Neckarweg VIII: Tübingen — Neckartailfingen


Neckarquerung Nr. 2Auftakt-Etappe für das zweite Drittel des Neckarwegs. Und wenn ich’s genau überlege, muss ich mein Fazit des ersten Drittels revidieren: Diese Etappe war für mich kein #Neuland — ich kannte die Strecke besser als jede Etappe davor (und danach).

Bilder, Highlights, Tipps, Zahlen, Daten, Fakten am Ende dieses Artikels. Übersicht + alle GPS-Tracks für den Neckarweg hier. Alle Artikel der Kategorie “Neckarweg” hier.

Kein #Neuland

Denn im September 2011 eilten wir auf einer Sonntagspowergassicachingrunde von Tübingen zu einem „Familienevent“ nach Pliezhausen. Nun, im Juli 2013, starteten wir wieder in Tübingen zu einer neckarabwärts gelegenen Familienfeier.

Und über fehlenden Neckarkontext kann ich bei dieser Etappe wahrlich nicht meckern: 5 Neckar-Überquerungen sind (vermutlich) Rekord — ich muss das bei Gelegenheit mal nachzählen…

Neckarweg08-04Tübingen

Dank einer freundlichen GPX-Datei wusste ich, wohin: Vom Tübinger Hauptbahnhof über die Neckarbrücke (Überquerung #1) und gleich rechts abbiegen. Nach wenigen 100 Metern führte uns das erste „Blaue N“ zur Jugendherberge und ans Neckarufer.

Neckarweg08-06Rechts der Neckar, links Tübingen, mitten drin der Neckarweg. Viele morgendliche Jogger und Radfahrer bevölkerten den Neckarweg, zügig erreichten Tübingen-Lustnau. Hier verließen wir meine 2011er Sonntagspowergassicachingrunde und wechselten auf die andere Talseite (Überquerung #2). Das ist auch gut so, denn dort ist die Strecke deutlich attraktiver.

Neckarweg08-18TÜ-Lustnau — Kirchentellinsfurt — Altenburg

Nach dem wir Neckar, Bahnstrecke, vierspurige Bundesstraße und Hornbach hinter uns gelassen hatten, blieben wir von Joggern und Zweiradlern weitgehend unbehelligt. Auf angenehm kühlen und schattigen Waldwegen ging es erfreulich schnell vorwärts. Fast idyllisch — wenn man sich auf das Vogelzwitschern konzentriert und das Tosen der nahen B27 ausblendet…

Neckarweg08-22Bald schon war Kirchentellinsfurt erreicht, an dessen Ortsende die Fischerkischd lockte. Aber Neckarrast ohne Neckarblick? Nein. Kurz später fand ich den perfekten Platz für eine verpätete Frühstückspause: umgekippter Baumstamm an ruhigem Eckchen direkt am Ufer. Frisch gestärkt marschierten wir dem nächtem Ziel entgegen: Altenburg.

Neckarweg08-28Am Ortseingang „begrüßte“ uns ein sehr großer Hund an einer sehr fragil aussehenden Kette (die zum Glück mehr hielt, als sie versprach). Und bevor wir richtig in Altenburg waren, ging es schon wieder hinaus — Neckar-Überquerung #3.

Altenburg — Pliezhausen — Mittelstadt

Nach der Brücke warnt ein übervorsichtiges Schild vor dem „Wanderweg entlang der Straße“. Doch die „Gefahrenstelle“ ist keine 100 Meter lang, dann entschädigt ein kleiner Waldpfad und ein Brünnlein sorgt für Abkühlung und Durstlöschung. Da hatten wir weitaus unangenehmere Passagen ohne Vorwarnung, z. B. das schmale, kurvige Sträßchen zum Schloss Weitenburg.

Neckarweg08-36Wenige Höhenmeter später hat man das Niveau von Pliezhausen erreicht, dann geht es weitgehend eben zu den (sehr gut bekannten) ersten Häusern. Hier endete 2011 unsere Sonntags-Power-Gassicaching-Runde.

Endlich #Neuland

Diesmal sollte es weiter gehen: 1. Es waren noch drei Stunden Zeit bis zum Kaffeekränzchen. 2. Ich wollte nach der bekannten Strecke endlich #Neuland sehen. 3. Es lief es einfach gut; diesen „Lauf“ wollte ich ungern abbrechen.

Großstadt Pliezhausen: fast 2 Kilometer „urbaner Wanderweg“ sind deutlich mehr, als beispielsweise Tübingen zu bieten hat. Doch irgendwann hieß es wieder: „Land(schaft) in Sicht!“

Neckarweg08-40

Der Neckarweg teilt sich hier eine kurze Strecke sowie eine Hängebrücke (Überquerung #4) mit dem Neckarradweg, geht jedoch schnell wieder getrennter Wege.

Lt. „Insider“-Infos wollten die Planer absichtlich Wanderer und Radfahrer auf denselben Wegen aufeinander treffen lassen, damit die Menschen miteinander kommunizieren. Liebe Wegfindungskomissionen: Keine gute Idee. Das Aufeinandertreffen mit rasenden Rennradlern oder angeschickerten E-Bike-Senioren kann unerfreulich werden, die Kommunikation ist dann nicht zitierfähig.

