Neckarweg X: Wendlingen — Esslingen


Neckarweg10-40Bei sommerliche Hitze plant man seine Wandertouren nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Thermometer. Deshalb gilt für Neckarwanderer: „Augen auf bei der Arbeitgeber-Wahl!“. So konnte ich kurzfristig an einem relativ kühlen Dienstag frei nehmen, um die 10. Etappe des Neckarwegs in Angriff zu nehmen.

Bilder, Highlights, Tipps, Zahlen, Daten, Fakten am Ende dieses Artikels. Übersicht + alle GPS-Tracks für den Neckarweg hier. Alle Artikel der Kategorie “Neckarweg” hier.

Neckarweg10-02Köngen: Neckarbrücke & Römerpark

Kurz nach dem Start wartete das erste Highlight: Die Köngener Neckarbrücke, auch als Ulrichsbrücke bekannt. Dank eines kleinen Büchleins (Details siehe hier) konnte ich bestens vorbereitet über das historische Bauwerk schlendern, um es (zu Luis‘ Leidwesen) aus allen Perspektiven zu betrachten und abzulichten.

Neckarweg10-08Wenige hundert Meter später erreichten wir mit dem Römerpark das nächste Highlight. Das Museum blieb uns (hundebedingt) verwehrt, doch auch das Freilichtgelände bietet einige Exponate, die auch vierbeinig bestaunt werden können.

Neben Ulrichsbrücke und Römerpark wird uns die Köngener Brunnenlosigkeit in Erinnerung bleiben: Vier Kilometer „Stadtwanderung“ ohne einen Wasserspender. Eine vergleichbare städtische Durststrecke hatten wir bisher noch nicht erlebt.

Neckarweg10-16Köngen — Plochingen

Deshalb nutzten wir eine schattige Bank kurz nach Ortsende, um „Wasser zu fassen“ und eine kurze Rast einzulegen. Frisch erfrischt tauchten wir in einen angenehmen kühlen Wald ein, den wir schnellen Weges Richtung Plochingen durchquerten. Auf immer schmaleren Pfaden erreichten wir bald unser Tages-Zwischenziel.

Plochingen

Neckarweg10-26Die Plochinger Neckarbrücke ist dramatisch jünger als die Köngener Ulrichsbrücke, aber nicht minder reizvoll und architektonisch interessant. Luis‘ architektonisches Interesse ist allerdings unterdurchschnittlich, sein  Hauptaugenmerk (oder -nasenmerk?) lag eher in den Blumenkübeln am Brückenkopf.

Neckarweg10-32Die Weisheit der Neckarwegplaner führte uns dann um das weithin bekannte und sichtbare Hundertwasserhaus herum in die Fußgängerzone. Im Gegensatz zu Köngen gibt es hier plätscherndes Nass im Überfluss: Ein Bächlein hier, ein Brunnen dort… Luis wusste das Angebot zu schätzen, um seinen Durst zu stillen und sich abzukühlen.

Neckarweg10-36Das war sinnvoll, denn nun sollte uns eine Direttissima auf geradem Weg zu einem Aussichtsturm oberhalb des Tales bringen. Den Turm erreichten wir auch im Schweiße unseres Angesichts (und unserer Pfoten), doch kein Zutritt für Hunde. Schade, denn der Ausblick aufs Neckartal und die zurückgelegte Strecke wäre spektakulär gewesen.

Plochingen — Esslingen

Neckarweg10-50Sei’s drum. Im schattigen Wald setzten wir unseren Weg nach Esslingen fort. Für Abwechslung auf schnurgerade Waldwegen sorgten nette Holzskulpturen, eine Mini-Extratour zur „Eisernen Hand“ sowie die Rufumleitung des Home Office, die ich aufgrund meines spontanen Frei-Tages aktiviert hatte. So wurde der Wald kurzzeitig zum „Forest Office“ — nicht der schlechteste Arbeitsplatz ;-).

wpid-2013-07-30-15.25.09.jpgEtliche Waldkilometer später trafen Neckarweg, Durst, Hunger und das Jägerhaus zusammen. Diesen Zufall durfte ich nicht ignorieren, um mein Neckarweg-Karma nicht zu gefährden. Daher gab es eine verspätete Mittagspause im Biergarten mit Panarama-Blick, Durstlöcher und aufwändigem „Vesper“.

Die lange Pause rächte sich auf dem ersten Kilometer, dann lief es (und wir) wieder wie am Schnürchen. Und es lief abwärts: Auf Streuobstwegen purzelten die Höhenmeter. Uff — endlich waren wir unten! Und staunten nicht schlecht, dass es gleich wieder aufwärts ging. Angeblich nur 50 Höhenmeter, aber sehr anstrengend, wenn man sich schon fast am Ziel wähnt.

Dennoch: In Erinnerung an das Watzmann-Konzert von Vortag heiß es: „Jetzt muaß i aufi!“. Droben auf dem Berg wartete allerdings nicht die Gailtalerin, sondern die Esslinger Burg, die derzeit (August 2013) als Open-Air-Kulisse dient.

