Was ich lange ausgetüftelt, geplant und organisiert habe, soll heute — am 22. März 2019 — beginnen: Im Zug mit Wanderstiefeln, Rucksack und Hund nach Stans in die Schweiz. Dort werde ich den Rest des Tages wenige Meter neben der Via Jacobi verbringen, damit ich morgen früh meine erste Etape von Treib nach Stans in Angriff nehmen kann (» Via Jacobi: Etappenübersicht). Eigentlich.
Archiv der Kategorie: Gassi-Wandern
Via Jacobi 2019: Packliste (mit Hund)
Was macht man am letzten Wochenende vor dem Start auf die Via Jacobi? Die Packliste aktualisieren und in die Tat umsetzen. Mit der Erfahrung mehrerer Extremgassigänge ist das Gepäck auf Minimalgewicht getrimmt — und dennoch findet sich das eine oder andere Gramm, das ich zuhause lassen kann. Nur eine Kategorie der Packliste verweigert sich energisch jeder Erleichterung.
Via Jacobi 2019: Wetter (mit Hund)
Noch knappe zwei Wochen bis zum Start — da kann man sich langsam mit den Wetterprognosen beschäftigen: Ende März ist von Frühlingsausbruch bis Wintereinbruch alles drin. Doch ich verlasse mich auf die Erfahrung der vergangenen Jahre und einen altbewährten Trick.
Via Jacobi 2019: Etappen (mit Hund)
„Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von Deinen Plänen“, soll (so ähnlich und sinngemäß) Blaise Pascal geäußert haben. Er war Mathematiker und Physiker, aber offensichtlich kein Extrem-Gassi-Geher: Diese machen Pläne — mit dem Wissen, dass es immer anders kommen kann. Das ist für mich nicht nur Vorbereitung, sondern auch Vorfreude. Und wenn das auch anderen Freude bereitet, soll’s mir recht sein.
Via Jacobi 2019: Übernachtungen (mit Hund)
Die Zeit rückt vorwärts und damit kommt auch die Via Jacobi 2019 allmählich näher. Nachdem das » Anreise-Drama in (mehr oder weniger) trockenen Tüchern ist, gerät ein anderes Thema in den Fokus der Vorbereitung: Die Übernachtungen. Auch hier ist „mit Hund“ ein herausforderndes Zusatzkriterium — doch wer geht die Via Jacobi, wenn er keine Herausforderungen sucht?
Die Schlusspointe: Echte Tickets für Fake-Verbindung
„Nur die Harten kommen in den Garten“ und nur die Hartnäckigen kommen mit dem Zug: Während die Reisevorbereitung für den PKW ca. 20 Sekunden dauert (S-T-A-N-S ins Navi eingeben, Fahrzeug starten, losfahren), wird die Kombination aus Bahn, Hund und Fahrkarte zu einem » Drama in 8 Akten. Doch wer glaubt, das Drama sei damit beendet, kennt die Deutsche Bahn nicht. Als Zugabe zum Ticket gab es eine Schlusspointe, die sogar erfahrungsgestählte DB-Kunden überrascht. Die Schlusspointe: Echte Tickets für Fake-Verbindung weiterlesen
Bahn, Hund und Fahrkarte: Ein Drama in 8 Akten
Was ist die größte Herausforderung auf der Via Jacobi 2019? Die Strecke? Das Wetter? Die Höhenmeter? Nein, die Planung der Anreise mit Hund. Zumindest wenn man die verwegene Idee hat, umweltfreundlich mit der Bahn zu reisen. Ein Drama in 8 Akten und eines der letzten Abenteuer in Mitteleuropa. Und am Schluss übertraf sich die Deutsche Bahn noch selbst.
Quo vadis 2019 — Entscheidung an der Käsetheke
Auch dieses Jahr steht die traditionelle Frühjahrswanderung mit Hund fix im Kalender — allein das „wo“ war noch alles andere als fix. Ideen gab es einige (» Extrem-Gassi-Projekt 2019: Quo vadis?), doch aus logistischen Gründen musste die Wohin-gehst-Du-Frage jetzt dringend beantwortet werden. So ein Käse! Bis vorgestern, denn dann fiel die Entscheidung — ausgerechnet an der Käsetheke.
Extrem-Gassi-Projekt 2019: Quo vadis?
Nach dem erfolgreichen Abschluss unseres langjährigen Extrem-Gassi-Projekts (Balingen — Gotthardpass — Cannobio) gilt frei nach Hesse: „Und jedem Ende liegt eine Frage inne“. Nämlich die Frage „Domine, quo vadis?“ — „Herr[chen], wohin gehst Du?“ Ideen für 2019 gibt es viele, Antworten nur eine.
Extrem-Gassi-Projekt 2019: Quo vadis? weiterlesen
Via Cannobio: Heimreise
Vor einer Woche waren wir in Faido gestartet, um nach über 100 Kilometern und 2000 Höhenmetern in Cannobio anzukommen. Als letztes großes Abenteuer war noch die Frage zu klären: Wie kommen wir wieder nach Hause?
Wir erinnern uns: Eigentlich war der Plan, von Cannero Riviera gemütlich über den See nach Locarno zu schippern und dort um 14:00 Uhr den Zug über durch die Alpen zu nehmen.
Aber: Es fuhr kein Schiff — wie ich jetzt weiß, gab es politische Differenzen zwischen CH und IT, weshalb IT die Verbindungen nach CH dramatisch ausgedünnt hat. Originelle Form der Tourismus-Förderung….
Ich nahm es als abschließende Challenge meiner Via Cannobio und entschied mich für Plan D:
- Per Schiff nach Luino
- Per Bus nach Ponte Tresa
- Per S-Bahn nach Lugano
- Per S-Bahn nach Bellinzona
Dort würde ich den ursprünglich geplanten Zug entern, der mich durch den Gotthardbasistunnel nach Zürich bringt — dann weiter nach Rottweil, wo uns hoffentlich die beste Ehefrau (und das beste Frauchen) von allen in Empfang nehmen wird.
Teil 1 und 2 klappten problemlos.