Neckarweg08-44GPX-freie Zone

Spätestens ist Mittelstadt erreichten wir die navigationsfreie Zone: Ich hatte meinen Bewegungsdrang unterstützt, deshalb endete mein vorbereiteter GPX-Track. Das hieß: Nach Wegmarkierungen Ausschau halten und auf die Beschilderung verlassen. Ich folgte einem Neckarweg-Schild — und irrte ich an der Klostermühle herum. Und war kurz davor aufzugeben und bei Zwiebelrostbraten über das Optimierungspotenzial von Weitwanderwegen nachzudenken ;-).

Doch dann kam die Erkenntnis: Nicht der Weg hat Optimierungspotenzial, sondern mein Sehvermögen. Eine kleine unscheinbare Gasse hinter dem Biergarten war nicht der Weg zur Toilette, sondern zum nächsten Ort. Weg gefunden, Zwiebelrostbraten perdu — schade eigentlich…

Neckarweg08-48Mittelstadt — Neckartenzlingen — Neckartailfingen

Nächster Ort auf der Liste war Neckartenzlingen. In Halb- bis Ganzhöhenlage folgten wir dem Neckar — überwiegend im angenehm schattigen Wald, bis wir eine sonnige Passage mit ungewöhnlich vielen Bänken erreichten.

Geschätzte 5 bis 10 Bänke hintereinander — da konnte ich irgendwann nicht mehr widerstehen. Wie passend: Kurz vor Etappenende, Hund hatte Durst, Herrchen hatte Hunger. (Der Hund möglicherweise auch — aber was kann ich dafür, wenn er sich kein Vesper einpackt?)

Bald liefen wir in Neckartenzlingen ein und stiegen — begleitet von volksmusikalischem „Humptata“ — an den Neckar hinab. Wasserfassen und Pfotenkühlen für den vierbeinigen Teil der Wandergruppe, Sand in den Schuhen für den Zweibeiner. Aufgefrischt setzen wir zum Endspurt an…

… und wurden bald eingebremst: Eine Völkerwanderung unglaublicher Menschenmassen strömte an den Aileswasensee. Es war halt perfektes Sonntagnachmittagssommerbadewetter. Ein mühsamer Slalom durch Großfamilien, Kinder, Kegel, Kinderwagen, Fahrradfahrer, andere Hunde, direkt am Weg liegende Sonnenanbeter. Und immer aufpassen, dass Luis nicht in das angrenzende „textilfrei“-Areal abbiegt. (Wann darf ein Hund eigentlich aufs FKK-Gelände? Ohne Geschirr? Oder ohne Fell?)

Doch letztendlich haben wir auch das geschafft. Und waren geschafft. Kurz nach 14:00 Uhr (also eigentlich viel zu früh 😉 überquerten wir das letzte Mal den Neckar (#5), saßen am „Schiefen Turm  von Neckartailfingen“ und warteten auf unser Privattaxi.

Bilder dieser Etappe

Die 4 Highlights dieser Etappe

  1. Am Neckar entlang in Tübingen: Mitten in der Stadt und trotzdem im „Grünen“ — ein guter Start in den Wandertag.
  2. Wegmarkierung: Wieder mal ein Lob — hier wurde nicht mit Markierungen gegeizt, sondern sinnvoll an sinnvollen Stellen beschildert. So konnten wir auch ohne GPX-Spur entspannt unsere Kilometer abspulen.
  3. Sandstrand in Neckartenzlingen: Der erste Sandstrand meiner Neckarwanderung — auch wenn’s vielleicht nur eine zufällige Nebenwirkung des Mail-Hochwasser war.
  4. Kilometer, Kilometer, Kilometer: Das „Strecke machen“ ist eigentlich gerade nicht das Ziel meines Neckarwegs — das hier war die geplante Ausnahme. Und dafür war die Etappe ideal: Wenig Höhenmeter, viele Feld- und Teerwege.

Tipps

  1. Rechtes Neckarufer in Tübingen: Alternativ zum „offiziellen“ Weg kann man die ersten paar hundert Meter am rechten Neckarufer entlang gehen (und ist dann direkt am Wasser) und erst am Stauwehr auf die linke Seite „rübermachen“.
  2. Öffentlicher Nahverkehr: Zwischen Kirchentellinsfurt und Nürtigen ist zugfreie Zone, die Busverbindungen sind am Wochenende „übersichtlich“. Ohne „Privattaxi“ sollte man Etappenanfang und -ende möglicherweise anders legen.
  3. Baggersee Kirchentellinsfurt: Abseits des „offiziellen“ Neckarwegs, aber nicht weit entfernt. Je nach Wetter, Lust und Laune bietet sich ein erfrischendes Bad im See an.
  4. Aileswasensee: Wer den Umweg zum K’furter Baggersee gescheut hat und trotzdem nicht auf ein Bad verzichten möchte, dem kann hier geholfen werden. Sogar mit gastronomischer Infrastruktur und — wenn’s sein muss — auch dann, wenn keine Badebekleidung im Rucksack liegt ;-).

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 25,2 km
  • Höhendifferenzen: +361 / -403 m
  • Bahnhöfe: Tübingen / —
  • Track hier als GPX-Datei oder hier als KMZ-Datei herunterladen
  • Gesamtbilanz: 8 Etappen, 156 km, 3352 Höhenmeter, entspricht 45,8 Sochatoatn

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