Neckarweg VI: Horb — Rottenburg


Anfang Mai war es an der Zeit, das „halbe Dutzend“ unserer Neckarweg-Etappen voll zu machen. Nach mystisch-nebligem Start in Horb und erstaunlichen 27 km erreichten wir das sommerlich-gefüllte Rottenburg.

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Bilder, Highlights, Tipps, Zahlen, Daten, Fakten am Ende dieses Artikels. Übersicht + alle GPS-Tracks für den Neckarweg hier. Alle Artikel der Kategorie “Neckarweg” hier.

Neckarweg06-01Horb — Mühlen — Eyach

Am Ende unserer letzten Etappe erinnerte Horb an Italien, diesmal jedoch eher an London: Ein Riesenrad am Flußufer vor nebliger Stadtkulisse. London Eye an der Themse? Nein, Heimattage in Horb am Neckar. Wir verließen Horb Richtung Mühlen, während auf der anderen Neckarseite die Stadt und seine vielen Besucher laaaangsam zum Leben erwachten.

Neckarweg06-06Vorbei an morgendlichen Bogenschützen und am Gut Egelstal mit seiner wechselvollen Geschichte erreichten wir bald Mühlen, das uns mit seinem jüdischen Friedhof empfing. Am Ortsende erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen und die ersten Radfahrer, mit denen wir den Neckar(rad)weg teilten.

Neckarweg06-11Bald näherten wir uns der beeindruckenden, weithin sichtbaren A81-Neckartalbrücke. Der Eindruck war nachhaltig: Bei meinen regelmäßigen Fahrten über die Brücke gedenke ich nun immer wieder meiner Wanderung durch das Tal, das diese Brücke erst möglich gemacht hat…

Auf dem Neckar(rad)weg wunderten uns über Gruppen elektrisch unterstützter Zweirad-Senioren, deren Motorik und Rücksicht offensichtlich beim Frühschoppen verloren gegangen ist. Daher waren wir froh, den Bahnhof Eyach unbeschadet erreicht zu haben, wo ergraute E-Bike-Rowdis und wehrlose Wanderer wieder fein säuberlich getrennt wurden.

Neckarweg06-17Eyach — Weitenburg — Bad Niedernau

Nach einer kurzen, späten Frühstückspause nach Eyach überquerten wir zum ersten Mal den Neckar und sahen, wie das nächste Zwischenziel über dem Tal thronte: Die Weitenburg. Dort hinauf ging es zunächst durch Bierigen, dann auf einem schmalen, kurvigen, viel befahrenen Sträßlein und schließlich über einen kleinen Waldweg.

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Die Weitenburg selbst ist ein feines Restaurant und Hotel, das für meinen aktuellen Aufzug und Zustand unangemessen gewesen wäre. Vor allem, wenn an den Wanderstiefeln noch der Dreck eines von Pferdehufen zermatschten Waldweges klebt. So blieb mir der Blick aufs Tal weitgehend verwehrt — auch eine Ruine, die wir lt. Beschilderung passiert haben mussten, ward nicht gesehen.

Neckarweg06-27Im Tal bewanderten wir dann altbekannte Wege, die wir bereits auf früheren Geocaching-Touren kennengelernt hatten. Interessant: Was „damals“ eine unglaublich weite Wanderung war, ist nun ein unbedeutendes Stückchen meiner Tagesetappe…

Und weil ich den Weg zu kennen glaubte, habe ich spontan eine „Abzweigung“ verpasst. Deshalb mussten wir kurz vor Bad Niedernau einige Haken schlagen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen, ohne quer durch Felder zu trampeln….

Bad Niedernau — Rottenburg

Neckarweg06-34Auf Halbhöhe erreichten und umrundeten wir Bad Niedernau. EigentlichMuh ein unspektakuläres Örtchen, aber einige Gebäude sorgten für Abwechslung: Ein komplett begrastes Hausdach, ein nicht mehr genutztes mutmaßliches Haus für Kurgäste, ein keramikverzierter Kirchturm.

