Neckarweg III: Rottweil — Epfendorf


Neckarweg03-23Winterliches Ostern war vorausgesagt, doch für Ostermontag waren die Prognosen besser. Grund genug für Etappe 3 des Neckarwegs, die sich — „Numerus est omen“ — dreigeteilt präsentierte: Stadt, Land, Fluss…

Bilder, Highlights, Tipps, Zahlen, Daten, Fakten am Ende dieses Artikels. Übersicht + alle GPS-Tracks für den Neckarweg hier. Alle Artikel der Kategorie “Neckarweg” hier.

Neckarweg03-02Rottweil

Auch bei dieser Etappe haben die Planer an das Frühlingswetter 2013 gedacht: Zum Start eine kleine Warmlauf-Steigung vom Bahnhof in die Stadt.

Zum Glück war es ziemlich kalt, sonst wäre gleich die erste Pause fällig gewesen, um in der Fußgängerzone Eiskaffee zu schlürfen und  die beeindruckenden Fassaden zu bestaunen… Doch wir waren nicht zum Stadt-Bummeln da, also ging es zügig weiter.

Neckarweg03-10Industriegebiet Neckartal

Das dürfte eines der wenigen Industriegebiete sein, auf die ich mich freue: Vor über hundert Jahren entstanden viele Gebäude, bei denen nicht am Architekten gespart wurde. Starken Eindruck macht das Kraftwerk von Paul Bonatz, das (im Gegensatz zu seinem Stuttgarter Hauptbahnhof) keinen Tunnelplänen zum Opfer gefallen ist. Wer aufmerksam ist, entdeckt aber auch schöne Kleinigkeiten am Wegesrand.

Neckarweg03-16Das Industriegebiet ist nicht nur architektur- und industriegeschichtlich spannend, sondern auch Ort eines besonderen Tages im Leben des Autors. Umso schöner, dass mich der Neckarweg fast 9 Jahre später genau hier entlang führt.

Apropos Neckar: Den sahen wir hier auch (endlich) wieder — zum ersten Mal seit Beginn der vorhergehenden Etappe in Deißlingen. Ziemlich zugelegt hat er: Was in Deißlingen noch ein überschaubares Bächlein war, ist in wenigen Kilometern zu einem nennenswerten  Bach geworden — oder darf man gar schon „Fluss“ sagen?

Neckarweg03-26Am Neckar entlang zum Bahnhof Talhausen

Hinter dem Industriegebiet wird es „natürlicher“, der Neckar plätschert fröhlich vor sich hin, wir sind im zweiten Drittel der Etappe. Es geht ein wenig auf und ab, mal ganz dicht am Neckar, mal ganz nah an der Bahnstrecke. Eine bunte Mischung von Neckarbrücken erwartet den Wanderer: Kleine Stege, alte stählerne Eisenbahnbrücken, noch ältere Holzbrücken und kühne Betonkonstruktionen.

Neckarweg03-24Es ist sonnig, es ist schön, es ist ruhig, es ist Natur. Vermutlich werden das die letzten ruhigen naturnahen Neckarkilometer sein. Einerseits schade, andererseits ein Grund, sie umso mehr zu genießen. Und die „Halbzeit-Pause“ in würdiger Umgebung zu veranstalten.

Das Ende des zweiten Drittels markiert eine letzte Holzbrücke vor dem Bahnhof Talhausen.

Neckarweg03-32Vom Bahnhof Talhausen  nach Epfendorf

Nach der besagten Holzbrücke ließ meine subjektive Begeisterung für die Etappe  etwas nach: Wir wanderten direkt neben der Straße, am Bahndamm entlang oder auf einem sehr schmalen Stück Neckarradweg.

Neckarweg03-35Wir hatten aber Glück, denn noch saßen die meisten Radfahrer zu Hause in ihren warmen Stuben. So konnten wir weitgehend unbehelligt die letzten Kilometer absolvieren. Nach einer sonnigen Pause mit Talhausen-Blick brachen wir zum Endspurt nach Epfendorf auf.

