Via Jacobi 2020: Die Unterkünfte (mit Hund)

Erst die Etappen, dann die Unterkünfte festlegen oder umgekehrt? Ein klassisches Henne-Ei-Problem: Die Etappenplanung bringt wenig, wenn am Etappenziel keine Übernachtung wartet. Und eine Übernachtung ist sinnfrei, wenn dort keine Etappe endet. Zudem nehmen viele günstige Herbergen nehmen keine Fellträger auf, wodurch wir ein Henne-Ei-Hund-Problem bekommen. Doch auch dieses Mal ist am Ende fast alles gut — und für den Rest vertrauen wir einer alten Pilgerweisheit.

Wer mit Hund und ohne Goldesel am Genfersee unterwegs ist, verbringt vorab viel Zeit und Gegoogle für die Unterkunftsrecherche. Die Suche nach sinnvoll gelegenen, bezahlbaren und hundekompatiblen Nächten scheitert of am Kriterium „hundekompatibel“:

Pas-des-animaeux

Damit es nicht zu einfach wird…

… hilft die Marotte vieler schweizer Beherbungsbetriebe: Sie antworten auf Anfragen entweder gar nicht oder frühestens nach zwei Wochen. Beispiel: Bei der letzten Wanderwoche stellte sich die Region zwischen Gruyères und Lausanne komplett tot, weshalb ich einen weiten Umweg über den Col de Jaman einplanen musste, dem ich zwei Extra-Etappen von Montreux nach Lausanne zu verdanken habe…

Dieses Jahr war die Ausbeute ähnlich: Man hängt „in der Luft“ und muss eine Etappen letztendlich daran orientieren, wo sich Gastgeber zu einer Antwort hinreißen lassen. Immerhin freut es mich zu wissen, dass es dem Schweizer Tourismusgewerbe offensichtlich doch nicht so schlecht geht wie vielfach berichtet.

Nach zahllosen Google-Stunden, Hilfe-Gezwitscher in der Via-Jacobi-Community, diversen Telefonaten und einigen glücklichen Zufallsfunden ist das Werk (fast) vollbracht: Taktisch geschickte gewählte Nächte zwischen Vevey und Genève mit Hund und ohne Lottogewinn…

Jeunotel Lausanne

Hund + Jugendherberg/Hostel? Normalerweise ein „s’god nöd“, doch zu meiner Überraschung ist das Jeunotel in Lausanne eine erfreuliche Maßnahme. Logisch, dass Luis nicht im Schlafsaal übernachten darf — das würde ich weder Mitschläfern noch mir noch Luis zumuten. Aber es gibt auch Einzelzimmer, die (dank Winter Special (im März!)) noch im preislichen Rahmen liegen.

Deshalb bleibe ich hier gleich 3 Nächte:

  • Nach der Übernachtung am Anreisetag werde ich per ÖV nach Vevey fahren, zurück nach Lausanne ins Jeunotel wandern.
  • Am nächsten Morgen dann zu Fuß/Pfote weiter nach Alaman und per ÖV zurück nach Lausanne ins Jeunotel.
  • Am Morgen dananch Adieu Lausanne, per ÖV nach Alaman und weiter Richtung Nyon.

Damit mache ich mir die Taktik zu eigen, die sich schon am Anfang der Via Gottardo bewährt hat: Durch den fixen Standort kann ich die ersten zwei Tage mit leichtem Tagesgepäck marschieren. Danach ist das Gesamtgepäck um ein ¾ Kilo Ballast leichter, weil Luis in den drei Tagen einen wesentlichen Teil des Hundefutters entsorgt haben wird.

Domaine de Bois-Bougyn, Nyon

Schon vor 3 Jahren habe ich Bed and Breakfast Switzerland kennengelernt (in Vorbereitung auf den „Schwabenweg“ von Konstanz nach Einsiedeln): Die Website bietet viele schöne, günstige, gut gelegene Unterkünfte — bis man das Filterkriterium „Animaux autorisés“ auswählt: Die meisten roten Bommel auf der Übersichtskarte verschwinden, der kümmerliche Rest liegt im Abseits.

