Wir engagieren uns für 2 Wochen bei einem Tierschutzprojekt, werden in Bali Nguën auf respektvoller Augenhöhe mit der lokalen Bevölkerung leben und nachhaltige Mikroabenteuer organisieren.
So oder so ähnlich könnte ChatGPT den Prompt beantworten, wie ein schein-hipper Influbenzer folgendes Szenario werbewirksam hochschwurbeln würde….:
Mit 151/2 Jahren auf dem Buckel und ca. einer Erdumrundung in den vier Beinen lässt Luis‘ Begeisterung für fremde und unnötig lange Gassirunden etwas nach.
Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Körbchen liegt so nah.
Deshalb passen wir unsere Urlaubspläne heuer an seine Präferenzen an und bleiben da, wo es dem alten weißen Mann schwarzen Hund am besten geht: Zuhause.
#Basketation für altersweise Hunde (Symbolbild)
Immerhin bleiben uns zwischen den Gassigängen noch hinreichend lange Slots für kurze Tagesausflüge, um heimatnahe Kleinode und Kulinarik zu erkunden – quasi als Touristensimulant im eigenen Habitat.
„Macht Ihr doch, mir doch egal“, denkt sich Luis und erfreut sich der von ihm erfundenen #Basketation.
»Noch bewusster auf positive Momente zu achten« hatte ich mir für 2024 ins Pflichtenheft geschrieben (»Jahresrückblick 2023«).
Also gut, fangen wir damit an: Luis durfte gestern seinen 15. Geburtstag erleben — und nach den letzten Wochen ist das alles andere als »Kleinkram«.
Traditionell durfte er sich über eine zielgruppengerechte Darstellung seines Alters freuen. Erfahrungsgemäß eignen sich römische Ziffern dafür am besten — optimierbar nur noch durch stilgerechte Verwendung von Salsicce statt Saiten:
Gleichwohl war Luis etwas enttäuscht, hatte er doch speziell zu diesem Geburtstag auf eine Darstellung im binären Zahlensystem gehofft.
Die jahrelange Homeoffice-Tätigkeit im IT-Wesen ist offensichtlich nicht spurlos an ihm vorübergegangen.
Einer der wenigen Vorsätze für 2023 war, pro Monat ein Wochenende freizuräumen und außerhalb des heimischen Reviers zu verbringen. Ein Dartpfeil ermittelte das Ziel des ersten Wochenendes dieser Art: Tamm bei Ludwigsburg. Und es erfüllte sich, was ich erhofft hatte:
Gestern war ein etwas längerer Tag und für heute war mäßiges Wetter angekündigt. Das waren gute Gründe, die Kurzetappe von Genthod — Genève vorzuziehen. Sie ist für Naturfreunde und Ruhesuchende (aka Luis) nicht gerade das Highlight der Via Jacobi, doch am Ende wurde es wieder ein sehr gelungener Tag.
Die Anreise verlief erfreulich unspektakulär und ohne unangenehme Überraschungen. Danach brauchten Hund und Mensch etwas Bewegung — und hatten dann eine umso erfreulichere Überraschung.
Noch eine Woche bis zum Start, deshalb war es heute höchste Zeit, die Packliste auf den aktuellen Stand zu bringen und abzuarbeiten. Die (ungenutzte) Liste von März 2020 konnte weitgehend recycelt werden und musste nur um die Teile erleichtert werden, die im Hochsommer am Genfersee definitiv unnötig sein werden. Doch das vermeintlich ersparte Gewicht entpuppte sich als böser Denkfehler…
Was für 2020 geplant war, wird 2021 (hoffentlich) Realität: Von Vevey am See entlang bis Genf. Praktischerweise kann ich die Etappenplanung des Vorjahres recyceln und muss nur die Tagesetappen etwas kürzen.
»Aufgeschoben ist nicht aufgehoben«. Das versprachen sich letztes Jahr alle gegenseitig — nicht ahnend, wie lange geschoben und dass manches doch aufgehoben werden musste. Doch bei aller erlernten Skepsis gegenüber Reiseplanungen: Es geht (hoffentlich) doch wieder los und wir können unseren Jakobsweg am Genfersee (hoffentlich) bald fortsetzen.
Was macht man am letzten Wochenende vor dem Start auf die Via Jacobi? Die Packliste aktualisieren und in die Tat umsetzen. Mit der Erfahrung mehrerer Extremgassigänge ist das Gepäck auf Minimalgewicht getrimmt — und dennoch findet sich das eine oder andere Gramm, das ich zuhause lassen kann. Nur eine Kategorie der Packliste verweigert sich energisch jeder Erleichterung.
„Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von Deinen Plänen“, soll (so ähnlich und sinngemäß) Blaise Pascal geäußert haben. Er war Mathematiker und Physiker, aber offensichtlich kein Extrem-Gassi-Geher: Diese machen Pläne — mit dem Wissen, dass es immer anders kommen kann. Das ist für mich nicht nur Vorbereitung, sondern auch Vorfreude. Und wenn das auch anderen Freude bereitet, soll’s mir recht sein.