Via Jacobi 2020: Packliste (mit Hund)

In zwei Wochen sind wir (hoffentlich) am „Basislager“ für unsere diesjährige Via Jacobi angekommen. Deshalb musste ich mich heute um die Packliste kümmern: An die bevorstehenden Etappen am Genfersee anpassen und Gewicht optimieren. Mittlerweile eine gewohnte Übung, diesmal mit überraschend gutem Ergebnis. Abgesehen von dem Ballast, den ich für andere trage.

Tiefer + urbaner = leichter

Seit meinem Start in Konstanz führte mich jede Schweizer Wanderwoche mindestens einmal über die 1000-Meter-Höhenmarke (Hörnli 1133 Meter / Haggenegg 1414 Meter / Etzel 1096 Meter / Gotthardpass 2107 Meter / Brünigpass 1008 Meter / Col de Jaman 1512 Meter). Da muss man für herausfordernde Wetterlagen gerüstet sein (auch wenn man hinterher weiß, dass einem das Wetter sehr wohlgesonnen war).

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Für die nächte Via-Jacobi-Woche kann ich diesbezüglich abrüsten: Zwischen Vevey und Genf werde ich mich zwischen 380 und 450 Höhenmetern bewegen. Zudem führt der Weg durch dicht bebautes Gebiet; in „Notfällen“ ist es bis zur nächsten ÖV-Haltestelle selten weiter als 500 Meter. Auch die Versorgung mit Proviant dürfte einfach werden, denn Läden, Bäckereien, Cafés, Restaurants und Selecta-Automaten werden meinen Weg säumen.

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Getrost zuhause lassen kann ich also Regenhose, Buff, Winterwanderstrümpfe, Notfall-Powerriegel, verschwenderische Wasservorräte, dreifache Ersatzbatterien, … — grob geschätzt mindestens 1¼ Kilo Traglast gepart.

Weitere Erleichterung: Ich übernachte drei Mal in Lausanne, deshalb muss ich erst am dritten Tag ab Alaman mit vollem Gepäck wandern. Bis dahin wird Luis bereits 650 g weggefuttert haben.

Wie zeronnen, so gewonnen

Was ich mir an Wetterschutz und Proviant sparen kann, muss ich mir mit Schuhwerk wieder aufladen:

  • Für die einfachen Etappen würden leichte Trekking-Schuhe locker reichen.
  • Aber: Falls mein Broc-Gedächtnis-Knöchel unerwartet herumzicken würde, böten richtige Wanderschuhe mehr Halt und Stütze.
  • Jedoch: Falls mein Broc-Gedächtnis-Knöchel nicht zickt, sind Wanderschuhe für 7 Tage und viel Teer die falsche Wahl.

Fazit: Ich nehme beides mit. Und noch ein Paar Crocs, um meinen Füßen den Direktkontakt mit der Jeunotel-Gemeinschaftsdusche zu ersparen (und umgekehrt).

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Bergfreunde machen’s leichter

Mit jahrelanger Erfahrung ist die Packliste schnell erledigt — auch weil ich auf einen bewährten Fundus an Klamotten und „Zubehör“ zurückgreifen kann.

Zwei Teile in dem Fundes bedurften trotzdem der Optimierung:

  • Mein liebgewonnenes „Holzfällerhemd“ ist schwer. Schlimmer: Durch die ewig lange Trockenzeit ist es unterwegs nicht waschbar und daher spätetens nach 2 ½ Tagen nicht mehr tragbar (bzw. Mitmenschen nicht zumutbar).
  • Gleiches gilt sinngemäß für die Wollmütze: Schwer, nicht waschbar, für sibirische Temperaturen angemesen, nicht aber im Frühling am Genfersee.

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Am heiligen Sonntag stundenlang durch Online-Shops irren? Nö, keine Lust. Ich gehe da hin, wo man es dem Käufer (wortwörtlich!) leicht macht: In meinem bevorzugten Outdoor-Shop wird für (fast) alle Produkte das Gewicht angezeigt — so kann man die Auswahl von ein gefühlten Hunderten auf ein paar wenige eindampfen. Sehr praktisch, wenn man Shopping nicht als Selbstzweck sieht.

Lohn der kurzen Mühe: Endlich ein fernwandergeeignetes Hemd, endlich eine frühlingsfernwandergeeignete Mütze und ¼ Kilogramm weniger.

Zahlen, Daten, Fakten

Für die Zahlenfreunde unter den Lesern: Was kommt am Ende heraus bzw. auf den Rücken?

  • Anreise: 13,3 Kilogramm (mit viel Komfort-Ballast, den ich nur vom Bahnhof zum Jeunotel tragen muss)
  • 1. Etappe (ab Alaman) mit vollem Gepäck: 9,7 Kilogramm
  • Ende letzte Etappe: 8,2 Kilogramm

Packliste_Verlauf

Das kann sich sehen (und tragen) lassen. Das Marschgepäck liegt mühelos unter 10 Kilo. Und wenn ich nicht knöchelbedingt über ein Kilo Notfall-Wanderschuhe mitschleifen müsste, hätte ich wäre mit Abstand den leichtesten Rucksack aller bisherigen Wanderungen…

Für die Profi-Fernwanderer unter den Lesern: Warum freue ich mich über „nur“ 9,7 kg Gepäck?

Deshalb:

Packliste_Anteile

Für den roten Teil des Kuchens bin ich nicht verantwortlich, sondern ich bin nur Träger. Wenn man diesen Teil und die Notfall-Wanderschuhe wegrechnet, wiegt mein Gepäck eigentlich nur 6,7 Kilo — quasi fast nichts.

Erinnert mich bitte in zweieinhalb Wochen, dass auf meinem Rücken fast nichts ist. ;-).

 

 

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