Ich kam nicht auf die Idee, es nochmal zu versuchen, bis mich @ViaJacobi nach meinen hilfesuchenden Gezwitscher daran erinnerte:

Die Seite des Schweizer http://Jakobsweg.ch  kennst du bestimmt, aber kennst Du auch die Seite http://BnB.ch ?
Dort kann man auch ‘Haustiere erlaubt’ als Suchkriterium angeben….

Also neuer Versuch:

BnbCH-ohne-Hund
BnBs am Genfersee
BnbCH-chien-autorise
BnBs am Genfersee, die Haustiere erlauben und weniger als 100 Franken kosten

Das Ergebnis war erwartungsgemäß „übersichtlich“.

Und trotzdem war der Reminder Gold wert: Einer der verbliebenen roten Bommel beschert uns eine Übernachtung in der Domaine de Bois-Bougyn, einen (Zitat) „Herrenhaus mit Blick auf den Mont-Blanc“ inclusive „Deluxe [Frühstücks-] Buffet“ und mit autorisiertem Hund!

Danke, @ViaJacobi!

Hotel Cristal Design, Genève

In Genf günstig übernachten? Harhar…. Hostels und Herbergen fallen hundehalber flach, so bleiben zwangsläufig nur Hotels übrig. An den Preisen erkennt man, dass dort viele Organisationen sitzen, für die Geld (und Steuern) offensichtlich keine Rolle spielen. Für Selbst- und Steuerzahler sucht man ein Bettchen wie die Nadel im Heuhaufen, gefunden habe ich das Hotel Cristal Design: Direkt am Bahnhof (ziemlich praktisch) preislich okay (ziemlich relativ), sehr stylisch (ziemlich egal).

Man wird ob des „günstigen“ Preises in Genf fast skeptisch — doch die gute Erfahrung mit zwei verwandten Hotels in Bern gibt mir Hoffnung, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Ähm — da fehlt doch was?

Yep. Von Nyon nach Genf sind es zwei Etappen, ergo fehlt da noch ein Zwischenstopp — idealerweise in Versoix. Hier bin ich leider noch nicht wirklich weiter gekommen:

  • Ein Hotel mit Einzelzimmer zum Schnäppchen-Preis von 155 Franken und 24 Franken extra fürs Frühstück
  • Diverse BnBs und Privatzimmer „pas de chien“
  • Ein äußerst dubioses BnB-Angebot, das mir zu dubios ist

Auch hier wurde ich von Vor-Pilgern mit zahlreichen „sachdienlichen Hinweisen versorgt, die allerdings noch nicht zur Ergreifung des Täters einer Reservierung geführt haben: Zu kurz nach Nyon, zu kurz vor Genf, zu wenig Hund erlaubt.

„El Camino provides“ (hoffentlich)

Egal.

Ich bin zuversichtlich, dass wir noch etwas finden, denn „el Camino provides“ — der Jakobsweg liefert. Das hat er bis jetzt immer getan (wenngleich manchmal erst im letzten Moment, um es spannend zu machen. ;-)).

Darauf vertraue ich — und notfalls kann ich immer noch per ÖV zu einer passenden Schlafstätte pendeln. Alles wird gut.

2 Kommentare zu „Via Jacobi 2020: Die Unterkünfte (mit Hund)“

  1. Hmm! Von Nyon nach Genf sind es knapp 30 Kilometer. Zur Not, wenn den Luis soweit mag, kann man dies schon wandern. Ich weiss ja nicht wer von euch Beiden ausdauernder ist. Wobei ich zugeben muss, dass ich dieses Jahr nur eine Etappe über 30 Km eingeplant habe.
    Buon Camino. 😇

    1. Am Ende der Wanderwoche ist einer von uns nicht mehr ganz so hochmotiviert (ich verrate aber nicht, wer ;-)). Trotzdem danke für den Hinweis, vielleicht ergibt sich daraus eine weitere Variante….

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