Der Neckar(wander)weg verließ dazu den Neckarradweg und traf am Sportplatz Epfendorf auf das Ende des Schlichemtals.

Wir folgten wir brav dem „blauen N“ und trafen geradewegs auf das Epfendorfer Rathaus, wo uns der freundliche Rufbus Stunden vorher eingesammelt hatte.

Luis in der Schlichemklamm (Symbolbild Mai 2010 anlässlich GC #271)
Luis in der Schlichemklamm (Symbolbild Mai 2010 anlässlich GC #271)

Nachtrag April 2014: Schlichemtalweg + Schlichemtalklamm

In Epfendorf beginnt der neu eröffnete Schlichemtalweg, der in 33 km zur Quelle bei Tierigen führt (GPS-Track und Google Earth-Daten hier). Sehenswert und spektakulärster Teil ist die Schlichemklamm. Wer Zeit und Energie hat, sollte sich diesen Abstecher nicht entgehen lassen (ca. 2 x 4 km) — es lohnt sich.

Bilder dieser Etappe

Die 4 Highlights dieser Etappe

  1. Rottweil: Immer wieder ein schöner Anblick. Die älteste Stadt Baden-Württembergs präsentiert sich nach der „Renovierung“ noch attraktiver.
  2. Industriegebiet Neckartal: Die Mischung aus Zerfall, neu erwachtem (Wirtschafts-) Leben und historischer Industriearchitektur (u.a. Kraftwerk von Paul Bonatz) begeistert mich jedes Mal aufs Neue.
  3. Holzbrücke mit Neckarburgblick: Ein Motiv wie aus einer anderen Zeit (ist es ja auch…). Genau in der Mitte der Etappe und daher ein idealer Platz für eine ausgiebige Vesperpause.
  4. Neckartalbrücke der A81: Diese Brücke ist der größtmögliche Gegensatz zur „Vesperpausen-Holzbrücke“. Zweifellos kein Beispiel für „harmonisch in die Landschaft“ gebaut, aber dennoch beeindruckend. Zumindest für  mich.

Tipps

  1. Rufbus nur mit Anmeldung: Der Bus von Epfendorf fährt zeitweise nur nach Voranmeldung. Toller Service, klappt perfekt, unterhaltsame Fahrt dank nettem Fahrer. Wer die Busverbindung im Internet recherchiert: Unbedingt Details anzeigen, denn erst dort erfährt man, ob und wie man sich anmelden muss.
  2. Fußweg zur Spittelmühle: Auf dem Weg zum Industriegebiet Neckartal zeigt ein Schild den Fußweg zur Spittelmühle. Für mich (und Luis) interessanter als der Gehweg entlang der Straße — und unten im Tal auf dem Bahnsteg gibt es einen schönen Blick auf die „Skyline“ von Rottweil.
  3. „Badhaus“: Ein Tipp für alle, die abends Zeit in Rottweil und „Zivilklamotten“ im Gepäck haben. Kleine, feine Konzerte und Veranstaltungen in industrie-historischem Ambiente.
  4. Neckarbrücke der A81: Direkt unter der Brücke führen ca. 2 Dutzend Treppenstufen nach rechts oben. Die Perspektive ändert sich nur geringfügig, und doch sieht das Bauwerk noch beeindruckender aus. Jedenfalls für mich.
  5. Radweg statt Waldweg: Der Waldweg zwischen Talhausen — Epfendorf ist derzeit (April 2013) durch „Forstpanzer“ und Pferdehufen stark in Mitleidenschaft gezogen. Wer sich kurz vor dem Etappenziel nicht komplett einsauen möchte, sollte sich stattdessen den Neckar-Radweg am linken Ufer nehmen.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 17,0 km
  • Höhendifferenzen: +446 / -521 m
  • Bahnhöfe Bushaltestellen: Epfendorf Rathaus / Rottweil Hauptbahnhof
  • Track hier als GPX-Datei oder hier als KMZ-Datei herunterladen
  • Gesamtbilanz: 3 Etappen, 42 km, 785 Hm, entspricht 12,2 Sochatoatn

 

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