Neckarweg XII: Bad Cannstatt — Neckarweihingen


Extratour Travertinpark: Detail II
Extratour Travertinpark: Detail II

Eine Woche nach der Hitzeschlacht von Esslingen nach Bad Canstatt sollte Mitte August die Fortsetzung folgen. In Erinnerung geblieben sind mir von dieser Etappe vor allem zwei kulturell beabsichtigte Extratouren sowie ein großartiger Biergarten mit Kreuzfahrt-Feeling.

Bilder, Highlights, Zahlen, Daten, Fakten am Ende dieses Artikels. Übersicht + alle GPS-Tracks für den Neckarweg hier. Alle Artikel der Kategorie “Neckarweg” hier.

Extratour 1: Bad Cannstatt — Travertinpark

Tipp für den Wanderer: Gehe!
Tipp für den Wanderer: Gehe!

Der Bahnhof Bad Cannstatt liegt immer noch weit abseits des offiziellen Neckarwegs. Und da wir sowieso schon auf Abwegen waren, machten wir gleich eine richtige Extratour: Über den Wochenmarkt von Bad Cannstatt und unerwartet lauschige Eckchen steuerten wir den Mühlsteg an — eine sympathisch autofreie Neckarbrücke. Noch sympathischer ist der Aufruf an die Neckarwanderer, die vom anderen Ufer herüberscheint: Gehe!

Extratour Travertinpark: Panorama
Extratour Travertinpark: Panorama
Extratour Travertinpark: Detail IV
Extratour Travertinpark: Detail IV

So also gingen wir … die Krefelder Straße entlang zum Anfang des Travertinparks. Den hatte ich bei meinen Vorab-Recherchen zufällig entdeckt — das war ein Glücksgriff: Eine ruhige Oase nach der quirligen und lauten Großstadtwanderung mit vielen Fotomotiven aus Natur und Relikten der ehemaligen Steinbrüche. Trotz des ausgiebigen Fotostopps blieb auch Luis entspannt und wartete darauf, dass es endlich weiter geht.

Schleuse Hofen: Halb voll oder halb leer?
Schleuse Hofen: Halb voll oder halb leer?

Travertinpark — Freiberg — Hofen

Der weitere Weg war weniger urban als befürchtet, durch viel Grün und kitschig anmutendes Kleingartenidyll. Nach fast 4 km stießen wir auf der dann endlich wieder auf den offiziellen Neckarweg, der uns über Weinberge nach  Freiberg und wieder hinunter zum Neckar brachte. Dort querten und bestaunten wir die Schleuse Hofen. Für uns „Landeier“ ein beeindruckendes Bauwerk — und Anlass, einem Kollegen einen bebilderten Gruß aus seiner Heimat zu senden.

Extratour 2: Hofen — Fellbacher Landungsbrücke — Neckarems

Wieder eine Extratour: Wir blieben — entgegen der offziellen Neckarwegführung — direkt am Ufer auf dem Neckarradweg. An einem umtriebigen Sonntag nachmittag wäre das ein fataler Fehler gewesen, doch an einem Wochentag fahren anständige Menschen üblicherweise nicht Rad, sondern arbeiten ;-). So konnten wir die Kühle des neckarnahen Weges unbehelligt genießen und erreichten zügig die „Fellbacher Landungsbrücke“.

Extratour Landungsbrücke: The dog has landed...
Extratour Landungsbrücke: The dog has landed…

Die Landungsbrücke ist eine begehbare Stahlskulptur, die eine ungewöhnliche Neckarperspektive ermöglicht. Der „Preis“ für die Extratour ist ein wenig einladendes Industriegebiet bei Aldingen, aber gelohnt hat es sich für meinen Geschmack trotzdem. Auf Abwegen gingen wir weiter, bis wir sowohl den Neckarweg als auch Neckarrems erreichten.

Extratour 3: Neckarems — Hochberg

Neckarems: Bestmögliche Biergartenposition
Neckarems: Bestmögliche Biergartenposition

Der Anblick eines phänomenal gelegenen Biergartens in Neckarems verursachte plötzliche Hunger- und Durstgefühle. Denn besser als das Bootshaus am Hechtkopf kann ein Biergarten nicht liegen: Man wähnt sich nicht auf einer Landzunge zwischen Neckar und Ems, sondern wie am Bug eines Kreuzfahrtschiffes. Luis wurde unaufgefordert mit einem Napf kühlen Wassers versorgt, ich hingegen stärkte mich mit Hefeweizen, Maultaschen, Kartoffelsalat und schöner Aussicht.

