Via Jacobi 2019: Wetter (mit Hund)

Noch knappe zwei Wochen bis zum Start — da kann man sich langsam mit den Wetterprognosen beschäftigen: Ende März ist von Frühlingsausbruch bis Wintereinbruch alles drin. Doch ich verlasse mich auf die Erfahrung der vergangenen Jahre und einen altbewährten Trick.

Die Extremgassiwoche Ende März ist fast schon eine kleine Tradition und der Termin ganz bewusst ausgewählt: Die Erfahrung zeigt, dass das Wetter in der Regel Mitte März ins Positive kippt. Dazu baue ich noch eine Woche Puffer ein, sodass ich in der letzten März-Woche auf der sicheren, sonnigen Seite war.

Daran änderten auch die Wetterprognosen nicht, die — auch eine Erfahrung — regelmäßig verheerend waren und erfreulich falsch lagen.

Rückblick 1: Extremgassi-Wetter März 2017

Die Prognosen für die Via Jacobi von Konstanz an den Vierwaldstättersee waren sehr feucht, aber nicht fröhlich: Zwar warm, aber viel Regen. Am Startpunkt Konstanzer Münster stand ich dann auch tatsächlich im leichten Nieselregen (» Via Jacobi 1: Konstanz — Affeltrangen), doch schon am Schnetztor war er vorüber — und ich sah eine Woche lang kein Tröpfchen mehr.

Stattdessen:

 

 

Wieviel Glück wir wirklich hatten, konnte ich auf dem Blog Paules elCamino Hike sehen: Er war genau eine Woche zuvor unterwegs und musste bei dichtem Nebel auf einer Panoramakarte bewundern, welche Aussicht er vom Haggenegg (höchster Punkt der Via Jacobi!) hätte haben können.

Rückblick 2: Extremgassi-Wetter März 2018

Zwei Wochen vor dem Start gab es schockierende Wetterprognosen: Tageshöchsttemperaturen von -8° C, gefühlt bis zu -33° C (» Via Cannobio: Der Kälteschock) — da kann man (und hund) vernünftigerweise keine weiten Gassigänge unternehmen.

So schlimm kam es dann doch nicht: Hinter dem Gotthardtunnel erwartete uns zwar ungemütliches Schmuddelwetter (» Via Cannobio 1: Faido — Lavorgo), doch ab dem zweiten Tag schien uns wieder die Sonne (» Via Cannobio 2: Lavorgo — Biasca). Kurz vor Ascona konnten wir die Eis-Saison eröffnen und spätestens beim Zmittag an der Uferpromenade war die Frühlingsgefühle perfekt (» Via Cannobio 4: Bellinzona — Locarno).

Auf der letzten Etappe hat uns dann doch starker Regen erwischt — aber kein Problem: Da war ich auf vertrautem Terrain und es passte auch gut zum „traurigen“ Anlass, dass mein 450 km langer Extremgassigang zu Ende sei würde (» Via Cannobio: Brissago — Cannobio).

Ausblick: Extremgassi-Wetter März 2019?

Dieses Jahr flattert der Frühling bereits seit Februar heftig mit seinem blauen Band; es ist für die Jahreszeit viel zu warm und zu schön. Selbiges sagten die offiziellen Schweizer Wettermacher von MeteoSwiss bis vor drei Tagen auch für meine Wanderwoche voraus (» MeteoSwiss Monatsausblick): Der rote Balken für „mild“ war beeindruckend hoch und versprach überdurchschnittliche Temperaturen.

Seit gestern hat sich das Prognoseblatt allerdings gewendet: Das „Mild“ hat sich dezent zurückgezogen und ist jetzt gleichauf mit den „Kalt“- und „Mittel“-Balken. Immerhin herrscht (noch) Gleichstand…

Man (und hund) darf also wieder mal gespannt sein. Aber ich vertraue auf die Erfahrung, dass uns Petrus & Co kurzfristig doch wohlgesonnen sind. Und um ganz sicher zu gehen, wende ich einen alten Trick an, der sich in den letzten Jahren regelmäßig bewährt hat.

Der alte Trick: Regenschutz als Regenblocker

  • Vor der Via Jacobi 2017 hatte ich mir einen Regenponcho angeschafft und das knappe halbe Kilo umsonst mitgeschleppt. Gebraucht habe ich ihn erst einen Urlaub später auf der ersten Etappe der Alpenüberquerung vom Tegernsee nach Sterzing (» Alpenüberquerung 1: Gmund — Wildbad Kreuth).
2017: Regenponcho-Wetter zum Start der Alpenüberquerung
  • Vor der Via Cannobio 2018 hatte ich mir eine Regenhose angeschafft und das knappe halbe Kilo umsonst mitgeschleppt. Gebraucht habe ich sie erst einen Urlaub später bei einer nassen, stürmischen Ostseeküstenwanderung von Kalifornien nach Laboe (» Mit le Hund nach La Boe).
2018: Regenhosen-Wetter an der Ostseeküste
  • Vor der Via Jacobi 2019 habe ich mir eine Rucksack-Regenhülle und zwei Drypacks für Klamotten und Hundefutter angeschafft und.. .

Na, merkt Ihr was?

Genau: Wenn der Trick funktioniert, werde ich die drei Neuanschaffungen umsonst mitgeschleppt haben und erst einen Urlaub später brauchen.

Mögen Hülle und Packs nicht nur den Rucksack und dessen Inhalt, sondern die ganze Woche vor Regen schützen…

So ist’s richtig: Wettervorbild Luis

Letztendlich sind die ganzen Wettergedanken nicht die Synapsen wert, durch die sie gedacht werden: Es kommt, wie es kommt. Und meistens ganz anders, als man noch am Vortag erwartet hat.

Leider hält mich dieses Erfahrungswissen nicht davon ab, trotzdem neugierig auf die Prognosen zu schielen. Luis ist da schon einen deutlichen Schritt weiter: Er döst dem Wetter tiefenentspannt entgegen, weil ihm das Wetter komplett egal ist. Denn für ihn gilt die alte Extremgassiweisheit:

Es gibt kein schlechtes Wetter
— es gibt nur nasses Fell.

 

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