Teil 3 wurde nochmal seeeehr spannend: Blöd, wenn
- Der Zug schon bereit steht
- Der Ticketautomat knapp 20 Franken, aber keine Scheine will
- Die Kreditkarte diebstahlsicher ganz weit unten in den Tiefen des Rucksacks versteckt ist
- Der Automat es nicht erwarten kann, bis man die Kreditkarte ausgegraben hat, und man alles nochmal neu eingeben muss.
In allerletzter Sekunde stürzten wir — mit 1-Adulto-1-Cane-Tickets in die S-Bahn. Puh, Glück gehabt!

Nach diesem Nervenkitzel verzichtete ich in Lugano auf weitere Abenteuer und harrte im schicken SBB-Bahnhof der Züge, die da kommen.


Warten macht erfinderisch: Warum in Bellinzona noch einen Umstieg von der S-Bahn in den Züri-Zug riskieren? Der Züri-Zug fährt doch vorher bestimmt durch Lugano?
Ja, fährt er: Lugano ab 14:10, alles paletti, doch dann im Zug die Schock-Durchsage: „Nächster Halt Lugano. Zug endet hier, alle Passagiere aussteigen!“ Hallloooooo?¿?? Ich war gerade in Lugano???
Puh, nur Fake News: Der Zug war SBB-typisch pünktlich, allein die Durchsage kam 20 Minuten zu spät….
Von Bellinzona bis hinter Biasca konnten wir unsere Wanderung Revue passieren lasssen. Dann wurde es vor den Fenstern schwarz wie ein Kaffee ohne Milch und Zucker: DER Tunnel….

57 Kilometer später spukte uns die Röhre bei Erstfeld wieder aus — und der ganze Wagon stieß ein überraschtes Ohhhhhh aus: Geschlossene Schneedecke im schweizer Flachland, Vierwaldstättersee in Weiß. Wie mag es da wohl erst auf der Bergstrecke in Göschenen und Airolo aussehen?


Der Rest nach Zürich war nur noch Formsache. Auch den sportlichen Anschluss nach Rottweil haben wir erwischt und rollen jetzt Schaffhausen und der Grenze entgegen.


Deshalb schicke ich diesen Beitrag noch schnell auf die Reise, bevor ich im Funkloch Deutschland wieder in die digitale Röhre gucke (und den Text per Flugtaxi ins Internet bringen muss).