Film-Klassiker im Open-Air-Kino
Film-Klassiker im Open-Air-Kino

Mini-Extratour: Burgsteige

Neckarweg10-64Nach einem kurzen Besuch des Burghofs ging es die letzten Höhenmeter hinab in die Stadt. Bis ich das untere Ende der Burgsteige entdeckte, die Teil der Stadtmauer ist und wieder zur Burg hoch führt. Es war schon immer mein Wunsch, sie zu „begehen“, also nochmal „aufi!“. Nach unzähligen Treppenstufen standen wir im Seilergang und wurden mit einem Panorama-Blick auf die Altstadt belohnt. Überrascht stellte ich fest, dass man von dort ganz einfach und eben in den Burghof gelangt, von dem wir 20 Minuten vorher herabgestiegen waren…

wpid-2013-07-30-17.01.07.jpg

Esslingen

Neckarweg10-72Ich war nicht das erste Mal in Esslingen, deshalb konnte ich es mir leisten, die vielen sehenswerten Gebäude (und Cafés und Kneipen und Eisdielen) nur im Vorbeimarsch wahrzunehmen. Für ausführliches Esslingen-Gucken gibt es bessere Gelegenheiten (mit Frauchen und ohne 20+x Kilometer in den Knochen).

Nach kurzer Irritation über die Lage des Bahnhofs, freundlicher Unterstützung japanischer VVS-Ticket-Käufer und canidenspezfischem Bahnsteig-Smalltalk konnten wir endlich in die klimatisierte S-Bahn steigen, die uns zurück nach Wendlingen brachte.

Bilder dieser Etappe

Die 4 5 Highlights dieser Etappe

  1. Neckarbrücke Köngen: Die Brücke steht seit dem Jahr 1600 dort, wo bereits die Römer den Neckar überquerten. Erbaut wurde sie von Schwabens Antwort auf Leonardo da Vinci, dem Hofbaumeister Heinrich Schickhardt. Sie spielt auch eine entscheidende Rolle in Hauffs Roman „Lichtenstein“, dem sie den Beinamen „Ulrichsbrücke“ verdankt.
  2. Römerpark Köngen: Für geschichtlich interessierte Hundebesitzer ist besonders der Freiluftpark interessant, der auch vierbeinig besucht werden kann. Ob das Museum einen Besuch Wert ist, kann ich nicht beurteilen — aber wenn man schon mal da ist…
  3. Jägerhaus Esslingen: Schöner Biergarten mit Blick ins Tal, der auch zu ungewöhnlichen Zeiten (15 Uhr) hervorragende Speisen auftischt. Diese Pause hat sich gelohnt, auch wenn der erste Kilometer danach schwer gefallen ist.
  4. Burgsteige Esslingen: Eine laaaange geschichtsträchtige Treppe mit herrlichem Ausblick auf die Altstadt und das Neckartal.
  5. Esslingen: Quirlige Großstadt in historischem Gewand. Wer Esslingen noch nicht kennt, sollte unbedingt Zeit- und Konditionsreserven einplanen!

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 26,2 km (einschließlich Extratouren)
  • Höhendifferenzen: +515 / -548 m
  • Bahnhöfe: Wendlingen / Esslingen
  • Track hier als GPX-Datei oder hier als KMZ-Datei herunterladen
  • Gesamtbilanz: 10 Etappen, 198,4 km, 4107 Höhenmeter, 41 Neckarquerungen, entspricht 58,1 Sochatoatn

Tipps

  1. Toni Ungerers Kunstklo: Leider habe ich erst nachträglich gelesen, dass es in Plochingen ein Kunstklo namens „Les Toilettes“ gibt. Fast direkt am Wegesrand — und ich habe es übersehen.
  2. Jubiläumsturm Plochingen: Der Bereich um den Turm herum ist für Hunde gesperrt. Mit vierbeinigen Wanderern kann man sich evtl. weite Wege durch Wohngebiete sparen und etwas früher in den kühlen Wald abbiegen.
  3. Eiserne Hand: Eine Mini-Extratour zu historischer Stätte. Nach Plochingen überquert der Neckarweg eine große Straßenkreuzung und biegt nach ca. 400 Metern rechts ab. Dort nicht nach rechts, sondern einen kurzen Abstecher (150 m) nach links (ist angeschreiben).
  4. Wegweiser Jägerhaus: Durst und Hunger hätten mich beinahe dem Rad-Wegweiser „Jägerhaus“ hinterher gelockt. Das wäre ein fataler Umweg gewesen, den der Neckarweg führt ohnehin direkt zum Biergarten.
  5. Burgsteige Esslingen: Leider umgeht der Neckarweg die Stadtmauer. Wer schlau ist, geht im Burghof direkt zur Burgsteige, genießt die Aussicht und folgt den Treppenstufen nach unten. Alle anderen gehen — so wie wir — außerhalb der Burganlage nach unten, um von dort aus die Steige wieder hochzusteigen.

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