Rien ne(ckar) va plus !
Rien ne(ckar) va plus !

Mit neuer Energie folgten wir dem Neckarweg — aber kamen nicht weit. Ohne Vorwarnung standen wir vor einem Gitterzaun und fanden erst nach einiger Sucherei eine unfreiwillige Extratour nach Hochberg.

... und Moschtkepf werben für die Bundestagswahl?
… und Moschtkepf werben für die Bundestagswahl?

Hochberg — Poppenweiler — Neckarweihingen

Auf offiziellen Wegen durch Hochberg und Streuobstwiesen wanderten wir gen Poppenweiler. Zu Studienzeiten sorgte dieser Ortsname zu allerlei pubertären Scherzen, daher war neugierig, dieses Dorf endlich mal persönlich kennenzulernen. Was habe ich dabei gelernt? 1. Man kann — wenn man will — einen Wanderweg sehr lange durch Poppenweiler führen. 2. Die „Stadtmöblierung“ ist nicht übertrieben aufwändig, aber für müde Wanderer und durstige Hunde ausreichend.

Nichts wie weg hier!
Nichts wie weg hier!

Nach kurzer Rast und Pfotenkühlen brachen wir zum letzten, hitzigen  Teil der Etappe auf. Schweiß treibendes Treppensteigen brachte uns auf die Höhe der Rebenhänge, in einem großen Bogen steuerten wir dem Tagesziel entgegen — immer mit der Befürchtigung, von einer fliegenden chemischen Keule eingenebelt zu werden.

Daher nahmen wir uns nur wenig Zeit, den Blick nach unten zu genießen — umso schneller kamen wir deshalb an der Neckarbrücke Neckarweihigen an.

Bilder dieser Etappe

Die 4 Highlights dieser Etappe

  1. Extratour Travertinpark: Eine ruhige Oase im Stuttgarter Gewusel mit „Lost-Place“-Charakter und Relikten der ehemaligen Travertin-Steinbrüche. Eine lohnende Extratour für alle, die sowieso auf „Abwegen“ sind, weil sie am S-Bahnhof Bad Cannstatt starten.
  2. Schleuse Hofen: Für uns als „Landeier“ ein Highlight, weil das die erste „richtige“ Schleuse nach knapp 250 km Neckar war. Es werden noch viele Schleusen folgen, but the first Schleuse is the deepest
  3. Extratour Landungsbrücke Fellbach: Manche nennen es „begehbare Stahlskultpur“. Ich nenne es eine witzige Möglichkeit, eine andere Neckarperspektive einzunehmen. (Und Luis findet es doof, für ein Foto herumstehen zu müssen ;-). Diese Alternative zum offiziellem Neckarweg verläuft auf dem Neckarradweg — „unter der Woche“ war trotz des schönen Wetters wenig Verkehr.
  4. Biergarten in Neckarems: Besser als das Bootshaus am Hechtkopf kann ein Biergarten nicht liegen. Auf einer Landzunge fühlt man sich nicht wie zwischen Neckar und Ems, sondern wie am Bug eines Kreuzfahrtschiffes. Dazu bestes Biergartenwetter, großen Durst, viel Hunger und unaufgefordert ein Wassernapf für den vierbeinigen Wanderer.

Sacher  Torten Gate

Bekanntlich rechne ich die „abgewanderte“ Etappen in Sachertorten-Äquivalente um, um mir meine Leistung bildhaft vor Augen zu führen. Das erzählte ich jedem, der es hören wollte (oder auch nicht).

Das rächte sich bitterlich, denn ein Zuhörer hatte starke Zweifel an meiner Umrechung. Und — ich muss zugeben: Er hatte Recht. Ich hatte mich im Dschungel der Umrechnungsfaktoren verheddert.

Bitteres Resultat: Statt weit über 70 Stücken Sachertorten ist mein Konto auf „magere“ 38,6 zusammengeschmolzen…

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 24,7 km (einschließlich diverser Extratouren)
  • Höhendifferenzen: +493 / -504 m
  • Bahnhof / Bus: S-Bahn Bad Canstatt / Neckarweihingen Neckarbrücke
  • Track hier als GPX-Datei oder hier als KMZ-Datei herunterladen
  • Gesamtbilanz: 12 Etappen, 238 km, 4962 Höhenmeter, 44 Neckarquerungen, entspricht 38,6 Sochatoatn (siehe „Sacher Torten Gate“ im vorigen Abschnitt)

Hinweis für Statistik-Fans: Das war die erste Etappe ohne eine einzige Neckarquerung…

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