BL-KN, Tag 1: Balingen — Tieringen


Die Katze ist aus dem Sack (und Luis aus dem Häuschen): Unser 2. Extrem-Gassiprojekt 2016 soll uns von Balingen an den Bodensee führen. So kämen wir doch noch zu Fuß nach Konstanz — dorthin hätte uns eigentlich schon der Schwarzwald-Querweg bringen sollen, aber das Wetter machte uns diverse Striche durch die Rechnung (→ Soll-Ist-Analyse des Schwarzwald-Querwegs).

Via Beuronensis

Also Balingen — Konstanz. Praktischerweise bin ich nicht der Erste, der auf diese Idee kommt. Deshalb geht einer der zahllosen Jakobswege (→ Via Beuronensis in Wikipedia) über das „Hörnle“ und durch das Bäratal nach Beuron im Donautal, dann weiter über Messkirch und Pfullendorf ans Bodenseeufer in Überlingen. Dort schippert die Fähre nach Wallhausen, dann nur noch ein kurzer Endspurt und schon ist man in Konstanz. (Danach geht der Weg zwar noch ein paar Tausend Kilometer weiter nach Santiago de Compostella, aber das soll uns nicht weiter beeindrucken.)

Zahlen, Daten, Fakten zur Via Beuronensis habe ich auf der → Seite BLKN16 zusammengestellt (vor allem für mich als Notizzettel, falls ich unterwegs mal schnell nachschauen muss).

Erste Etappe zum „Warmlaufen“

Zwischen Balingen und Beuron liegen 40 Kilometer. Für einen Tagesmarsch wäre das zu viel — zumal ich dabei auch das komplette Gepäck über den Albtrauf hieven müsste. Für 2 Ganztagesetappen sind 40 km wiederum etwas kurz geraten.

Da bot es sich an, 1½ Tagesetappen daraus zu machen:

  • Ein „Prolog“ zum Warmlaufen von Balingen nach Tieringen: Übersichtliche 12 km und dabei hinauf auf die Alb.
  • Als nächste Etappe weiter nach Beuron, machbare 28 km ohne nennenswerte Steigungen (hoffentlich…)

Balingen — Endingen — Weilstetten

Unser Projekt BLKN16 begann sensationell unspektakulär entlang der Eyach. Luis ahnte wohl zunächst nichts Böses, wenngleich er durch meinen großen Rucksack hätte stutzig werden können. An der Stadtkirche vorbei folgten wir der Jakobsmuschel Richtung Süden und wunderten uns nach einer Viertelstunde, wo der leichte Nieselregen herkam, der laut Regenradar gar nicht hätte da sein dürfen. Noch weniger da sein sollte der Starkregen, in den sich das Nieseln wenige Minuten später verwandelte.

Umkehren? Weitermachen? Abwarten! Freundlicherweise hatte Endingen genau dort ein Wartehäuschen hingebaut, wo ich über das weitere Vorgehen (oder Wieder-Zurück-Gehen) nachzudenken musste. Und siehe da: Der Regen war schneller weg als ich nachdenken konnte. Also weiter Richtung Weilstetten — jetzt im gleißenden Sonnenlicht auf dampfenden Straßen, immer mit skeptischem Blick hinauf zum Hin und Her der Wolken.

Felsenmeer — Hörnle — Tieringen

Bis Ende Weilstetten musste ich entscheiden: Hält das Wetter und wagen wir den Aufstieg? Oder nehmen wir besser den Zug zurück ins trockene Zuhause? Dem Eh-da-Prinzip folgend entschieden wir uns für  „Aufstieg“. (Genaugenommen entschied nur ich, Luis ist erstaunlich regenignorant). Gute Entscheidung, denn das Wetter hielt und war angenehm kühl. So wurde der schweißtreibende Aufstieg weniger schweißtreibend als befürchtet. Als Highlight kurz vor dem Gipfel wurden wir vom Felsenmeer mit mystisch wabernden Nebelschwaden belohnt. Warum „Felsenmeer“? Kleine und große Trümmer der Albstrauffelsen sind über und über mit Moos überzogen — da sieht man vor lauter Moos keine Felsen meer.

450 Höhenmeter über und 50 Minuten nach Weilstetten hatten wir das Hochplateau erreicht und genossen wir obligatorischen Ausblick vom Hörnle in die Weite. Kurz geguckt und weiter zu unserem heutigen Tagesziel Tieringen. Hier verließen wir den „offiziellen“ Jakobsweg, denn ganz zufällig war in unmittelbarer Nähe ein orangefarbiger Elefantenrollschuh parkiert, der uns sehr komfortabel nach Hause transportierte.

Zahlen, Daten, Fakten

Tagesbilanz für Etappe 1 (31.07.): 12,7 km / 602 Höhenmeter

Gesamtbilanz: Ist bei insgesamt einer Etappe nicht wirklich notwendig

 

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