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Bali(ngen) 2024: Mercato settimanale

Die Wahl unseres Urlaubsziels hat den charmanten Vorteil, dass man angekommen ist, bevor man überhaupt losgefahren ist. Kein morgendliches Koffertetris, kein nervöser Blick nach Göschenen oder zur A13, kein hektischer Jetzt-k*ck-doch-endlich-Gassigang.

Stattdessen entspanntes und bekanntes Morgenbusiness as usual. Und heute doch nicht ganz usual: Als erstes Highlight des Urlaubs durfte ich auf der Morgenrunde einen Biber beobachten – keine 200 Meter von unserem Domizil entfernt und zum ersten Mal überhaupt in diesem Gewässer. Wow – was für ein gelungener Start!

Bibersichtung beim Gassigehen (Symbolbild)

Wer nicht anreisen muss, kann den ersten Tag gleich voll auskosten. Deshalb stand heute ein Besuch auf dem bekannten Mercato settimanale auf dem Programm.

Durch den Parco cittadino, vorbei am Giardino degli scambisti, erreichten wir die zentrale Piazza. Dort bieten zahllose Händler kulinarische Köstlichkeiten aus allen Herr*innen Dörfern feil und locken Einheimische und Tourist*innen gleichermaßen an. Nicht selten trifft man sogar Besucher*innen und außen aus Geislingen, Bisingen oder gar Albstadt!

Insidertipp: Der in vornehmer Zurückhaltung auftretende Dom ist einen Besuch wert und zu Unrecht weit weniger bekannt als der Dom in Mailand, der Kölner Dom oder der Dom Perignon.

Die Fülle der Eindrücke verlangte eine Pause für Körper und Geist, da kam die Bar Tempo scaduto gerade recht.  Mit dem ersten Aperol des Urlaubs bestaunten wir das geschäftige Treiben am den Marktständen.

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung und wurde für einen längeren Aufenthalt in einer coolen Lounge am Parco cittadino genutzt.

Zum Abschluss des Tages durften wir in der Trattoria Vecchio Mercato Ventidue noch eine multinationale Spezialität genießen: Panini tre paesi, liebevoll zubereitet aus Luzerner Dinkelbrot, schwäbischem Fleisch- und elsässer Münsterkäse.

Und Luis so:

Winter über Tieringen

Die erste Luis-Woche ist vorüber, die ersten „Routinen“ entstehen: Die morgendliche Samstaggassirunde führte auch diesmal wieder über den Wochenmarkt und zum einzigen lokalen Bäcker, der noch selbst, richtig und gut bäckt. Nach dem „üblichen“ kurzen Stopp beim Nudelmacherinnenverkaufswagen hatte uns dann der Käsewagen wieder. Wir (und vermutlich auch Luis) hatten den Eindruck, dass dieser zweite Wochenmarktbesuch schon deutlich normaler und unspektakulärer war als der erste. Wenn sich das so weiter entwickelt, kann Luis bald alleine einkaufen gehen 😉

Bislang noch nicht Routine war die nachmittägliche Gassirunde, zu der wir erstmals gefahren sind. Der Weg war nicht weit (es ging eher ums Prinzip als um die Entfernung) und führte uns auf die Albhochfläche bei Tieringen. Die Landschaft dort oben ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss – und bietet gerade jetzt besonders schöne Bilder.

Dort nahmen die Zweibeiner mit einem bequemen, geräumten Weg Vorlieb,  während Luis mit 4-Paw-Drive den üppigen Schnee bevorzugte. Dabei zeigte Luis eine große Neugier für Wintersport (bzw. deren Ausübende), übte sich in der noch nicht olympischen Disziplin des Rückenrodelns, bewarb sich erneut um einen Job als Trüffelsucher und kreierte die neue Ballettfigur „Schneemännchen“.

Die Strecke war messtechnisch kurz, aber kräftezehrend (vor allem für diejenigen, die alles zehnmal durch den Tiefschnee laufen).

Die Abendrunde war qualitativ ähnlich und führten in ein Gartengrundstücksgebiet, in dem der Autor in seiner frühen Kindheit öfters zu Besuch war. X Jahre später, im Dunkeln und mit Hund sieht das doch alles ganz anders aus, sodass Autor, Hund und GPS gefühlte 500 Meter im Tiefschnee grundlos, aber mit viel Spaß zurücklegen durften.

LGTD + 8 = 77 km

Der erste Tag

Der erste Tag ist vorüber; Gelegenheit, ein kurzes Resumée zu ziehen. Verständlicherweise war der gestrige Tag für Luis sehr aufregend und spannend (von uns gar nicht zu reden…). Nach einem kurzen Spaziergang nebst Besichtigung der wichtigsten Balinger Sehenswürdigkeiten hat sich Luis – so weit wir das beurteilen können – mit seinem neuen Zuhause vertraut gemacht.

Um seine (und meine) Anspannung abzubauen, gönnten wir uns dann einen ersten ausführlichen Spaziergang entlang der Eyach. Nach anschließendem Abendessen (zumindest für Luis) haben wir unsere „Der Hund kommt nicht auf Sofa“-Regel mit großer Konsequenz und Ausdauer durchgesetzt – und erst nach 10 Minuten kapituliert… Dann war Ruhe und mehrere müde Zeitgenossen dösten/schliefen/ schnarchten vor sich hin.

Für die nächtliche Schlafstättenwahl fanden wir nach kontroversen, aber konstruktiven Verhandlungen einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss (wenngleich dieser von einem der Verhandlungsteilnehmer mit einigem Fiepen und Scharren kommentiert wurde).

Nach ruhiger Nacht freute sich ein fröhlicher, ja geradezu begeisterter Luis über das Wiedersehen. Nach morgendlichen Dehnübungen und Kaffee (selbstverständlich nur für den nominalen Herrn des Hauses) starteten wir zu unserem ersten Wochenmarktbesuch. Für den einen Käseliebhaber ist es natürlich etwas nervig, wenn der andere Käseliebhaber unnötig lang am Käsestand herumsteht – dennoch wurde auch diese Aufgabe fehlerfrei absolviert.

Nun sind diverse Haushaltspflichten angesagt, vor denen sich einer der Bewohner sehr effizient drückt und sich stattdessen auf den nächsten Extremspaziergang freut. Vielleicht kommen wir da ja zufällig an einem der drei neuen BL-Caches vorbei 😉