Am Ortsende legten wir noch die letzte Rast des Tages ein. Luis zeigte leichte Erschöpfungserscheinungen und legte sich dösend unter die Bank — ich genoss den Blick zurück auf den Neckar.

Neckarweg06-38Der weitere Weg nach Rottenburg sorgte für die letzten Höhenmeter, immer höher über der Talsohle. Kurz vor Rottenburg freuten wir uns über einem sehr schönen Waldweg, um anschließend ins Tal abzusteigen. Nach dem Eh-da-Prinzip nutzten wir das schöne Wetter noch für einen kleinen Stadtrundgang.

Bilder dieser Etappe

Die 4 Highlights dieser Etappe

  1. Morgendliche Nebelstimmung: Dank Nebel wurde der Beginn der Etappe zu einer gefühlten Frühwanderung — auch wenn die Uhr anderes erzählte.
  2. Obstblüte: Warum in die Ferne schweifen? Im Gegenlicht leuchtend blühende Bäume gibt’s auch am Neckar…
  3. Wegweisung: Wieder ein Lob an die zuständigen Wegewarte: Ungefähr ab Eyach waren Navi und Karte überflüssig, so macht wandern Spaß. Danke!
  4. Kurz vor Rottenburg: … führt der Weg durch einen unerwartet wilden Wald, der den evtl. müden Wanderer für den Endspurt beflügelt.

Tipps

  1. Kaufland-Parkhaus in Rottenburg: Parken am Bahnhof Rottenburg ist durch z.T. gut versteckte Schilder erschwert. Sonntags bietet sich das nahe Kaufland-Parkhaus an (gratis). Wo Wanderer an anderen Wochentagen parken sollen, habe ich nicht herausgefunden.
  2. Hotel Schloss Weitenburg: Mein Traum eines Neckarweg-Etappenziels: Hier eine Übernachtung einplanen, nach der Wanderung ausgiebig duschen, ein großartiges Menü genießen und dann oberhalb des Neckars zu nächtigen. Schade, dass ich nicht weit genug entfernt wohne…
  3. Kurpark Bad Niedernau: Wanderer mit Hund sind im Kurpark nicht erwünscht. Alternativ-Route: Rechts des Bächleins weg vom Park und  nach dem Restaurant „Kur-Café“ scharf rechts abbiegen. Dann erreicht man bald wieder den offiziellen Neckarweg.
  4. Hunger in Rottenburg: In Fußgängerzone und am Neckar gibt es viele Gaststätten, Kneipen und Imbisse zum kulinarischen Abschluss des Wandertages. Zum Bahnhof oder Kaufland-Parkhaus ist es dann auch nicht mehr, das schafft man auch mit müden Knochen und vollem Bauch…

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 27,0 km
  • Höhendifferenzen: +624/-670 m
  • Bahnhöfe: Rottenburg / Horb am Neckar
  • Track hier als GPX-Datei oder hier als KMZ-Datei herunterladen
  • Gesamtbilanz: 6 Etappen, 114 km, 2589 Höhenmeter, entspricht 33,9 Sochatoatn

2 Kommentare zu „Neckarweg VI: Horb — Rottenburg“

    1. Hallo Eike, das ist in Bad Niedernau, und zwar genau hier: https://goo.gl/maps/bpR83xfvuUn
      Ob der „place“ immer noch so „lost“ ist, weiß ich allerdings nicht. Wir sind da im Mai 2013 vorbeigekommen (auch schon wieder dreieinhalb Jahre her!) und waren seither nicht mehr dort.
      Viel Glück! Falls Du dort fotografierst, würde ich mich über Bilder freuen. Wir hatten seinerzeit leider zu wenig Zeit und zu viele Kilometer in den Beinen bzw. Pfoten, um dort länger zu verweilen.

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