es sinnlos und sowieso zu spät.


Glück im Unglück Unwetter: Wenige Minuten waren wir im sicheren und trockenen Hotel. [Noch mehr Glück wäre allerdings gewesen, wenn das Unwetter die wenigen Minuten noch abgewartet hätte.]

Nun – etwa zweieinhalb Stunden und eine sehr heiße Dusche später – erinnern nur noch eine Wanderhose auf der Heizung und der Nasse-Hund-Geruch im Hotelzimmer an die Liggeringer Wasserschlacht. Jetzt hat sogar der Regen aufgehört, sodass wir demnächst hoffentlich trockenen Fußes und Felles zum Abendessen in den „Kranz“ kommen.
Update 22:16: Sehr lecker und sehr lustig war’s im Kranz. Ich überlege, mir den Wecker auf 3:00 Uhr zu stellen und zu schauen, ob es wirklich schneit. Und endlich durfte ich ein Zibärtle „erleben“.




Schwarzwald-Querweg 2.0: Engen — Singen
Tag 1 unserer Abrechnung mit dem Querweg. Würden sich die Wetterprognosen bewahrheiten? Regen, Regen, Regen? Ich war gespannt, was der Tag bringen würde. Und kurz vor Ziel performte ich ein künstlerisches Happening, auf das ich mich seit Wochen intensiv vorbereitet hatte.
Doch der Reihe nach: Mit dem pünktlichen (!) Zug (klar, war ja auch SBB) fuhren wir bei noch bei trockenem Wetter nach Engen.


Schon kurz nach dem Bahnhof kannte der Weg nur noch eine Richtung: bergauf. Der erste Hegau-Vulkan wollte bestiegen werden — fast jedenfalls. Das Wetter konnte sich nicht so recht entscheiden und schwankte zwischen vage zu erahnender Sonne und leichtem Nieselregen.
Auf schlüpfrigen Grund ging es wieder hinab, dann knapp vorbei an Weiterdingen und wieder hinauf zu Vulkan Nummer 2, dem Hohenstoffeln. Dessen Jagdhaus-Vordach nutzten wir für eine kurze Trink- und Müsliriegelpause; Gleichzeitig war es der perfekte Platz, um den Regenponcho anzulegen – denn der Niesel des Nieselregens nieselte immer reger.


Wo es hoch geht, gehts auch wieder runter: Unser nâchstes Vorbeilauf-Zwischenziel hieß Lochmühle. Und immer beeindruckte der Ausblick in die weite Hegaulandschaft und ihrer Vulkankegel.

Nach dem Loch der Lochmühle folgte der nächste Anstieg zum Hegaukreuz. (Nicht zu verwechseln mit dem Kreuz Hegau, das A81-Fahrer kennt.) Das Gipfelfoto war stürmisch (und hätte mich fast meinen Hut gekostet), deshalb schnell weiter über den Mägdeberg und zu Füßen von Vulkan 3 (Hohenkrähen).

Etwa 2 km später erreichten wir das erste und einzige Gasthaus auf der ganzen Tagesstrecke: Das Hegauhaus. Trotz unseres desolat-feuchten Erscheinungsbildes wurden wir freundlich empfangen und durften an einem offensichtlich eigens eingerichteten Wandertisch sitzen. Schon kurz später trudelten zwei Franzosen ein, die wir im Laufe des Tages immer wieder gesehen hatten — offensichtlich auch unterwegs auf dem Querweg.
Die Küche war schon kalt aber kein Problem: Als alternatives Mittagsessen ließen wir uns eine Linzertorte und einen halben Apfelkuchen schmecken.

Der Aufbruch war dann etwas mühsam:
- Uns steckten uns etwa 20 km und viele Höhenmeter in den Knochen
- Petrus hatte während unserer Pause entschieden, den Wasserhahn noch mal richtig aufzudrehen.
Macht nix, da mussten wir durch. Der Endspurt führte uns über den mir wohlbekannten Autobahntunnel zum Hohentwiel. Zu dessen Füßen (eher Kniehöhe) passierten das Panoramarestaurant und hatten endlich das Tagesziel Singen unmittelbar vor uns.

Dessen Ortsschild war die perfekte Location für meine musikalisch-kalauernde Performance:
Vorbei am sehenswerten MAC (kein amerikanisches Schnellrestaurant, sondern Museum Art & Cars), durchs ehemalige Gartenschaugelände zu nd eine gefühlt eeeeewig lange Ekkehardstraße erreichten unser Hotel — noch gerade so bei Tageslicht.
26,4 Kilometer stehen auf dem Tageszâhler – und auf dem Weg zum Griechen werden es noch ein paar Meter mehr werden….

Schwarzwald-Querweg: Der andere Blog
In Zeiten von Fake News, alternativen Fakten und scripted reality gehört es zur Medienkompetenz, sich nicht ungeprüft auf eine Quelle zu verlassen, sondern sich möglichst vielfältig zu informieren.
Deshalb sei den kritischen Lesern dieser Parallelblog unseres Mitquerwegbezwingers angeraten:
schwarzwald-querweg.blogspot.de

Falls jemand an meinen Berichten über strahlenden Sonnenschein und 20 Grad und hochmotivierten Hund zweifeln sollte, kann er/sie/es gerne an der Zweitquelle abgleichen….



