Der vorletzte Tag im Jahr war nicht übertrieben früh, um unser EGG-Projekt 2015 abzuschließen. Seit dem Start in Balingen (an der Schwäbischen Alb) waren wir in sechs Etappen quer über den Schwarzwald bis nach Waldkirch Gassi gegangen. Von unserem Ziel Bahlingen (am Kaiserstuhl) trennten uns nur noch knappe 20 Kilometer — und ziemlich dichter Nebel.
Lange vor Weihnachten entstand die Idee, „zwischen den Jahren“ durch das winterlich-verschneite Elztal zu wandern und unser Extrem-Gassi-Going-Projekt 2015 noch rechtzeitig zu Ende zu bringen. „Winterlich-verschneit“? Nicht 2015: Die Elztäler Hitzeschlacht im August fand ihre adäquate Fortsetzung mit frühsommerlichen Temperaturen zur Weihnachtszeit. Ökologisch und klimatisch höchst Besorgnis erregend, aber perfektes Wanderwetter…Ba[h]lingen-Tour VI: Elztalweg Elzach — Waldkirch weiterlesen →
Nach dem Ende des Arbeitsjahres kommt der Anfang des Jahresendurlaubs — und die erste Gelegenheit für eine Jahresendurlaubskurzwanderung. Und da auch meine Kreativität einen Tag frei genommen hatte, wählten wir das wenig originelle Ziel „Plettenberg“ aus.
Ein wenig Abwechlung musste trotzdem sein. Deshalb parkten wir diesmal nicht auf dem oberen Wanderparkplatz (den eigentlich sowieso nie ein Auto sehen dürfte, wenn jemand die Fahrverbotsschilder beachten würde ;-), sondern starten ganz brav und gesetzestreu direkt in Dotternhausen.
Zwischen dem Luismobil und unserem Ziel lagen knapp 400 Höhenmeter und etliche Schweißtropfen. Doch sobald wir diese hinter uns gelassen hatten, freuten wir uns umso mehr über den Ausblick.
Sagenhafte 200 Kilometer entfernt und trotzdem deutlich und gut erkennbar!
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Plettenberg-Aussicht: Mönch und Jungfrau (Eiger hatte gerade Urlaub)
Selbst Luis war (im Rahmen seiner Möglichkeiten) beeindruckt…
Luis‘ wahres Highlight
Doch warum in die Ferne glotzen — sieh, das Gute liegt so nah! Wen interessieren 200 Kilometer entfernte Berge, wenn direkt vor der Schnauze ganz zufällig ein Leckerchen liegt? Luis jedenfalls nicht:
Da — spätestens da — wunderte sich Luis: Was machen wir hier im Wald, während der Countdown zum Abendessen läuft? Wenig sinnvoll herumtrödeln? Nicht mit Luis, also: Jetzt aber schnell nach Hause!
Ein gemütlicher Fernsehabend muss sorgfältig vorbereitet sein, denn nicht jedes Kissen-Arrangement genügt Luis‘ hohen Ansprüchen an eine angemessen Liegefläche.
Trotz vorweihnachtlicher Illumination ist es uns mit extrem aufwändiger Nachtsicht-Technik erstmalig gelungen, dieses beeindruckende Naturschauspiel filmisch einzufangen:
„Eisenbahnromantik in Balingen“ — unter dieser Klick-gierigen Überschrift berichtete ein Lokalblatt unlängst über die Adventsfahrten der Eisenbahnfreunde Zollernbahn Ende November.
„Zugpferd“ (im doppelten Sinn) war eine alte Dame, die auf den romantischen Namen 52 7596 hört: Mit über 70 Jahren auf dem Buckel immer noch stark genug, um auf der ehemaligen Bahnstrecke Balingen — Rottweil nach Schömberg und zurück zu pendeln.
Und wir? Wir pendelten nicht, sondern gingen unseren ganz normalen Samstagnachmittaggassigang. Bis ein lauter (sehr lauter) Pfiff durch die Stadt hallte und uns (mich) neugierig machte.
Gerade noch rechtzeitig erreichten wir den perfekten Aussichtspunkt: Von dort, wo einst die Schellenbergbrücke Generationen von Schülern über die Bahngleise zur Sichelschule führte, konnten wir Kohle, Wasser, Feuer und Dampf bei der Arbeit zusehen:
Bahnhof Balingen im Dampf52 7596 steht zur Abfahrt bereitAbfahrt aus Balingen HbfEingenebelter Nachfolger der SchellenbergbrückeDampfschwaden nach der Ausfahrt Richtung EndingenFußgängersteg mit Schall und Rauch
Kleine Anekdote 1: Während ich so vor mich hin wartete, passierten mehrere kleine Kinder ahnungslos die Brücke. Bis eines die am Bahnhof dampfende Lok bemerkte und rief: „Guck mal, der Zug brennt!“
Kleine Anekdote 2: Luis konnte dem Ganzen nichts Romantisches abgewinnen. Erst langweilig auf einer Brücke herumsitzen, dann mit lautem Fauchen komplett eingeräuchert werden? Das war definitv kein Gassigang nach Luis Geschmack. Unter der Kombination von „Eisenbahn“ und „Geräuchert“ stellt er sich eher so etwas vor:
Einer der interessanten Aspekte meines Berufs ist, sich gelegentlich mit Themen zu beschäftigen, die nichts mit meinem Beruf zu tun haben. Zum Beispiel mit den kulinarischen, medizinischen und symbolischen Aspekten der Lorbeere (Laurus nobilis).Lorbeer für Körper, Geist und Hund weiterlesen →
Heißt das jetzt „Bredle“ oder „Gutsle“? Die hoch offizielle Bezeichnung „Weihnachtsgebäck“ ist jedenfalls viel zu technokratisch, um diese besinnlichen Leckereien angemessen zu beschreiben.
Gut, dass sich wenigstens einer nicht von kulinarischen Terminologieproblemen ablenken lässt…: